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Nächtliche Trinkgelage am Hellweg

13.06.2012 | 23:00 Uhr
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Nächtliche Trinkgelage am Hellweg
ARCHIV: Jugendliche trinken fuer eine Fotoillustration in Muenster unter einer Bruecke aus Bierflaschen (Foto vom 18.10.07). Naechtliche Trinkgelage auf Spielplaetzen und Schulhoefen, auf Parkplaetzen und in Parkanlagen: Auch in diesem Sommer werden oeffentliche Alkoholexzesse insbesondere junger Menschen zum Stadtbild in nordrhein-westfaelischen Staedten gehoeren. Der Staedte- und Gemeindebund spricht von einem "virulenten Dauerproblem". Dennoch ist ein generelles Alkoholverbot zu spaeter Stunde oder an bestimmten Plaetzen kein Thema in den Rathaeusern, wie eine ddp-Umfrage ergab. (zu ddp-Text) Foto: Michael Gottschalk/ddp

Dortmund.   Jugendliche treffen sich nachts und hinterlassen Müll und Scherben. Noch haben Gemeinden und Polizei das Problem nicht gelöst – aber zumindest verbessert: „Ein Licht am Horizonz“ ist schon zu sehen.

Müllberge, Glasscherben, Ruhestörung und Sachbeschädigung – im Sommer 2011 schlug Pfarrer Ulf Schlüter Alarm. Sogar eine Belohnung von 100 Euro setzte die Evangelische Gemeinde für sachdienliche Hinweise aus, um der nächtlichen Trinkgelage im Bereich der Luther-Kirche Herr zu werden. Ein Jahr später fällt die Bilanz durchwachsen aus.

Nein, das Geld habe sich niemand durch Hinweise verdient. „Damit habe ich allerdings auch nicht ernsthaft gerechnet“, räumt Schlüter ein. Dennoch sieht der Geistliche Licht am Horizont. Rein gefühlsmäßig sei die Situation etwas besser geworden. „Wir hatten ein paar Wochen, in denen es etwas ruhiger war, etwa im Mai.“ Ein Ort der Ruhe sei der Bereich am Asselner Hellweg indes nicht geworden. Und so spricht Schlüter denn auch von einem Gewöhnungseffekt, der bei den Anwohnern in gewissem Maße eingesetzt haben könnte.

Denn es gibt sie nach wie vor, die Spontanzusammenkünfte von 30 bis 40 jungen Leuten, speziell am Wochenende. Geblieben sind dementsprechend unliebsame Nebenprodukte wie Müll und Glasscherben. „Das hat man immer wieder“, sagt Pfarrer Schlüter.

Gesamtproblematik reduziert

Für „nicht endgültig gelöst“ hält auch die Polizei das Problem der nächtlichen Versammlungen. Allerdings sei es im Laufe der Jahre gelungen, die „Gesamtproblematik deutlich zu reduzieren“, so ein Polizeisprecher gegenüber unserer Zeitung. Eine enge Kooperation mit dem Ordnungsamt, gezielte Ansprachen durch Jugendkontaktbeamte oder auch Platzverweise hätten Erfolge gezeitigt. Sollte in den Sommermonaten wieder eine Ausweitung des Problems feststellbar sein, könne man erneut verstärkt zu diesen Mitteln greifen.

Keinen Grund zur Entwarnung sieht derweil Rocco Macchia. Die Situation sei noch immer „ganz schlimm“, sagt der Inhaber des „Da Rocco“ am Asselner Hellweg. Die Jugendlichen würden mitunter randalieren, so sei etwa seine Terrassenbegrenzung aus Glas demoliert worden. Auf 3000 bis 4000 Euro schätzt der Restaurantinhaber seinen Schaden. „Vor allem weibliche Gäste haben mittlerweile Angst, nach draußen zu gehen“, erzählt Macchia. Und auch von anderer Stelle droht der Pizzeria Ungemach: Seine Versicherung, sagt Macchia, denke über eine Kündigung nach, sollte es zu weiteren kostspieligen Vorfällen kommen.

Von Stephan Lamprecht

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