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Machen Bürger der Bahn Beine?

12.08.2012 | 09:00 Uhr
Machen Bürger der Bahn Beine?

Kurl.   Kulrs Bahnhof befindet sich seit Jahren in einem miserablen Zustand. Viele Versuche, das denkmalgeschützte Gebäude zu einer modernen Adresse zu entwickeln, scheiterten an der Bahn. Nun sagten SPD und CDU der Initiative „Pro Bahnhof Kurl“ ihre Unterstützung zu.

Glücklich ist die Bürgerinitiative „Pro Bahnhof Kurl“ nicht über die Nachricht der Bahn AG, das Eingangsgebäude verkaufen zu wollen. Die Bahn möge ihren Verpflichtungen als Eigentümerin nachkommen und den Bahnhof modernisieren, sagt Herbert Niehage, einer der drei Kurler Streiter. Seine Bürgerinitiative im Aufbau erhält unterdessen viel Beifall von der Politik.

Niehage reagierte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung auf die jüngste Aussage der Bahn, wonach sie den Verkauf des Gebäudes vorbereite. „Das könnte auch eine Hinhaltetaktik sein. Die Bahn müsste ihr eigens Gebäude doch kennen. Aber wenn es stimmt, das sie verkaufen will, wäre uns das nicht recht. Die Bahn soll lieber investieren. Zum Beispiel in einen Aufzug.“ Niehage würde es lieber sehen, wenn nicht ein Privater sondern die Stadt das Haus erwerben könnte. „Auf dieser Basis ließe sich ein tragfähiges Konzept erarbeiten, wie es in Reken, Unna und Schwerte-Ergste geschehen ist.“ Ein privater Investor, insbesondere von Auswärts, bringe möglicherweise nicht die nötige Liebe zu der Örtlichkeit mit.

Inzwischen meldeten sich auch SPD und CDU zu Wort. Beide beklatschen die Bürgerinitiative.

„Die Ziele der Bürgerinitiative sind richtig und nachvollziehbar“, so die SPD. Die bauliche Sanierung, die Herstellung der Barrierefreiheit, die Wiederherstellung der Sicherheit für die Bahnkunden und die Aufwertung des Bahnhofumfeldes in Kurl stehen auch für die SPD Husen-Kurl ganz oben auf der Prioritätenliste für den Bahnhof Kurl“. Der marode Zustand sei schon oft Thema in der Bezirksvertretung gewesen. Immer wieder sei die Bahn aufgefordert worden, Abhilfe zu schaffen. Die SPD macht der Bürgerinitiative Mut: Es könne ihr durchaus gelingen, den nötigen Druck auf die Bahn aufzubauen, damit diese endlich handle.

Die CDU Kurl/Husen begrüßt ebenfalls das Engagement und bietet ihre Unterstützung an. „Wenn wir der Initiative helfen können, wollen wir das sehr gerne tun. Über viele Jahre wurden durch verschiedene Akteure eigentlich schon alle Register gezogen, leider erfolglos. Wenn die Initiative politische Hilfestellung brauchen kann, stehen wir sehr gerne bereit, um zu helfen“, so Uwe Waßmann, Vorsitzender der CDU Kurl/Husen. Allerdings erwarte er ebenso dicke Bretter für die Aktion wie sie die politischen Parteien und Gremien schon immer vorgesetzt bekommen haben.

„Das dickste Brett ist die Bahn als Eigentümerin. Sie hat mehrfach schriftlich mitgeteilt, dass sie selber kein Interesse daran hat, das Gebäude zu sanieren.“ Die Bahn gebe ein schlechtes Vorbild ab: Sie fühle sich durch ihr Eigentum nicht in der Pflicht, bitte lieber den Steuerzahler zur Kasse.

Von Alexander Ebert


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