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Quartiersentwicklung

Neue Impulse für Alt-Scharnhorst

21.09.2011 | 18:23 Uhr
Neue Impulse für Alt-Scharnhorst
Spielszene auf der Rüschenstraße: Damit Alt-Scharnhorst eine Zukunft hat, analysierte die Stadt Stärken udn Schwächen und macht viele Verbesserungsvorschläge. Foto: Jochen Linz

Scharnhorst. Alt-Scharnhorst gilt als Problemzone im Stadtgebiet. Zwar bietet der Siedlungsbereich, einst durch Kohle und Stahl geprägt, viele Qualitäten. Doch die Defizite überwiegen. Deshalb hat die Stadtverwaltung einen „Rahmenplan“ erstellt. Er enthält viele Impulse, die Alt-Scharnhorst aufwerten sollen.

Was ist zu tun, um das Wohngebiet fit für die Zukunft zu machen? Welche Stärken ließen sich stärken, welche Schwächen nach und nach ausmerzen? Hier die Entwicklungsziele:

 Die Versorgung des Quartiers (Einkaufen, Ärzte etc.) muss gesichert werden.

 Das Angebot von öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht schlecht, ließe sich aber verbessern.

 Alt-Scharnhorst ist einer der benachteiligten Orte („Sozialraum“) im Stadtgebiet. Deshalb muss das Angebot an Beratung und Betreuung ausgebaut werden.

 Das Quartier bietet viel Freiraum und Grün. Es gilt, Flächen für Freizeit und Erholung auszubauen, um die Wohn- und Lebensqualität zu heben.

Der Rahmenplan umfasst 35 DIN-A-4-Seiten. Hier einige wichtige Punkte.

Alt-Scharnhorst hat kaum Freiflächen für Wohnungsneubau. Um so wichtiger: Es muss in den Bestand investiert werden. Ein Großteil der Wohnungsbestände liegt in den Händen weniger Wohnungsgesellschaften. Diese Firmen gilt es zu gewinnen.

Ein Schlüsselprojekt ist der Abriss der alten Stahlskelettsiedlung mit anschließendem adäquaten Neubau am Brüggenfeld/Bellwinkelhof. Dies ist die einzige größere Entwicklungsfläche. Würde hier in Qualität investiert, wäre das auch für andere Eigentümer ein Signal, den Standort Alt-Scharnhorst zu stärken.

Zu den fünf bereits erstellten Gebäuden mit barrierefreien Mietwohnungen kommen derzeit drei weitere hinzu, die alle in diesem Jahr bezugsfertig werden. Für den östlichen

Teil des Grundstücks zwischen Brüggenfeld und Am Bellwinkelhof sowie für das

Grundstück nördlich der Straße Brüggenfeld laufen derzeit die Planungen. Noch bestehen

hier verschiedene Überlegungen. Auf jeden Fall soll über ein gemischtes Angebot eine gute Sozialstruktur im Quartier erreicht werden.

Weitere Maßnahmen: Renaturierung der Bachläufe, parallel geführte Fuß- und Radwege sowie weiterer barrierefreier Wohnungsbau kämen dem demographischen Wandel entgegen. Um Baulücken zu schließen, sollten Eigentümer aktiv angesprochen und motiviert werden.

Begrüßenswert: Die Sanierung der Alt-Immobilie an der Ecke Rüschenstraße/ Wambeler Holz. Dringlich ist jedoch auch die Aufwertung des Grundstücks an der Ecke Wambeler Heide. Hier sollte kurzfristig das Gespräch mit der Eigentümerin gesucht werden.

Die Ansiedlung des Netto-Marktes war ein wichtiger Schritt, um ein Stück Grundversorgung in Alt-Scharnhorst sicherzustellen. Nun muss es darum gehen, die Kleinanbietern zu halten und punktuell aufzuwerten, um die Friedrich-Hölscher-Straße als lebendige Mitte des Quartiers zu stabilisieren. Aktives Leerstandsmanagement, Gestaltung des öffentlichen Raumes, mehr Aufenthaltsqualität, Aufwertung der Freifläche sind wichtige Ziele.



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