Jagd im Naturschutzgebiet

Friedlich tummelten sich sieben Kanadagänse den Sommer über am Pleckenbrinksee, erfreuten mit ihrer grazilen Art zahllose Spaziergänger. Doch dann zerrissen plötzlich Schüsse die Stille an dem Gewässer - und um die Gänse war es geschehen.

Wickede.. Zu einem kleinen Paradies für Wasservögel hat sich der Pleckenbrinksee entwickelt. Da passt eine Jagd Ende September, bei der sieben Kanadagänse geschossen wurden, überhaupt nicht ins Bild. Durch Rückfrage bei der Verwaltung fanden die Brackeler Bezirksvertreter heraus, dass der Abschuss nicht rechtens war.

Die Sozialdemokraten hatten angefragt, ob denn am Pleckenbrinksee die Jagd erlaubt sei. Denn dem stehe doch der Paragraph 61 des Landschaftsgesetzes entgegen, der das Beunruhigen, Fangen, Verletzen oder Töten wildlebender Tiere verbiete.

Gewässer droht umzukippen

In seiner Antwort an die Bezirksvertretung (BV) schildert Stadtrat Martin Lürwer, dass die städtischen Gewässer regelmäßig durch Vogelkot verschmutzt würden. Die Folge sei, dass die Seen und Teiche bei starker Erwärmung im Sommer "umkippten". Die Sauerstoffknappheit führe zu einem Fisch- und Wasservogelsterben.

Da die Parks nur eingeschränkt bejagt werden könnten, habe die Untere Jagdbehörde die Jagdpächter aufgefordert, die Gänsejagd im Außenbereich während der Jagdzeit zu verstärken. So sollte eine starke Vermehrung der Gänsepopulation verhindert werden. Vor diesem Hintergrund habe Ende September eine Jagd auf Wasservögel am Pleckenbrinksee stattgefunden. Dabei wurden sieben Kanadagänse erlegt.

Bergsenkungsgewässer

Der Dezernent zeichnet ebenfalls die Unter-Schutz-Stellung des Bergsenkungsgewässers nach. Der ursprüngliche Beschluss des Rates der Stadt Dortmund, Flora und Fauna am Pleckenbrinksee zu schützen, stammt aus dem Jahre 2010. Dieser sei verlängert worden, so Lürwer weiter, und habe bis zum 21. Oktober 2014 gegolten. Deshalb hätten die Jäger Ende September noch nicht auf die Gänse schießen dürfen.

Freiwilliger Verzicht

Der Stadtrat bedauert den Vorfall und teilt den Ortspolitikern mit, dass die Jagdpächter freiwillig dazu bereit erklärt hätten, bis zum 31. März 2015, also in der Wanderzeit der Zugvögel, keine weitere Jagd am Pleckenbrinksee durchzuführen. Die Stadt strebt eine dauerhafte Unter-Schutz-Stellung des Gebietes an.