Das aktuelle Wetter Dortmund 9°C
Alternativlösung

Neue Forensik am Stadtrand Lünen-Dortmund?

22.11.2012 | 19:02 Uhr
Grenzgebiet Lanstrop/Lünen: Das Land NRW prüft, ob das Ackerland Im Erlensundern Forensik-Standort werden könnte.Foto: Dietmar Wäsche

Lanstrop/Lünen.   Dortmunds Nordosten in Aufregung: Das Land NRW prüft nämlich die Lüner Fläche Im Erlensundern Ecke Am Burhag als möglichen Standort für eine Forensikklinik - also nur wenige Meter von Lanstrop entfernt. Für OB Sierau ein unausgegorener Plan.

Der tiefe Nordosten in Aufregung: Das Land NRW prüft nämlich die Lüner Fläche Im Erlensundern Ecke Am Burhag als möglichen Standort für eine Forensikklinik - also nur wenige Meter von Lanstrop entfernt.

Eigentlich sollte die Lüner Forensik auf die Zechenbrache Victoria I/II. Doch dagegen formierte sich in der Nachbarstadt massiver Widerstand. Gestern bestätigte das NRW-Gesundheitsministerium, eine Alternativfläche zu prüfen, die unmittelbar an Lanstrop grenzt. Wie Sprecher Christoph Meinerz erklärte, sei sein Ministerium nach der Bürgerversammlung am 30. Oktober im Lüner Hansesaal auf „Im Erlensundern“ aufmerksam gemacht worden. Es habe einen „vertraulichen Hinweis an die Ministerin gegeben“, ließ Meinerz wissen. Diesem gehe das Ministerium nun nach.

Rundgang am Dienstag

Experten des Landes und NRW-Maßregelvollzugsbeauftragter Uwe Dönisch-Seidel haben die Fläche „Im Erlensundern“ am Dienstag dieser Woche bereits inspiziert. Mit dabei war nach eigener Aussage Lünens Stadtwerke-Chef Dr. Achim Grunenberg. Die 7 Hektar große Fläche an der Stadtgrenze zu Lanstrop gehört der Stadtwerke-Tochter SLG (Stadtwerke Lünen Grundbesitz GmbH & Co. KG). Grunenberg zufolge hätten die Fachleute die Fläche nur angeschaut, nicht vermessen.

Forensik in Lünen

In der gestrigen Mitteilung der Stadt heißt es bereits: „Nach Auskunft des Ministerbüros sei diese Fläche nach erstem Augenschein ebenfalls für den Bau einer Forensik geeignet“. Dies wollte Ministeriumssprecher Christoph Meinerz gestern weder bestätigen noch dementieren. „Wir prüfen noch.“ Im Erlensundern sei im Landgerichtsbezirk Dortmund die einzige Fläche, die als Alternativstandort zurzeit geprüft werde.

Kritik wurde seitens der Stadt Lünen wegen der Umstände laut. Von der Prüfung eines Alternativstandortes erfuhr die Verwaltungsspitze erst auf Nachfrage. In der Kritik steht auch Stadtwerke-Chef Dr. Achim Grunenberg, weil er die Verwaltungsspitze nicht informierte. Unterdessen wertete die Bürgerinitiative „Lünen ohne Forensik“ die Nachricht aus Düsseldorf als gutes Signal. Das sieht man in Dortmund ganz anders.

Dortmunder Stimmen

Bürger protestieren gegen Forensik

Die Nachricht machte am Vormittag schnell die Runde. OB Ullrich Sierau, am Donnerstag den ganzen Tag unterwegs, ließ über seinen Sprecher Udo Bullerdieck ausrichten: Der Standort sei unausgegoren. Insgesamt mache das Verfahren in Lünen einen chaotischen Eindruck. Dortmund habe mit seiner Forensik in Aplerbeck gute Erfahrungen gemacht. Eine zweite Einrichtung brauche aber keine Stadt.

