Das aktuelle Wetter Dortmund 25°C
Gestaltung

Hoesch-Trasse als Wanderweg in Dortmunder „Eisenzeit“

10.08.2012 | 17:11 Uhr
Hoesch-Trasse als Wanderweg in Dortmunder „Eisenzeit“
Immer an der Leitung entlang: Interessierte Bürger machten sich in dieser Woche auf der alten Hoesch-Bahntrasse von Körne zum Phoenix-See auf den Weg. Die Gichtgasleitung verläuft parallel zu den knapp vier Kilometern. Fotos: Anja Cord

Körne.  Bei der ersten Begehung des künftigen Wanderwegs zwischen Körne und Hörde wurde klar: Die ehemalige Hoesch-Bahntrasse zwischen Scharnhorst und dem Phoenix-See ist ein Paradebeispiel für das Wechselspiel Mensch-Natur. Die Bürger sollen Pläne zur Gestaltung miterarbeiten.

Sie ist ein Paradebeispiel für das andauernde Wechselspiel zwischen Mensch und Natur - die ehemalige Hoesch-Bahntrasse zwischen Scharnhorst und dem Phoenix-See. Wo die Montanindustrie einst Meter für Meter abrang, um auf Schienen den flüssigen Stahl aus dem Dortmunder Norden nach Phoenix-Ost zu befördern, holt sich seit dem Ende der „Eisenzeit“ das Grün seinen Lebensraum zurück. Bis 2015 soll dort nun ein öffentlicher Fuß- und Radweg entstehen, der beides bietet: ein industrielles Kulturdenkmal und ein naturbelassenes Naherholungsgebiet. Am Donnerstagabend lud die SPD zu einer Begehung der Trasse ein. Rund 100 Bürger gingen mit.

„Großstadtdschungel“

Es bedurfte dabei zwar noch keiner Machete, um den schmalen Pfad entlang von Wohnsiedlungen, Schrebergärten, Bundesstraße und Gartenstadtvillen zu durchqueren; dennoch ist der Einfluss der jahrelangen Ruhe heute nicht zu übersehen: Schon nach wenigen Metern gewinnen Moos, Brombeerranken und Farne die Überhand und begraben das bahn-typische Schotterbett und einzelne Gleisstücke unter sich. „Großstadtdschungel“ gewinnt hier eine ganz neue Bedeutung. An die graue Vorzeit erinnern nur das Gichtgasrohr, das als ständiger Begleiter links entlang der Strecke verläuft.

Ansonsten ist das sprichwörtliche Gras hier wahrhaftig über die Sache gewachsen. Selbst viele alteingesessene Körner erinnern sich kaum noch an den alten Güterbahnhof, an dem die Begehung startete. Diesem Erinnerungsverlust soll das neue Projekt begegnen und den Dortmundern die Möglichkeit bieten, ihre Stadt wiederzuentdecken.

Gestaltung ist noch offen

Mehr als lose Ideen zur genauen Inszenierung der Strecke gibt es von Seite der Stadt zwar noch nicht, dennoch sind die Umgestaltungsabsichten „jetzt keine Vision mehr, sondern real“, versichert OB Ullrich Sierau. 14 Millionen Euro will der Regionalverband Ruhr aufwenden, um den Pfad auszubauen. Zur genauen Ausarbeitung soll ab dem Winter eine Planerwerkstatt mit Bürgern, Vereinen und Jugendgruppen eingerichtet werden. Die Wanderung sollte hierfür Startschuss sein - zur Inspiration anregen.

Ideen hat bereits der Körner Kultur- und Kunstverein. In einem Konzept für den Pfad schlägt er einen „Bewegungspark“ für alle Generationen auf Höhe der Paderborner Straße samt barrierefreiem Übergang nach Wambel vor. Eine jüngst entdeckte Waggon-Drehscheibe könnte zudem zum Industriedenkmal werden, Brückenpfeiler zu Kletterwänden. Entwürfe, die SPD-Ratskandidat Heinz-Dieter Düdder „durchaus bejaht“.

Gestört wird der idyllische Gesamteindruck von der Strecke nur durch die regelmäßigen Anblicke der städtischen Verwüstung, die unter Überführungen wie der B1-Brücke herrscht. Hier liegen Autoreifen neben muffigen Kinderwagen und Kondome zeugen davon, dass nicht nur der ein oder andere Geo-Casher (also ein moderner Schnitzeljäger) hier ein verstecktes Plätzchen gefunden hat. SPD und Umweltverband Grüner Kreis mahnen deshalb zu Nachhaltigkeit: „Wir dürfen die Instandhaltung dieses fantastischen Projekts bei der Planung auf keinen Fall vergessen“, so Ingo Klammer.

Von Fabian Rasem


Kommentare
Aus dem Ressort
Wasserrohrbruch legt Straße in Körne eine Woche lahm
Am Zehnthof
Ein Wasserrohrbruch bringt derzeit den Fahrplan der Buslinie 452 durcheinander. Weil die Straße "Am Zehnthof" wegen Reparaturarbeiten nach dem Rohrschaden noch bis Freitag gesperrt ist, müssen die Busse Umleitungen fahren. Zwei Haltestellen fallen weg.
Evinger bekommt Briefe mit Haftandrohungen
Bürokratischer Fehler
Plötzlich hielt er ein Schreiben zur Erzwingungshaft in den Händen: Marco Zarth bekam ein Knöllchen wegen Fahrens ohne Sicherheitsgurt. Im selben Umschlag erhielt er aber noch zwei Schreiben - die an Fremde adressiert waren, und denen wurden bereits Haftstrafen angedroht, weil sie ihre Bußgelder...
Mann unter Klimaanlage eingeklemmt
Feuerwehr-Einsatz
Ein ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehr Dortmund: Am Sonntagmittag ereilte sie die Meldung: "Eingeklemmte Person unter Klimaanlage".
Protestantin (37) wirbt für katholische Frauengemeinschaft
Lanstroperin als Model
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) will sich für frischen Zuwachs interessant machen und wirbt mit eigenen Mitgliedern als Models. Eine von ihnen ist Protestantin und 37 Jahre alt. Silvia Lüning aus Lanstrop ist das neue Gesicht der kfd.
Mann muss aus Auto geschnitten werden
Bayrische Straße
Schwerer Unfall in Eving: An der Bayrischen Straße sind am Freitagmittag zwei Autos kollidiert. Vier Personen wurden dabei laut Polizei verletzt. Ein Schwerverletzter musste von der Feuerwehr aus seinem Auto geschnitten werden. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort.
Fotos und Videos
AWO organisiert Schachturnier
Bildgalerie
Fotostrecke
Der Abenteuerspielplatz feiert die Ferien
Bildgalerie
Fotostrecke
Die Sommerferien an der Blue Box
Bildgalerie
Fotostrecke
Fußballprojekt Trixitt in Eving
Bildgalerie
Fotostrecke