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Kirchderne ist guter Torball-Gastgeber

28.10.2012 | 17:22 Uhr
Kirchderne ist guter Torball-Gastgeber
Die Mannschaft von Viktoria Kirchderne.Foto: Knut Vahlensieck

Kirchderne.   ISC Viktoria Kirchderne richtete am Wochenende den Torball-Weltcup für Blinde und Schwerstsehbehinderte in der Brügmann-Halle aus. Das Turnier verlief zur vollsten Zufriedenheit der Veranstalter. Und sportlich überzeugten vor allem die Gastgeberinnen.

Torball der Spitzenklasse: Blinde und Schwerstsehbehinderte europäischer Landesmeister zeigten beim Weltcup in Dortmund, wie attraktiv ihre Sportart für Zuschauer ist.

Um den Blindensport besser kennenzulernen oder einschätzen zu können, konnte am vergangenen Wochenende der Torball-Weltcup in der Brügmann-Sporthalle bestaunt werden. Schirmherr war Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Angemeldet waren Teams aus sieben Ländern, darunter Deutschland, die Schweiz, Österreich, Belgien, Frankreich, Italien und Russland. Absagen mussten die Moldawier aus politischen Gründen.

Für jene, die es nicht wissen: Beim Torball treten zwei Mannschaften gegeneinander an, diese bestehen aus je drei Mitgliedern. Die Tore sind sieben Meter breit und 1,40 Meter hoch. Auf der Mitte des Spielfeldes sind drei Leinen gespannt, diese befinden sich auf einer Höhe von 40 Zentimetern. Ziel des Spiels ist, den Ball mit aller Kraft unter den Leinen hindurch ins gegnerische Tor zu befördern, während die andere Mannschaft eine Barriere bildet. Damit die Sehbehinderten den Ball wahrnehmen können, macht dieser Geräusche. Denn hier sei das „Hören das Sehen“, erklärt Bodo Champignon, Vorsitzender des Ballspielvereins Viktoria Kirchderne und Organisator. Die Brügmann-Sporthalle wurde ausgewählt, da diese von der Stadt kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde.

Kommen und zuschauen konnte jeder, der wollte, denn auch der Eintritt war frei. „Wir sind stolz, den Weltcup in Dortmund ausrichten zu können“, meinte Champignon begeistert. Viele Bürger machten von diesem Angebot Gebrauch und schauten in der Brügmann-Halle vorbei, um sich selbst einen Eindruck von dieser Sportart machen zu können. „So hätte ich mir das nicht vorgestellt“ – diesen Satz hörte Vorsitzender Bodo Champignon dabei immer wieder. „Natürlich hätte der Publikumszuspruch immer noch etwas größer sein können“, gibt der Mann vom Ballspielverein Viktoria Kirchderne zu. Grundsätzlich sei er aber „höchst zufrieden“ mit dem Verlauf des Turniers, das auf insgesamt drei Plätzen ausgetragen wurde.

Platz zwei für Kirchdernes Frauen

Äußerst spannend ging es dabei mitunter in den einzelnen Partien zu. „Himmelhoch jauchzend oder sehr betrübt“ sei die Stimmung bei den Sportlern je nach Ergebnis gewesen, so Champignon nach drei erlebnisreichen Tagen: Nachdem am Freitag alles aufgebaut und die Gäste begrüßt worden waren, stand der Sport im Mittelpunkt. Am Sonntagnachmittag dann die Höhepunkte: Bei den Frauen schafften es die Gastgeberinnen bis ins Finale, hatten dort beim 2:9 aber keine Chance gegen Turniersieger Vorarlberg VBSC. Dritte wurde Russlands Nationalteam vor ASCND Marseille. Im engen Teilnehmerfeld der Herren kam Kirchderne auf Platz 5, im Endspiel triumphierte BSS Tirol 5:1 über ViGe Waasland. Platz drei ging an VSG Frankfurt vor Lisieux.

So umkämpft jedoch die Spiele zum Teil waren, so fair ging es auf und abseits des Platzes zu – nicht nur bei der gemeinsamen Zusammenkunft in der Bürgerhalle des Rathauses. „Die Spieler wissen sich gegenseitig wertzuschätzen“, stellte Champignon im Verlauf des Turniers fest. „Es ging stets sehr anständig zu.“ In dieser Hinsicht, ist der Vorsitzende überzeugt, könnten die Torballerinnen und Torballer auch Vorbildcharakter für Sportler ohne Handicap haben.

Lena Lahne und Stephan Lamprecht



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