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Harter Beruf mit guten Aussichten

22.01.2013 | 18:00 Uhr
Harter Beruf mit guten Aussichten
Bettina Bettenbrock mit den angehenden Pflegern Nils Fuhrmann und Jessica Koslowski (Mitte).Foto: Knappschaftskrankenhaus

Brackel.   Sicherer Arbeitsplatz und vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten: Die Perspektive stimmt für angehende Krankenschwestern, auch im Knappschaftskrankenhaus in Brackel. Ein harter Beruf mit guten Aussichten.

Der Begriff Krankenschwester gehört im offiziellen Sprachgebrauch zwar der Vergangenheit an, doch für angehende Gesundheits- und Krankenpflegerinnen, wie sie korrekt heißen, lohnt sich der Blick nach vorne. „Kaum eine andere Auszubildende hat so gute Zukunftsaussichten wie die Gesundheits- und Krankenpflegerin“, sagt Matthias Dieckerhoff. Er sollte es wissen, denn als Pflegedirektor des Klinikums Westfalen ist Dieckerhoff Chef von 600 Pflegekräften im Knappschaftskrankenhaus Dortmund in Brackel und der Klinik am Park in Lünen-Brambauer.

Die guten Perspektiven der Gesundheits- und Krankenpflegerin bestehen in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft aus sicheren Arbeitsplätzen, vielfältigen Aufstiegsmöglichkeiten und einer umfassenden dreijährigen Ausbildung. Voraussetzung für die Ausbildung ist ein Realschulabschluss oder bei Bewerbern mit Hauptschulabschluss eine abgeschlossene Lehre.

Bettina Bettenbrock begleitet die Auszubildenden des Klinikums Westfalen durch die Ausbildungszeit. Ihr Rat an alle Interessenten: „Jede bzw. jeder tut gut daran, zuvor ein Praktikum in einem Krankenhaus zu machen, denn dann wird auch klar, dass es eine harte und anstrengende, aber auch schöne Arbeit ist.“

Voraussetzungen

Wer die Ausbildung anstrebt, sollte nach Meinung der Azubi-Chefs zuverlässig sein, einen gesunden Ordnungssinn haben und gern mit Menschen arbeiten. Kontakt zu den Patienten haben Pflegende rund um die Uhr. Rund um die Uhr sei wörtlich zu nehmen, denn Pflegefachkräfte arbeiten im Schichtdienst, gemeinsam mit Ärzten und eigenen Aufgaben nach dem erfolgreichen Ausbildungsabschluss, auch Examen genannt. „Dabei werden die Fertigkeiten, die während der praktischen Ausbildung im Krankenhaus, und das Wissen, das im Westfälischen Ausbildungsinstituts für Gesundheitsberufe erworben wurde, geprüft“, erklärt Bettina Bettenbrock.

„Viel Selbständigkeit erlaubt“

Jessica Koslowski etwa ist im dritten Ausbildungsjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Westfalen tätig. „Ich habe mich für die Ausbildung entschieden, weil mir der Kontakt mit erkrankten Menschen liegt, der Beruf viel Selbständigkeit erlaubt, aber auch viel Verantwortung abverlangt“, sagt sie. Derzeit wird Koslowski auf der Station A1 (Urologie und Kinderurologie) am Knappschaftskrankenhaus in Brackel ausgebildet. Dort gibt es zwei Praxisanleiterinnen, die ihr die Aufgaben erklären, teilweise auch während der Nachtschicht. „Einmal“, erzählt Jessica Koslowski „habe ich eine 98-jährige Patientin im Frühdienst gefragt, ob sie nicht mal duschen möchte. Die Patientin sagte mir, dass sie noch nie in ihrem Leben geduscht hätte, und empfand das Duschen dann als sehr angenehme und schöne neue Erfahrung. Die Freude der Patientin hat mich an dem Tag richtig angesteckt.“

Medizinisch findet Koslowski Wundbehandlungen am spannendsten, „wegen ihrer Vielfalt“. Deshalb möchte sie nach ihrer Ausbildung zunächst „auf einer chirurgischen Station arbeiten“ und sich dann zur Wundmanagerin weiterqualifizieren.

Fast 5000 Azubi-Stunden

Die Ausbildung gliedert sich in 2500 Praxis- und 2300 Theoriestunden. Ausbildungsbeginn sind jeweils der 1. September und nun auch, seitdem das Knappschaftskrankenhaus dem Ausbildungsverbund des Institutes beigetreten ist, der 1. April eines Jahres. Die Auszubildenden bewerben sich nicht mehr wie früher in den sechs Krankenhäusern, die das Institut tragen, sondern direkt beim Westfälischen Ausbildungsinstitut für Gesundheitsberufe in Lünen (ehemals Zentrale Krankenpflegeschule Lünen).

In dem Ausbildungsinstitut findet die theoretische Ausbildung der Nachwuchskräfte statt. In Kooperation mit den Fachhochschulen Münster und Hamburg bietet das Institut auch einen dualen Studiengang Pflege an, bei dem praktische Ausbildung und Studium ineinandergreifen und die Auszubildenden neben der pflegerischen Ausbildung auch eine akademische Qualifikation erwerben können. Die praktische Ausbildung der angehenden Krankenschwestern findet überwiegend in Krankenhäusern und psychiatrischen Kliniken in Dortmund und Lünen statt. Während ihrer Ausbildung verdienen die Auszubildenden derzeit monatlich zwischen 875 und 1030 Euro, je nach Lehrjahr.



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