Nachbarn wollen Ehepaar nächtliches Rauchen auf Terrasse verbieten

Zwei Familien wollen erreichen, dass ihre Nachbarn auf der Terrasse nach 21 Uhr nicht mehr rauchen dürfen.
Zwei Familien wollen erreichen, dass ihre Nachbarn auf der Terrasse nach 21 Uhr nicht mehr rauchen dürfen.
Raucherstreit am Gartenzaun: Zwei Familien wollen erreichen, dass ihre Nachbarn auf der Terrasse nur noch zu bestimmten Stunden qualmen dürfen.

Dortmund-Grevel.. In Grevel ist ein erbitterter Raucherstreit am Gartenzaun ausgebrochen. Am Montag wurde sogar das Gericht eingeschaltet. Zwei Familien wollen erreichen, dass ihre Nachbarn auf der Terrasse nur noch zu bestimmten Stunden qualmen dürfen. Die weigern sich jedoch. Jetzt soll ein "Schnupper-Test" helfen.

Der Streit war vor ungefähr zwei Jahren eskaliert. Damals hatten sich gleich zwei Familien beschwert, dass ihnen der Zigarettenrauch vom Haus ihrer Nachbarn direkt in die Schlafzimmer ziehe. "Wir können nachts die Fenster nicht mehr öffnen", sagte einer der Betroffenen vor Gericht. "Das stinkt erbärmlich." Sein Vorschlag: In Zukunft solle auf der Terrasse nur noch zu bestimmten Zeiten gequalmt werden. Die letzte Kippe müsse spätestens um 21 Uhr ausgedrückt werden. Genau davon will das Raucher-Ehepaar aber nichts wissen.

"Nur 16 Zigaretten am Tag"

Nach eigenen Angaben würden sie zusammen pro Tag gerade mal 16 Zigaretten rauchen. "Das ist doch alles nicht der Rede Wert", sagte Dirk D. im Prozess. Außerdem rauche er schon immer auf der Terrasse. Und im Winter sei er ohnehin nicht draußen. Dann rauche er in der Küche - wegen der Kälte.

Doch auch das passt seinen Nachbarn nicht. Von dort wird der Qualm nämlich über die Dunstabzugshaube nach draußen getragen. Weiterer Streitpunkt: die Räucherstäbchen im Garten.

Parallelen zu einem anderen Raucher

Wie es weitergeht, ist unklar. Die Richterin will sich nun auf jeden Fall erst einmal selbst ein Bild machen und plant einen "Schnupper-Test" in Grevel. Danach muss möglicherweise ein teures "Qualm-Gutachten" in Auftrag gegeben werden.

Der Fall erinnert an den Raucher Friedhelm Adolfs. Weil er in der Wohnung zu viel qualmen würde, wollte ihn seine Vermieterin hinaus werfen. Doch das Gericht entschied zuletzt, dass ihre Aussagen nicht genügend bewiesen seien.