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Lanstroper Kritik an Lünens Forensik-Vorgehen

15.12.2012 | 06:00 Uhr
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Lanstroper Kritik an Lünens Forensik-Vorgehen
Auf dieser Fläche in Lünen-Niederaden, angrenzend an Lanstrop, könnte "Im Erlensundern" eine Forensik gebaut werden.Foto: Dietmar Wäsche

Lanstrop.   Aus allen Dortmunder Reaktionen auf die derzeitige Entwicklung in Sachen Forensik am möglichen Ersatzstandort Erlensundern lässt sich herausfiltern: große Verärgerung. Das ist noch untertrieben, zumal auch Kraftausdrücke fallen.

Aus Lünen war am Freitag zu erfahren, dass sich die Stadt als definitiv gesetzten Forensik-Standort sieht. Dort geht man zwar von Victoria 1/2 aus, es sei denn, die verabredete Prüfung (spätestens Ende Januar 2013 abgeschlossen) ergibt, Erlensundern an der Stadtgrenze sei gleich oder besser geeignet. Laut Lünens Verwaltung würde eine technische Erschließung der Fläche nahe Lanstrop, sollte sie das NRW-Gesundheitsministerium denn wollen, auch über Lüner Gebiet funktionieren. Dortmunder und Kamener Flächen wären wohl nicht betroffen.

Lanstrops SPD kritisiert massiv das Lüner Begehren. Sie wirft den Nachbarn vor, durch den Besuch des Ältestenrates in Düsseldorf und der in Lünen tätigen Bürgerinitiative den Neubau einer Forensik quasi auf Dortmunder Gebiet „voranzutreiben. Das Verhalten des Rates und der Stadtspitze in Lünen halten wir für charakterlos“, so Ortsvereinsvorsitzender Willi Most.

Dortiger Widerstand habe veranlasst, „eine Lösung zu suchen, die andere, in diesem Fall alle Lanstroper, belastet und sie selbst entlastet.“ Most sieht in den Äußerungen der Kirchen zur Versachlichung das Prinzip „Gesundbeten“ nach dem Motto: „Ist doch alles nicht so schlimm... Und weil es so ist, schenken wir im Rahmen praktizierter Nächstenliebe diese wunderbare Einrichtung den Lanstropern. Welch eine Scheinheiligkeit!“

Lanstrops SPD ist gespannt, wie sich Ministerin Steffens (Grüne) bei der Prüfung des Standortes verhalten wird. Dann sollte ihr klar werden, dass es sich im Erlensundern um einen Teil eines größeren zusammenhängenden Landschaftsschutzgebietes handelt. Das vergleichsweise unberührte Gebiet biete heimischer Fauna und Flora ein unwiderbringliches Refugium, das eine grüne Ministerin mit Sicherheit nicht ohne eigene („für sie noch nicht übersehbare“) politische Folgen „dem Begehren einiger Anhänger des St.-Florian-Prinzips opfern kann oder will“.

Briefe und Protest

Den Naturschutz führt auch SPD-Ratsvertreter Bruno Schreurs ins Feld. Nachdem er mit Bezirksbürgermeister Rüdiger Schmidt über OB Sierau einen Brief an Steffens weitergeleitet habe (diese Schreiben soll auch Landesmutter Hannelore Kraft vorliegen), ist er nun mit Dortmunds BUND im Gespräch. Die Naturschützer sollen untersuchen, inwieweit Natur- und Tierschutz gegen eine Forensik in dieser Grünschneise sprechen. „Der juristische Berater hat Lünens Bürgerinitiative erklärt, dass der Naturschutz die einzige Möglichkeit zur Verhinderung einer Forensik sei. Das sollte für Erlensundern umso mehr als für die alte Zeche Victoria gelten.“

In Dortmunds Rathaus bleibt es vorerst bei der Verärgerung, „dass wir an dem Verfahren weiterhin überhaupt nicht beteiligt werden“, sagte Pressesprecher Udo Bullerdieck. „Sollte es auf eine Lösung im Erlensundern hinauslaufen, werden wir uns nicht einfach fügen.“

Wie Lanstrops SPD. Most: „So geht es nicht! Wir werden uns wehren. Die Einrichtung einer Forensik auf einem Gebiet, das lediglich de jure Lünen gehört, de facto jedoch Lanstrop zuzurechnen ist und fast ausschließlich Lanstrop belastet, werden wir gemeinsam mit dem Stadt- und Unterbezirk der SPD in Dortmund sowie den Verantwortlichen in Bezirksvertretung, Rat und Verwaltung bekämpfen.“

Von Steffen Gerber

Kommentare
15.12.2012
17:54
Lanstroper Kritik an Lünens Forensik-Vorgehen
von Do-Derne | #2

Es würde sich doch die Fläche der einem. Zeche Gneisenau anbieten. rund 90.000m2. Die Altlasten sind bereits tief in der Erde entsorgt..weiteres Argument: Es wären sichere Arbeitsplätze anstelle die der eines Autohofes.

15.12.2012
08:41
Lanstroper Kritik an Lünens Forensik-Vorgehen
von xxyz | #1

Die Grünen mit ihren eigenen Waffen schlagen?
In diesem Fall ist das nachvollziehbar. Es sind die letzten Freiflächen der Städte, und es gibt genug alte Firmengelände etc. Außerdem ist die Region durch die Müllberge schon genug belastet.

Die Grünen sind in Sachen Tierschutz ja noch ziemlich konsequent.

Wenn man lange sucht, findet man doch bestimmt einen Hamster, Käfer oder Frosch.

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