Gala ebnet den Weg nach Italien
22.08.2010 | 17:11 Uhr 2010-08-22T17:11:00+0200
Kirchderne. Deutscher Meister sind die Torballer des ISC Viktoria Kirchderne im März geworden. Das Weltpokal-Finale in Italien steht an. Nur: Den blinden Hobbysportlern fehlte das Geld für die Reise. Die Tour wird jetzt doch noch möglich – nach „einer Welle der Solidarität“.
Vorausgegangen war ein Gespräch „unter vier Augen“, das der Vereinschef Hasan Caglikalp mit Ex-MdL Bodo Champignon (AWo Kirchderne) führte. Caglikalp, selbst Spieler im Torballerteam, schilderte den Engpass in der Kasse der sehbehinderten Sportler. Die Reise nach Teramo war gefährdet. Und Champignon hängte die Sache an die große Glocke – hier genau das Richtige. Denn nicht nur die AWo setzte Hebel in Bewegung. Auch die Stadt Dortmund wurde initiativ. Parteien, Vereine, Künstler und Kaufleute machten mit – bei der „Woche der Solidarität“, die jetzt mit einer Spendengala in der Aula des Heisenberg-Gymnasiums (Eving) ihren Höhepunkt fand. „Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Danke euch allen!“, so Samstagabend Hasan Caglikalp. Da war die Gala noch nicht vorbei. Aber es stand bereits fest, dass das Geld zusammenkommen würde: „Glück auf, viel Erfolg im Finale!“, sagte Bodo Champignon, der die hervorragend besuchte Gala moderierte.
Der gute Besuch war für die Spendenaktion quasi die halbe Miete: Eintrittsgelder und Einnahmen aus dem Verzehr kamen den Torballern zugute. Und ein wichtiger Beitrag zum Gelingen war, dass bekannte Künstler ohne Gage auftraten. Dabei: Kabarettisten des „Geierabend“-Ensembles, die auch hier mit schrägen Charakteren für Lacher sorgten (u.a. „AWo-Oppa“, „Lilli und Lotti“, „Miss Annen“). Später: Entertainerin Tirzah Haase, Travestie-Show „Grace Royal“ und Sängerin Evelyn.
Zwischendurch betraten Unterstützer die Bühne: Markus Scheffler, auch Vize-Bezirksbürgermeister in der BV Scharnhorst, überreichte stellvertretend für die Franz-Zimmer-Siedlergemeinschaft einen Scheck von 900 Euro. Zusammen mit den 250 Euro, die Peter Szymkowiak im Auftrag einer Fördergemeinschaft aus SPD und Fidelio Derne überreichte, war die Tausender-Marke früh am Abend geknackt. Weitere Spenden folgten – oder waren bereits in den letzten Tagen geflossen. Nur ein Beispiel: Die Einnahmen eines ganzen Arbeitstages stellte etwa ein Friseursalon zur Verfügung. „Unsere Gesellschaft ist längst nicht so materialistisch, wie mitunter angenommen wird“, meinte in ihrem Grußwort Bürgermeisterin Birgit Jörder. Eine „Welle der Solidarität“ sei von Kirchderne aus in die Nachbarorte geschwappt. Und Jörder konnte den Sportlern zudem verkünden: In zwei Wochen erfolge der erste Spatenstich für den Bau eines Fußballplatzes für Blinde an der Derner Straße. Den Platz können sie beim ISC Viktoria gut gebrauchen: Neben der Wurfsportart Torball, die in der Halle ausgetragen wird, spielen sie auch Blindenfußball im Freien. Im Torball sind sie Champions – wurden zwei Mal Deutscher Meister (2007, 2010). Vielleicht bald auch Weltpokalsieger. Aber das ist im Moment noch Zukunftsmusik
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