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Igel leben auf dem Friedhof – man sieht sie nur nicht

29.07.2012 | 06:00 Uhr
Igel leben auf dem Friedhof – man sieht sie nur nicht

Wambel.   Dortmunds oberste Igelschützerin widerspricht Zweiflern, dass Igel nicht auf dem Hauptfriedhof in Wambel zu sehen sind: Sie erscheinen normal erst sehr spät bei Dunkelheit. Und verletzte Tiere kommen hauptsächlich aus privaten Gärten.

Keine Igel auf dem Dortmunder Hauptfriedhof? „Diese Aussage von Pfarrer Dick aus Asseln stimmt ganz und gar nicht“, kontert Rosemarie Adam von der Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund. Hintergrund sind entsprechende Zweifel, die ein Pfarrer geäußert hat. Die Tierschützer hatten zuvor – wie berichtet – eine Infotafel sowie Behausungen für die Tiere aufgebaut.

Dass Igel nicht zu sehen sind, liege vielmehr an ihrer Lebensweise. „Sie sind nachtaktiv und Deckungstiere. Heißt: Sie kommen normal erst sehr spät bei Dunkelheit aus ihren Nestern und überqueren nicht freiwillig eine freiliegende Fläche“, weiß Rosemarie Adam. Somit seien sie für die meisten Besucher des Friedhofes schlicht unsichtbar. Zudem hänge der Verein seine Arbeit „nicht an die große Glocke“. Denn neugierige Spaziergänger sollen gar nicht wissen, wo die Tiere genau leben und diese stören.

Tiere leben gut Am Gottesacker

Dennoch: „Des öfteren erhalten wir Anrufe, dass man auf dem Friedhof eine Nest mit Jungen gefunden hat.“ Daraus schließen Rosemarie Adam und ihre Mitstreiter, „dass es Igel gibt, die dort gut leben und sich verpaaren. Große Igel, die uns schon mal vorgestellt werden, sind meist gut in Futter“.

Stichwort Laubbläser & Co.: „Wir bekommen kaum verletzte Tiere von Friedhöfe“, sagen die Tierschützer. Solche kommen vielmehr aus hauseigenen Gärten. Dazu liefert Adam folgende Zahlen: „Im Jahr 2010 kamen 213 schwerverletzte Igel zu uns, davon sind 105 verstorben oder mussten eingeschläfert werden. 2011 waren es 129 Tiere, wovon es 75 Tiere nicht schaffen konnten.“ Primäres Ziel sei es, Menschen zu sensibilisieren. „Die Schautafel auf dem Hauptfriedhof kann zumindest aufmerksam machen für das Thema Igel.“



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