Gaudi wie im fernen München
30.09.2012 | 15:50 Uhr 2012-09-30T15:50:00+0200
Brackel. Schwarzgelbe Kluft, saftige Bratwurst, kaltes Bier und gute Livemusik: Das waren auch in diesem Jahr die vier Markenzeichen des dreitägigen Brackeler Oktoberfestes. Nur die Landtagsabgeordnete Nadja Lüders tanzte aus der Reihe. Zum Fassanstich trug sie ein fesches Dirndl. Und zeigte über 1000 Festgästen damit stilecht, wer es erfunden hat, das Oktoberfest: die Bayern halt.
Rote und grüne Schürzen
Doch die waren in Brackel eindeutig in der Minderheit, oder, besser gesagt, gar nicht da. Ulrich Biegemeier, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Brackeler Vereine (ABV), die das Event von Anfang an stemmt, störte das am Freitag nicht. Im Gegenteil, er war begeistert. Zumal es in der 16-jährigen Geschichte des größten Festes im Stadtbezirk noch keinen Prominenten gegeben hat, der es gewagt hätte, dort in bayrischer Kluft zu erscheinen. Obwohl Biegemeier gern mal auf der Festmeile zwischen Oberdorf- und Schimmelstraße einen Oberbürgermeister in Lederhosen gesehen hätte. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt: „Was nicht ist, kann ja noch werden“, schmunzelte der ABV-Chef.
Die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer der Vereinsgemeinschaft hatten ihre eigene Kleiderordnung. Sie trugen rote und grüne Schürzen, mit aufgedruckten Vereinsemblemen.
Nur das Wetter, das hielt sich an keine Ordnung. Am Eröffnungstag schunkelten noch Hunderte von Menschen trockenen Fußes zu den Klängen der Highlifeband, doch am Samstag wurde es nass. Erst nach 15 Uhr, als die Schauer allmählich nachließen, wagten sich die Menschen wieder auf die Straße, umlagerten die Getränkestände und stürmten die Fahrgeschäfte. Die Brackeler Kaninchenzüchter brieten ihr Cevapcici im Akkord. Bier, Wasser und Wein flossen in Strömen, nur Walter Beese vom Imkerverein Kurl blieb am Samstag auf seinem leckeren Honig sitzen. Dabei haben seine Bienen in diesem Jahr richtig gut geschafft. Aus einem seiner sechs Bienenstöcke holte der Brackeler Imker sogar 91 Kilo heraus. Am Sonntag hatte Beese dann aber mehr Glück.
Überrascht wurden die Veranstalter in diesem Jahr von dem Auftritt des „Fanfaren-Corps 1974 Dortmund-Wickede“. Die Musiker hatten sich erst kurz vor dem Festreigen für einen Umzug durchs Dorf entschieden und erhielten begeisterten Applaus. Der kam auch vom Anwohner Ralf-Peter Weißhuhn, der am Samstag mit Nachbarn und Freunden schon um 10 Uhr zum Frühschoppen angerückt war. Die fröhliche Runde winkt ab, als Bedenken kommen, es könne nachts zu laut werden, beim Oktoberfest. „Was wir hier geboten bekommen, das ist das Beste überhaupt in Brackel. Der Lärm an diesen drei Tagen im Jahr, der macht uns überhaupt nichts.“
Die Besucher am Nebentisch nicken. Auch sie wohnen in Brackel, bis auf ein Pärchen. Die sind gestern nach Aplerbeck gezogen: „Das musste sein“, sagt er ein wenig traurig. „Aber zum Oktoberfest kommen wir auch noch im nächsten Jahr“, betont seine Frau.
Die Coverband „Birdie“ heizte am Abend rund 1000 Gästen bis 23.30 Uhr noch mal kräftig ein. Und viele Besucher standen schon am Sonntag Mittag beim Auftritt des Dortmunder Shanty-Chors wieder vor der Bühne. „Da kommen immer massenhaft Fans von nah und fern“, freute sich der ABV-Vorsitzende. Den Abschluss machte die Karnevalsgesellschaft „Deutsche Bühne“ mit ihren Minis, der Frauengruppe und dem Männerballett „Die Schotten“, bevor Alleinunterhalter Michael Meyer das dreitägige Fest gestern musikalisch beendete. Im Januar geht es wieder los mit der Planung für 2013.
05:18
leider wurde ein wichtiger punkt vergessen.
da ich auch freitag und samstag besucher des festes war, ist mir das hohe polizei-aufgebot auch aufgefallen,dieses sollte nicht verschwiegen werden.
auch sind mir private sicherheitsleute aufgefallen.
jugendliche die sehr stark betrunken waren , aber das wohl heute so.
ich bin der meinung die besucherzahlen waren schon mal besser,
m.f.g.