Fußballer kicken bald auf Kunstrasen

Aufatmen beim TV Brechten: Der Verein bekommt endlich einen neuen Kunstrasenplatz - und das quasi ohne Schulden. Ein alternatives Finanzierungsmodell macht es möglich und den Verein damit wieder konkurrenzfähig. Denn ohne Kunstrasen, so die Verantwortlichen, bleibt der Nachwuchs fern.

Brechten.. Auch wenn am Freitag trübselig der Regen auf den alten Ascheplatz tropfte - ein trauriger Abschied war es für die Vereinsmitglieder des TV Brechten nicht. Nach 40 Jahren soll nun Schluss sein mit der tristen Asche. Den Verein erwartet im Frühjahr die Modernisierung zu einem neuen Kunstrasenplatz.

Eine Moderscheinung

Eine dringend nötige Veränderung. Denn: Die "Modeerscheinung Kunstrasen" werde zunehmend ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl des Fußballvereins, berichtet Geschäftsführer Peter Bartow. So habe man in der Vergangenheit bereits drei vollständige Mannschaften an Vereine mit Kunstrasen verloren. Deswegen schwingt in der Vorfreude auf den neuen Rasen auch Erleichterung mit, vor allem weil der Verein zunächst nicht auf Fördermittel der Stadt hoffen durfte.

Ein ansehnlicher Zustand

Grund dafür war, dass der Platz noch immer in einem ansehnlichen Zustand ist.
Im April 2014 beschloss der Rat ein zusätzliches 100 000-Euro-Programm, welches acht Vereine über 20 Jahre mit 20 000 Euro pro Jahr bezuschusst. Zu diesen Vereinen durfte sich schließlich auch der TV Brechten zählen.

Zustimmung von allen Mitgliedern

Zustimmung benötigte der Verein aber auch von allen Mitgliedern. Der TV Brechten musste in dieser Hinsicht auch Rücksicht auf die sechs anderen Sportabteilungen nehmen. Aus diesem Grund entschied sich der Verein bewusst gegen ein klassisches Finanzierungsmodell - zu groß wäre die Sorge über eine mögliche Verschuldung. Stattdessen trat der Verein den jährlichen Zuschuss der Stadt an ihren Kreditgeber, die Sparkasse, ab. Durch diese Risikoentlastung konnte jedes Mitglied, egal ob Fußballer, Turner oder Handballer, mit gutem Gewissen für den neuen Kunstrasen stimmen. "Wir haben keinen Pfennig Schulden, die Finanzierung ist gelaufen.

Unterstützung von BVB-Legende

Das ist eine einmalige Aktion in Dortmund", so Peter Bartow. Ergänzend entstand ein Förderverein, der bereits 50 Mitglieder zählt. Als Vorsitzenden konnte der Verein die Brechtener BVB-Legende Lars Ricken gewinnen. Neben der Generierung zusätzlicher Gelder wird sich der Förderverein auch für eine Zusammenarbeit mit den Schulen einsetzen.