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Kein Augenarzt in Wickede, aber zu viele in Dortmund

10.11.2012 | 12:00 Uhr
Kein Augenarzt in Wickede, aber zu viele in Dortmund
Während es in Dortmund mehr Augenärzte als eigentlich zugewiesen gibt, steht eine Praxis in Wickede seit mehr als sieben Monaten leer.Foto: Karl Dittrich

Wickede.   Speziell ältere Patienten am Hellweg ärgern sich über eine seltsame Verteilung: Seit sieben Monaten gibt es keinen Augenarzt in Wickede, in Dortmund dagegen herrscht diesbezüglich eine Überversorgung. Ein Problem ist fehlender Nachwuchs.

Laut Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) ist Dortmund in Sachen Augenärzten überversorgt. Keine Statistik ohne Aber: In Wickede gibt es seit dem 31. März 2012 keinen einzigen mehr, nachdem Dr. Anselm Cornelius Meder seine Praxis am Hellweg altersbedingt geschlossen hat.

Die Patienten weichen seit mehr als sieben Monaten nach Asseln oder Brackel aus, was Seniorenbeiratsmitglied Reinhard Preuß vor allem für ältere Bürger als „katastrophal“ einstuft. In Brackel wiederum gebe es laut Preuß lange Wartezeiten. Einen weiteren Eindruck, dass zudem die Praxis am Asselner Hellweg krankheitsbedingt oft geschlossen sei, kann KVWL-Sprecherin Mona Dominas nicht bestätigen: „Wir haben von dort keine längeren Krankheitsmeldungen erhalten.“

Keine Nachfolger in Wickede

Die Vertreterin der Kassenarzt-Vereinigung mit Sitz in Dortmund kann den Ärger der Bürger nachvollziehen („Das sollte nicht sein“), verweist aber auf fehlende Handhabe. Der Gesetzgeber sehe für 20.440 Bürger einen augenärztlichen Sitz vor. Bei 580.956 Einwohnern dürften hier rund 28 Augenärzte praktizieren. Tatsächlich seien es stadtgebietsweit aktuell 38 medizinische Optiker, daraus ergibt sich die Überversorgung von 131 Prozent. Dazu berichtet Dominas von Nachwuchsproblemen (24% der Dortmunder Augenärzte sind älter als 60 Jahre), weshalb auch noch kein Nachfolger in Wickede parat stehe.

Der Ball liegt in Berlin

„Erst mit einem neuen Versorgungsstrukturgesetz der Bundesregierung könnten wir flexibler verfahren, die neue Bedarfsplanung tritt aber erst 2013 in Kraft“, so Dominas, die hoffnungsvoll nach Berlin blickt. Denn: Die Vereinigung kann trotz genügend Augenärzten keinen geographisch versetzen. Alles müsse man stadtweit sehen und kann nicht auf einen Stadtteil heruntergebrochen werden. „Daher kann es durchaus sein, dass die Verteilung statistisch stimmt, es gefühlt vor Ort aber anders aussieht“, sagt Dominas und hofft, dass die KVWL den Bedarf bald an die Realität anpassen kann.

Aktuell bleibt hiesigen Patienten nur die Hoffnung, dass beim Ausschreibungsverfahren für Wickede ein Augenarzt den Zuschlag erhält.

Steffen Gerber


Kommentare
10.11.2012
12:52
Kein Augenarzt in Wickede, aber zu viele in Dortmund
von m.birr | #1

".....daraus ergibt sich die Überversorgung von 131 Prozent.
...
...in Dortmund dagegen herrscht diesbezüglich eine Überversorgung. Ein Problem ist fehlender Nachwuchs."

Jaa nee iss klar. In Dortmund gibt es wegen fehlenden Nachwuchs eine Überversorgung.

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