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L 663n-Fortsatz kostet 10. Mio. €

18.10.2012 | 17:53 Uhr
L 663n-Fortsatz kostet 10. Mio. €
Die Weiterführung der L 663n bis zur Dortmunder Straße würde rund 10 Mio. Euro kosten.Foto: Planungsamt Dortmund

Im Nordosten. Die Verlängerung der L 663n gen Unna von der Asselner bis zur Dortmunder Straße würde das Land mindestens zehn Mio. Euro kosten. Hinzu käme ein Betrag der Stadt Dortmund für innerörtliche Anpassungen, der unbekannt ist. Aktuell arbeite das Land an der Studie zur Umweltverträglichkeit. Danach werde die Linie gen Unna festgelegt.

Diese Angaben machte Stadtrat Martin Lürwer gegenüber der Ratsfraktion „Die Linke“. Die hatte Anfang Februar einen Fragenkatalog zu dem umstrittenen Straßenbauprojekt formuliert - und erhielt jetzt eine viereinhalbseitige Antwort aus der Verwaltung. Hier die wichtigsten Auszüge.

Die Zeitschiene

Der Stadt Dortmund sei nicht bekannt, wann mit dem Bau begonnen werden soll. Das bestimme der Verlauf des Verfahren (ggf. Klagen von Umweltverbänden) und der Finanzlage des Landes.

Die Kosten

Die Kalkulation des Landes stammt aus dem Jahre 2005; sie bezifferte die Investition für den Ausbau von der Asselner Straße allein bis zur Dortmunder Straße auf 9,5 Mio. Euro inklusive des Lärmschutzes. Hinzu kommen Kosten für die Stadt Dortmund, dass sie Anpassung am örtlichen Straßennetz vornehmen lassen wird. Diese Kosten werden nicht beziffert.

Die Entlastung

Die Stadt gibt die Entlastung des Hellwegs mit 3 400 bis 5 700 Fahrzeugen pro Tag an. Diese Zahlen basierten auf einer Verkehrsuntersuchung 2009/2010 durch ein externes Ingenieurbüro aus Bochum. Diese liege aktuell vor. Danach werde eine Verkehrsmenge - je nach Hellweg-Abschnitt - von 12 000 bis 16 400 Fahrzeugen pro Tag prognostiziert. Die Anbindungen Pleckenbrink und Eichwaldstraße werden laut Stadt „nicht weiterverfolgt“.

Die Belastung

Die Verlängerung würde täglich rund 18 500 Fahrzeuge zwischen Dortmunder und Wickeder Straße aufnehmen und rund 24 000 Fahrzeuge zwischen Wickeder und Asselner Straße (laut Verkehrsuntersuchung aus 2009/2010).

Die Zubringer

Welche Verkehrsentwicklung wird für den geplanten Zubringer Wickeder Straße in Husen (Kreuzung Flemerskamp) und in Wickede (Zufahrt Aldi/Rewe-Parkplatz und Kreuzung Ebbinghausstraße) prognostiziert? Auf diese Frage der Linken antwortete Stadtrat Lürwer: Die Wickeder Straße zwischen Lohheide und L 663n wird eine Zunahme um 2500 Fahrzeuge pro Tag erwartet, in der Wickeder Straße zwischen Hellweg und Ebbinghausstraße eine Zunahme um rund 800 Fahrzeuge pro Tag.

Abnahmen ergeben sich laut Stadt auch im Flemerskamp bis zu 2 800 Fahrzeuge pro Tag, in der Husener Straße und der Lohheide um jeweils 1 900 Fahrzeuge/Tag.

Die Verkehrsabnahme

Die Stadt räumt ein, dass „an fast allen Straßenquerschnitten im Stadtgebiet“ „deutliche Verkehrsabnahmen zu verzeichnen“ seien. Gründe hierfür seien: Abnahme der Bevölkerung, Umstieg auf Bus, Bahn, Fahrrad, demographischer Wandel (Senioren fahren weniger). Der Brackeler Hellweg sei durch den Bau der L 663n deutlich entlastet worden.

Der Lärm

Verkehr macht auch Lärm. Deshalb wollte „Die Linke“ wissen, ob bei der jüngsten Instandsetzung des Wickeder Hellwegs lärmschluckender Asphalt verbaut wurde. Stadt Lürwer berichtet, dass zwar „lärmmindernder Gussasphaltbelag“ eingebaut wurde (Lärmminderung etwa drei dB (A) - lärmoptimierter Asphalt (LOA 5 D) hätte sich nicht wegen des Straßenbahnverkehrs, der vielen Quernähte und Handeinbauten; die gewünschte Lärmminderung hatte sich nicht ergeben.

Würde der gesamte Hellweg in Asseln und Wickede mit lärmabsorbierendem Asphalt ausgestattet, ergäbe sich eine Lärmminderung des Straßenverkehrs um etwa drei dB (A). Der Straßenbahnlärm würde dadurch aber nicht reduziert.

Die Kosten für den Umbau der Hellwegstrecke von rund 3,5 Kilometern Länge würde etwa bei etwa 1,5 Mio. Euro liegen, teilt Lürwer auf Nachfrage „Der Linken“ weiter mit.

Alexander Ebert

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Kommentare
19.10.2012
22:58
L 663n-Fortsatz kostet 10. Mio. € + wieviel mehr?
von Knuth | #2

"Hinzu kommen Kosten für die Stadt Dortmund, dass sie Anpassung am örtlichen Straßennetz vornehmen lassen wird. Diese Kosten werden nicht beziffert."
Eine Zunahme von 3.400 Fahrzeugen, eine Abnahme von 4.700 Fahrzeugen.
Wenn man der Prognose glaubt, gäbe es also eine Entlastung von 1.400 Fahrzeugen, auf mehrere Straßen verteilt.
"Die Verlängerung würde täglich rund 18 500 Fahrzeuge zwischen Dortmunder und Wickeder Straße aufnehmen und rund 24 000 Fahrzeuge zwischen Wickeder und Asselner Straße." Gibt es diesen Verkehr bereits, oder wird er durch die neue Straße erst entstehen? Wenn es so ist: Wohin weicht der Verkehr bei Staus aus? Richtig: auf die "alten" Wege. Reichen die Lärmschutzwände in Hohenbuschei? Halten Lärmschutzwände Abgase ab? Diese Fragen stelle ich mir als besorgter Anwohner. Mein Fazit: Ein sehr zweifelhaftes Projekt, zumal durch die Trasse eine Naturlandschaft
unwiederbringlich zerschnitten würde. Ich würde mich freuen über Antworten.

19.10.2012
12:02
L 663n-Fortsatz kostet 10. Mio. €
von ClaraKorn | #1

10 Millionen für dieses sinnvolle Projekt zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur? Das ist ja weniger als die Hälfte der über 20 Millionen, die das Jugendamt aktuell "versemmelt" hat und nur eine Jahresrate (10,2 Millionen) für die Betriebskosten des U-Turms. Dumm nur, dass die dort und anderswo verschleuderten Gelder (U-Turm) für solche Projekte nun fehlen!

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