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Greveler wollen "Dorf" behalten

20.06.2007 | 09:30 Uhr

Grevel. Begeisterung erntete Planungsdezernent Ullrich Sierau für die angedachte Erweiterung des Ortsteils Grevel nicht. Manche Bewohner stemmen sich vehement gegen das Projekt.

In Grevel könnten in den nächsten 25 Jahren bis zu 130 neue Wohneinheiten entstehen. Das sehen die vorläufigen Planungen vor, die Sierau Dienstagabend den Grevelern vorstellte.

Die Stadt weiß um die Sensibilität der Greveler, wenn es um ihr Dorf geht. Auch deshalb gingen die Planer diesmal einen ungewöhnlichen Weg und banden die Bewohner von Beginn an in die Planungen mit ein. Im Rahmen von Workshops konnten die Greveler in der Vergangenheit ihre Wünsche und Anregungen miteinbringen.

"Natürlich konnten wir aus unterschiedlichen Gründen nicht alle Ideen berücksichtigen. Der vorliegende Entwurf stellt jedoch einen gesunden Kompromiss dar", so Ullrich Sierau. Demnach soll der Ort in vier Schritten Richtung Westen entwickelt werden, Osten und Süden gänzlich unangetastet bleiben.

Der erste Schritt sieht vor, den bestehenden Ort zu verdichten und Baulücken zu schließen. Im zweiten Schritt soll unter anderem die Freifläche Ecke In der Liethe/Am Brandhoff mit einem neuen Ortsmittelpunkt entwickelt werden. "Hier könnten ein Dorfplatz mit neuer Wohnbebauung und eine Spielanlage entstehen. Möglich wären zudem ein Heimatmuseum sowie auch ein Dorfcaf?e?", erklärt Stadtplaner Thomas Rohr. Die gegenüber liegende große Ackerfläche soll in mehreren Schritten für Wohnbebauung genutzt werden. "Wir wollen mittig eine Sichtschneise auf die Silhouette der Innenstadt unbebaut lassen", erklärt Thomas Rohr.

Die Planer stellen sich zudem vor, die Umnutzung des Hofes "Rote Fuhr" nach Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung für eine besondere Wohnform zu nutzen.

Viele der Anwesenden zeigten sich Samstag trotz allem nicht begeistert. Aus der Menge warf jemand vor, die Stadt stehe unter Sachzwängen und müsse die Fläche auf Biegen und Brechen entwickeln, weil sie einzelne Grundstücke dafür bereits angekauft habe. "Wir wollen Menschen in unsere Stadt locken. Pendler, die hier arbeiten, sollen auch künftig hier wohnen können. Dafür brauchen wir attraktiven Wohnraum. Den bereitzustellen, ist ein Ziel der Stadt Dortmund", beschwichtigte Sierau, der darauf hinwies, dass der dörfliche Charakter von Grevel an manchen Stellen noch verstärkt werde. Unter anderem durch die Anpflanzung von Alleen und Baumreihen an manchen Straßen und die naturnahe Gestaltung des Greveler Grabens.

Von Jens Ostrowski

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