Auch Scharnhorsts Bezirksbürgermeister Rüdiger Schmidt zeigte sich nicht gerade amüsiert: „Wir haben schon eine Forensik in Aplerbeck und wir haben ähnliche Einrichtungen im Bezirk Scharnhorst. Das reicht. Aus Lüner Sicht ist natürlich die Randlage für eine Forensik besser als der Innenstadtbereich. Aber St. Florian hilft uns nicht weiter.“ Lanstrops SPD-Vorsitzender Wilhelm Most erfuhr ebenfalls am Vormittag von dem Lüner Alternativvorschlag. „Ich habe sofort alle einschlägigen Entscheidungsträger einschließlich des Oberbürgermeisters und der Landtagsabgeordneten Nadja Lüders benachrichtigt; ich hoffe, dass wir in Kürze einen Termin finden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.“ Im Erlensundern sei durch die Lage „de jure Lüner Gebiet, de facto aber Dortmund“. Most weiter: „Der Zipfel ist während der kommunalen Gebietsordnung wohl mal vergessen worden, Dortmund zuzuschlagen.“

Von Andreas Gruber und Alexander Ebert



Kommentare
23.11.2012
08:05
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.11.2012
23:36
Neue Forensik am Stadtrand Lünen-Dortmund?
von xxyz | #2

Auf den Landkarten sieht es danach aus, dass eine weitere Grünfläche in umittelbarer Nähe von Lanstrop verschwinden soll. Nach der Autobahn, der Müllhalde würde dann auch der Osten Lanstrops mit Bauwerken, die keiner haben will, umgeben werden.

Hier muss Dortmund eingreifen, damit nicht weitre Grünflächen verschwinden.

22.11.2012
23:29
Neue Forensik am Stadtrand Lünen-Dortmund?
von mellow | #1

NICHTS spricht dagegen.

Aus dem Ressort
Gemeinnützige Organisationen können von Strafverfahren profitieren
Ungleicher Geldsegen
Richter und Staatsanwälte verteilen jedes Jahr in Dortmund nicht unerhebliche Summen an gemeinnützige Vereine und Verbände. Dabei haben die Staatsdiener ziemlich freie Hand. Ergebnis: Das Füllhorn wird über die Organisationen sehr unterschiedlich ausgeschüttet. Das Verfahren ist alles andere als...
Stadt plant neue Wohnsiedlung
Ehemaliges Bergstadion
Auf der Fläche des ehemaligen Bergstadions im Bereich Winterkampweg/Probstheidastraße möchte die Stadt unter dem Namen "Wohnsiedlung Am Eckey" 28 Wohnungen und ein Seniorenheim errichten. Die Bebauungspläne beschäftigten die Bezirksvertretung Eving.
64 Jahre alte Fußgängerin von Auto erfasst
Schwer verletzt
Bei einem Verkehrsunfall an der Rauschenbachstraße ist eine 64-jährige Dortmunderin gestern schwer verletzt worden. Sie wollte offenbar die Straße überqueren und wurde dabei von einem Auto erfasst.
Spielplatz: Diskussion über Renovierung
Hallesche Straße
Der verwahrloste Spielplatz an der Halleschen Straße ist wieder zum Diskussionsthema geworden. Eltern hatten über den schlechten Zustand des Spielplatzes geklagt. Jetzt will der Bezirksbürgermeister Innenstadt-Ost Abhilfe schaffen.
Sicherungsverwahrung für rückfälligen Vergewaltiger
Sexualstraftäter
Acht Jahre Haft plus anschließende Sicherungsverwahrung: Das Dortmunder Landgericht hat im Fall Klaus-Gerd B. hart durchgegriffen. Der 31-Jährige hatte im Oktober 2013 in Dortmund-Kirchderne eine Frau auf einem Feldweg vergewaltigt. B. befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade erst 20 Tage in Freiheit.
Fotos und Videos
Apfelfest auf dem Hof Mertin
Bildgalerie
Fotostrecke
Tuner-Charity in Wickede
Bildgalerie
Fotostrecke