Grüne hadern mit einem Autohof
26.05.2011 | 16:10 Uhr 2011-05-26T16:10:00+0200
Derne.Die Gewerbeansiedlungen entlang der neuen Gneisenau-Allee werden in der Bezirksvertretung Scharnhorst einmütig begrüßt. Kleine Ausnahme: Die Grünen bleiben skeptisch gegenüber einem Autohof auf der ehemaligen Brache. Sie befürchten negative Nebenwirkungen.
Vize-Bezirksbürgermeister Markus Scheffler (Fraktionskollege Raphael Frebel fehlte) war im Vor-Ort-Parlament jetzt der Einzige, der die geringfügige Modifizierung des B-Plans Scha 133 (Gneisenau-West) und einen Beschluss zur Öffentlichkeitsbeteiligung nicht empfehlen wollte. Er stößt sich weiter daran, dass hier – neben Logistikbetrieben – auch Planrecht für einen Autohof geschaffen werden soll. „Unsere Position hat sich bis heute nicht verändert“, betonte Scheffler. Durch den Autohof seien „Irritationen für die Umgebung zu erwarten“, sagte der Grüne. Zwar sei auch er für gute Rahmenbedingungen für Lkw-Fahrer, doch gebe es „in Dortmund mehrere Flächen, wo das besser umsetzbar wäre“.
Straßenstrich? Die Mehrheit winkt ab
Seine konkrete Befürchtung ist: Prostituierte könnten dort ihre Dienste anbieten. Es sei durchaus möglich, „dass sich der Straßenstrich dorthin begeben könnte“ – nach der Schließung in der Nordstadt.
Ein Szenario, das die anderen Fraktionen in der Bezirksvertretung nicht fürchten: Heike Gottwald (SPD) sieht den geplanten Autohof als „absolute Notwendigkeit“. Etwa die Derner Straße sei heute oft „zugebaut mit Lkw“, zudem verrichteten manche Brummifahrer ihre Notdurft in freier Natur. Und für „notwendig“ hält den Autohof auch CDU-Sprecher Thomas Offermann. Ansiedlungen auf Gneisenau fänden prinzipiell „die absolute Zustimmung“ der Christdemokraten – wegen der Arbeitsplätze. Zudem müssten Lkw-Fahrer die Möglichkeit erhalten, sich in Sachen Ruhepausen auch an Gesetze zu halten – dafür schaffe der Autohof eine Voraussetzung. Offermann hat vollstes Vertrauen, dass die Polizei die Entwicklung eines Straßenstrichs hier unterbinden werde. Und Thomas Carl (FDP) verweist auf durchgeführte Standortanalysen: Für einen Autohof sei „Gneisenau durchaus geeignet“. Wobei: „Noch hat sich kein Interessent gefunden, der den Autohof betreiben will“, weiß der FDP-Fraktionssprecher.
Bau- und Gartenmarkt einstimmig befürwortet
Während die geringfügige Änderung des B-Plans Gneisenau-West länger diskutiert wurde, gab es zur Modifizierung des B-Plans Scha 130/1-2 keine Debatte: Einstimmig empfahl die Bezirksvertretung erneut, dass auf Gneisenau-Ost südlich eines Einkaufszentrums auch Planrecht für einen Bau- und Gartenmarkt geschaffen werden soll – samt frühzeitiger Beteiligung der Öffentlichkeit.
Der Ratsausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung Wohnen und Immobilien (AUSWI) entscheidet darüber am 8. Juni.
09:12
Ich ergänze xxyz noch, von oben der Flugverkehr über Derne, am letzen Sonntag (05.06.) besonders aktiv. Und die Grünen haben Recht mit ihrer Befürchtung, dass sich die Prostitution breit macht. Wurde ja bestätigt mit dem Artikel in der WR, was der käufliche Sex jetzt ohne die Ravensbergerstraße machen..sie suchen die Kundschaft auf den Autohöfen..das ist wohl auch von den Politikern mit Arbeitsplätze schaffen gemeint...es ist im übrigen nicht die Angst vor dem käuflichen Sex die umgeht. Es sind die Begleiterscheinungen. In Essen geht es doch. Die Politik macht sich überhaupt keine Gedanken und rufen in alter Manier nach der Exikutiven, wenn es schief geht. Anstatt der Regulierungswut, wie sie in Deutschland üblich ist, an dieser Stelle freien Lauf zu lassen.. Außerdem vermisse ich Handfeste Argumente für einen Autohof, als absolut notwendig und dem abgedroschenen Thema Arbeitsplätze Es werden eh nur Jobs mit Niedriglohn und Zeitverträge angeboten und dann werden meist noch unsere ausländischen Mitbürger ausgebeutet.(Ganz im Sinne der Klientel von CDU und FDP?, Stichwort Hoteliers?) Im übrigen sollte alle sich mal mit Handfest Tatsachen beschäftigen wie z.B. der Größe des Autohofs. Bei einem Hinweisschild auf der A2 sind mind. 100 LKW Plätze notwendig. Und ohne das Hinweisschild rechnet sich der Autohof nicht...Davon spricht keiner...Lärmemission in Summe durch Eisenbahn / B236n / Flugverkehr und den LKW Verkehr kein Wort...Wird vor dem Beschluss mal über Gutachten nachgedacht? Im übrigen ist der Standort an der Abfahrt Bergkamen viel geeigneter. Dort wird gerade ein Gewerbegebiet erschlossen. Direkt an der Abfahrt...
11:38
Ui, ich bin ein Terrorist! Steht gleich die GSG9 vor der Tür?
Vorsicht mit solchen Äußerungen, xxyz! Das kann auch nach hinten losgehen!
11:28
Das seltsame an der Angst vor käuflichem Sex ist, das viele sich abwenden aber immer willige Kunden vorhanden sind. Da es einzelne gibt die beiden Gruppen angehören kann man nur sagen das die sexuelle Revolution wohl gescheitert ist. Prüderie findet man aber immer nur bei anderen anstößig. Um sich selber moralisch in ein wohlgefälliges Licht zu rücken darf man dann nach dem surfen im Internet auch mal gerne die Nase rümpfen. Schließlich sind es ja die LKW-Fahrer die dafür bekannt sind, dass sie diese Dienste in Anspruch nehmen.
Doppelmoral, die Frauen dadurch in Gefahr bringt, dass sie in die Illegalität getrieben werden ist zwar keine in Deutschland unbekannte Tugend, aber dadurch nicht weniger verachtenswert.
Schön das man sich hinter seinen biederen Verbalmoralesken verstecken kann, weil man selber ja nicht in dieser Situation ist, das man sich an viele Männer verkaufen muss.
20:19
Der Norden wird von den LKWs terrorisiert. Die Autobahnen werden nicht genutzt. B54 und Kemminghauser/Grävingholzstr. sind Hauptachsen für den mautfreien Verkehr, die die Bevölkerung gefährden. Es gibt viele Schulwege.
Die Ansiedlung von einem Logistikcenter nach dem anderen führt dazu, dass das Einkommensniveau weiter abfällt und dass die Belastungen der Stadtteile steigern.
Damit wird der Norden endgültig abgeschrieben. Im Süden gibt es einen See und im NOrden LKWs vor jeder Haustür.