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Kurl stand Kopf beim Volksfest

09.09.2012 | 16:54 Uhr
Kurl stand Kopf beim Volksfest
Kurler Volksfest: Die Attrappe wird ins Festzelt getragenFoto: Helmut Matzanke

Kurl.   Das Ritual ist über 400 Jahre alt und hat sich längst modernen Tierschutzgedanken angepasst. In Kurl wurde jetzt wieder eine Gänseattrappe geköpft.

Schon seit dem Jahre 1923 ist das traditionelle Gänse-Köppen in der katholischen Gemeinde St. Johann Baptista, unterbrochen in den Kriegsjahren, ein Volksvergnügen, das seines Gleichen im Dortmunder Nordosten sucht. Im Zwei-Jahres Rhythmus lädt die Kolpingfamilie der Gemeinde groß und klein zu diesem Fest ein. Nun war es wieder soweit und für vier Tage hieß es „Kurl steht kopf“.

SPD zeigt sich treffsicher

Bis zum heutigen Tage erfreut sich das Fest einer großen Beliebtheit. Es war jetzt das 48. Mal, dass sich im Festzelt an der Greveler Straße eine große Gemeinde zum Mitfeiern einfand. Der Tradition verpflichtet, steht am Anfang der vier tollen Festtage zum Auftakt jeweils ein Fußball-Elfmeterschießen, an dem in diesem Jahr 18 Vereine und Gruppen aus dem Kurl-Husener Raum teilnahmen und das vom örtlichen SPD Ortsverein gewonnen wurde. Für die kleinen Bürger arrangierten die Kolpingschwestern und -brüder einen bunten Kindernachmittag, der von dem bekannten Kinderliedermacher Martin Hörster gestaltet wurde. Am Abend hieß es Rock und Pop mit der Cover-Band „Undercover Crew“, die das Festzelt beinahe aus der Verankerung riss. Die Volksfeststimmung neigte sich am Samstag ihrem Höhepunkt entgegen. Im Festzelt, bis zum letzten Platz besetzt, konzentrierten sich die Blicke der Gäste zur Bühne, wo sich die Bewerber im fairen Wettkampf um den Kurler Gänsekönig-Titel unter der musikalischen Begleitung der Heimatklänge Bergkamen stritten.

War es bis zum Jahre 2002 eine bereits geschlachtete Gans, die ihren langen Hals schlaff aus einem Korb, der von zwei Personen getragen wurde, hängen ließ, musste diese in den folgenden Jahren durch eine künstlich hergerichtete Gänse-Attrappe, die auch diesmal im Mittelpunkt des Geschehens stand, ersetzt werden. Kann beim Wettkampf einer der Bewerber mit einem stumpfen Messer und mit einem kräftigen Schlag den Hals vom Rumpf der Gans trennen, steht der neue Gänsekönig fest.

Erfolg beim 69. Schlag

In diesem Jahr ist es Uwe Schröer, der beim 69. Schlag den Hals von der Gänse-Attrappe trennte und nun den Gänsekönig-Titel tragen darf. Mitregentin wird Birgit Wehn sein. Beide werden von ihren Vorgängern, Königin Kathrin I und Prinzgemahl Olaf I, den Regentenstab übernehmen und für zwei Jahre in der Obhut eines zuvor gewählten Hofstaates, angefangen vom Kanzler, einem Minister für Kurler Fragen, bis hin zum Familien- und Außenmister, das Zepter über das Kurler Reich schwingen dürfen.

Dann wieder Schlager-Party mit den Fetenkrachern Frank Chagall und DJ Mallorca Andy sowie mit Thorsten K. und seiner Wendler-Double-Show auf höchstem Niveau. Nach einem ökumenischen Gottesdienst im Festzelt am Sonntagmorgen zogen Regentenpaar und Hofstaat mit dem Festzug bei hochsommerlichen Temperaturen durch Kurl. Beim anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken und Tanzvergnügen ließ die Kolpingfamilie Kurl dieses 48. Volksvergnügen ausklingen.

Von Helmut Matzanke


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