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Laser-Licht-Technik aus Wickeder Wunderkiste

03.08.2012 | 10:00 Uhr
Laser-Licht-Technik aus Wickeder Wunderkiste

Wickede.  Die Lissotschenko Mikrooptik GmbH beschäftigt in Wickede aktuell230 Mitarbeiter, 2011 erwirtschaftete Limo, so die Kurform, einenUmsatz von rund 21 Millionen Euro. Deren Mikrochips stecken in Elektronik, Mechanik und Glasscheiben. Wir schauten bei der geheimen Fertigung zu.

Handys, Computer oder Kameras: Viele Geräte, die heute mit einem Mikrochip arbeiten, wurden mit Lasertechnik „Made in Dortmund“ produziert. Die Lissotschenko Mikrooptik GmbH, kurz Limo, stellt in Wickede nicht nur stecknadeldünne Linsen her, sondern baut inzwischen auch Lasersysteme für größere Anwendungen. Und: Limo macht noch viel mehr als Technik für Computerchips.

„Unser Gründer ist ein ungeduldiger Mann.“ Paul Harten steht im schwarzen Anzug, mit schwarzen Schuhen und einer Brille auf der Nase zwischen den Limo-Ausstellungsstücken. Managing Director Harten nennt Vitalij Lissotschenko, den Namensgeber der Firma, meist „unser Gründer“. Harten erzählt, wie Lissotschenko vor 20 Jahren die Firma gründete. „Er hat die ersten Optiken in einem Koffer aus Russland mitgebracht.“ Heute sind diese Optiken, Linsen in einer Größe zwischen haarfein und pfannkuchengroß nur noch ein Teil des unternehmerischen Erfolgs bei Limo.

Anfang ohne Lasertechnik

Die Lasertechnik war im Anfang des Unternehmens kaum verbreitet. „Unser Gründer hat dann gesagt: Wenn es für die Leute schwer zu verstehen ist, wofür man Laser baut, dann bauen wir sie halt selbst.“

Paul Harten betätigt einen Knopf an einem etwa ein Meter langen Gerät. Vorne geht ein roter, runder Lichtstrahl hinein. Hinten kommt ein roter, eckiger Lichtstrahl heraus. Die „Wunderkiste“, wie sie Harten nennt, homogenisiert den Laser, formt ihn so, wie ihn die Industrie benötigt. Denn dort wird ein präziser, rechteckiger Strahl benötigt.

Aber was macht man mit solchen Lasern? „Alles, was sich durch Wärmeanwendung verbessern lässt, wird so Ressourcen schonender bearbeitet“, sagt Paul Harten. „Dann muss man es nicht in den Ofen stellen.“ Denn dort, so erklärt er weiter, würde nur ein Hundertstel der verbrauchten Energie auch genutzt. Mit einem Laser lasse sich die Wärme viel besser nutzen – etwa die Hälfte der eingesetzten Hitze käme so an das gewünschte Ziel.

Präzise und sauber: Das ist die Devise von Limo. In der Produktion nahe dem Flughafen gibt es zwei Abteilungen. Die eine ist nicht so sauber. „Da ist es schmutzig. Da spritzt es und schwappt es“, sagt Harten. Hier werden die Optiken produziert, in Form gebracht und poliert. Acht Arbeitsschritte sind nötig, um die großen pfannkuchengroßen Platten zu fertigen. Manche werden dann in die kleinsten Einheiten aufgebrochen.

In der anderen Abteilung werden die Komponenten für Lasersysteme gebaut. Hier geht es zu wie in einem Labor: Die Menschen tragen weiße Overalls, die fast alles abdecken. Sie haben blaue Gummihandschuhe an den Händen, tragen dicke Schutzbrillen und einen Mundschutz. Alles muss sitzen. „In diesen Räumen können wir die einzelnen Partikel in der Luft zählen“, sagt Harten, denn nur ein einziges Staubkorn auf einer Linse oder Diode kann den gesamten Laserapparat beschädigen.

Warnung vor unsichtbarem Laser

An einigen Türen hängen Warnschilder. Die Laser sind – anders als in manchen Hollwoodstreifen dargestellt – unsichtbar. „Wenn man da reinguckt, ist das Auge kaputt“, warnt Paul Harten. Niemand darf in den Raum, wenn die Warnlampe über der Tür leuchtet, denn der Laser ist nicht nur für die Augen gefährlich. „Man kann sich da auch böse verbrennen.“

Beide Bereiche Optik- und Systemherstellung sind inzwischen gleich wichtig für das Unternehmen. Neben der Elektronik, die unter anderem auch in der Fernbedienung eines Autoschlüssels vorkommt, gibt es noch andere Bereiche. So lassen sich mithilfe der Laser auch feine medizinische Schnitte durchführen, dicke Bleche schneiden oder feine Ecken schweißen. Dabei entstehen Schweißnähte, die mit dem menschlichen Auge schon nicht mehr sichtbar sind.

Zusätzlich lassen sich durch die Bearbeitung auch Oberflächen manipulieren. Aktuell wird Limo-Technik beispielsweise in einer Glasfabrik eingesetzt. Durch die Bearbeitung mit Lasern kommt weniger Wärme durch eine Fensterscheibe. Ein anderer Ansatz zur Wärmeisolierung: Anstatt das Rollo herunterzulassen, einfach gelaserte Scheiben nutzen.

300 Patente und Betriebsgeheimnis

Wie genau die Arbeit aussieht, soll geheim bleiben. Außenstehende dürfen nicht hinein. Die Industriespionage sei zu gefährlich. Nicht nur, weil Limo am Weltmarkt führend ist und mehr als 300 Patente hält, sondern auch, weil Limo weiter in Forschung und Entwicklung investiert. Solarzellen und Fernseher stehen auf dem Plan für die nächsten Jahre.

Oliver Körting



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