Das aktuelle Wetter Dortmund 5°C
Im Nordosten

„Neue Straße bringt mehr Verkehr“

22.08.2012 | 17:22 Uhr
„Neue Straße bringt mehr Verkehr“
Die gedachte Weiterführung der L 663n. Eine genaue Linienführung gibt’s noch nicht.Foto: Planungsamt Dortmund

Im Nordosten. Die Verlängerung der OWIIIa gen Unna ist nach Ansicht der Kritiker in Wirklichkeit nicht als Entlastung für Asseln und Wickede gedacht. Vielmehr soll eine neue Ost-West-Achse quer durchs Stadtgebiet gebaut werden, um die wachsenden Schwerlastverkehre des Logistikzentrums Dortmunds zu lenken. Ikea Unna lasse grüßen. Käme die Straße, würde quer durch den wertvollen Grüngürtel eine autobahnähnliche Trasse entstehen.

Mit diesem Fazit endete am Dienstag Abend (21. August) eine Bürgerversammlung in Asseln, zu der die Bürgerinitiative „Schützt unseren Freiraum“ eingeladen hatte. Rund 50 Bürger, zumeist Gegner des Projekts, waren ins „Schnitzel & Schampus“ gekommen. Eingangs hatte Dr. Erich Kretzschmar (Naturschutzbund Dortmund) den Nordosten als hochwertiges Gebiet für Pflanzen und Tiere qualifiziert.

Die Natur

Im Gegensatz zum Süden sei der Dortmunder Nordosten reich an Naturschutzgebieten. Das Wickeder Ostholz und der Pleckenbrink-See seien zwei wertvolle Flächen, die auch seltenen Arten als Rückzugsgebiet dienten. Eine Straße gen Unna würde punktuell dicht an den Naturschutzgebieten vorlaufen müssen. Asphalt, Lärm und Abgase würden die Tier- und Pflanzenwelt weit von dieser Linie verdrängen. Dr. Kretzschmar nannte den Kiebitz als Beispiel: „Es gibt in ganz Dortmund weniger als 30 Brutplätze; mehr als die Hälfte liegt im Nordosten.“ Aber auch Amphibien, Vögel und größere Säuger seien bedroht. Der Pleckenbrinksee beispielsweise sei ein wichtiger Brutplatz bzw. Ruheplatz für Zugvögel.

Würde die Straße kommen, müssten zwar je nach Eingriff in die Natur Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. „Die können aber irgendwo in Dortmund stattfinden. Die Natur, die hier zerstört würde, wäre unwiederbringlich weg.“

Der Nabu-Vorsitzende legte diese Statistik vor: 1992 sei Dortmund noch zu 44 Prozent grün gewesen, 2009 zu 41 Prozent. Gewerbe, Wohnen und Verkehr knabberten weiter an den Freiflächen.

Der Verkehr

Die OWIIIa werde gern als Umgehung für die Menschen in Asseln und Wickede angepriesen; tatsächlich solle eine vierspurige Ost-West-Verbindung quer durch Dortmund parallel zur B 1 gehen. Diese Aussage machte Wilhelm Auffahrt für die Bürgerinitiative „Gemeinsam für Brackel“. Die neue Straße würde den Raum nicht vom Verkehr entlasten, sondern Lkw anziehen. Auffahrt wies auf die Bestrebungen der Stadt hin, sich als Logistikzentrum Nr. 1 in Europa zu profilieren. Westfalenhütte, Hafen, neuer Containerumschlag in Huckarde („KV-Anlage“), Rewe, Tedi, neue Gewerbegebiete in Wickede, Ikea in Unna - die Lkw-Dichte werde in Zukunft deutlich zunehmen. 640 Firmen seien in Dortmund mehr oder minder im Bereich Logistik tätig. Allein auf der Westfalenhütte werbe der Großlogistiker „Garbe“ mit einer Hallenfläche von insgesamt 207 000 Quadratmetern, die bis 2014 geschaffen werde. „Das alles bedeutet deutlich mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Abgase und weniger Lebensqualität im Nordosten“, so Auffahrt. Für die Bürgerinitiative stehe fest: Die Verlängerung der L 663n gen Unna müsse aus Landessicht Lkw-tauglich und damit vierspurig sein.

Von Alexander Ebert


Kommentare
Aus dem Ressort
Bürgerinitiative kämpft gegen Windkraftanlagen
Brechtener Niederung
Großer Widerstand gegen Ökostrom: Die "Bürgerinitiative zum Erhalt der Brechtener Niederung" wehrt sich gegen den geplanten Bau von Windrädern im Stadtteil. Dabei argumentiert sie mit dem Umweltschutz - und macht mit außergewöhnlichen Mitteln auf sich aufmerksam.
Fahrerin trifft nach Tod von Dreijährigem wohl keine Schuld
Straßenbahn-Unglück
Die Ermittlungen der Polizei zum tödlichen Stadtbahn-Unfall an der Evinger Straße sind abgeschlossen. Das Ergebnis: Die Stadtbahn-Fahrerin von DSW21 ist nicht für den Tod eines dreijährigen Jungen verantwortlich, der zwischen zwei gekoppelte Waggons gestürzt, mitgeschleift und so getötet worden war.
Toter Dreijähriger: Stadtbahn-Fahrerin trifft keine Schuld
Ermittlungen zu Unglück...
Die Ermittlungen der Polizei zum tödlichen Stadtbahn-Unfall an der Evinger Straße sind abgeschlossen. Das Ergebnis: Die Stadtbahn-Fahrerin von DSW21 ist nicht für den Tod eines dreijährigen Jungen verantwortlich, der zwischen zwei gekoppelte Waggons gestürzt, mitgeschleift und dadurch getötet worden...
Caritas schafft Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen
Neubau auf Minister Stein
Integration auf der Zeche: Mehr als 38.000 Dortmunder sind arbeitslos. Rund 3000 von ihnen sind als schwerbehindert registriert. Die Caritas baut jetzt ein neues Betriebsgebäude an der Minister-Stein-Allee in Eving, um diesen Menschen einen Arbeitsplatz zu geben.
Zweigstelle an der Nierstefeldstraße schließt
Dietrich-Bonhoeffer-Grund...
Die Zweigstelle der Dietrich-Bonhoeffer-Schule an der Nierstefeldstraße schließt. Das hat die Stadt in dieser Woche offiziell gemacht: Die Grundschule existiert zum neuen Schuljahr also nur noch am Standort "Derner Kippshof".
Fotos und Videos
Jungs bleiben draußen: Das war die Sporterlebnisnacht für Mädchen
Bildgalerie
Fotostrecke
AWO-Olympiade
Bildgalerie
Fotostrecke
Evinger Frühling
Bildgalerie
Fotostrecke
3. AWO-Lauf in Asseln
Bildgalerie
Fotostrecke