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Forensik-Beirat ohne Dortmund

04.01.2013 | 06:00 Uhr
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Forensik-Beirat ohne Dortmund
Im Januar soll die Entscheidung zum Forensik-Standort in Lünen fallen.Foto: Bodo Kürbs

Lanstrop/Niederaden. Die Grünen in Kamen sprechen sich gegen eine Forensik-Klinik „Im Erlensundern“ aus. Aus Gründen des Landschaftsschutzes. Damit gehen sie auf Distanz zu ihrer Parteikollegin, NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens, die die Fläche nahe Lanstrop als Standort prüfen lässt. In Lünen bereitet das Land bereits die Gründung eines Planungsbeirates vor; Dortmund ist aber außen vor. Das stößt auf Kritik.

Der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug, Uwe Dönisch-Seidel, hat für Montag (7.) ins Lüner Rathaus zu einer ersten Informationsveranstaltung eingeladen. Dabei geht es um die Bildung eines „Planungsbeirates“, der für alle Forensik-Orte vorgeschrieben ist. Formal fällt Dortmund also raus.

Dortmund bisher außen vor

Die Lippestadt ist als Standort gesetzt; fraglich ist allerdings die genaue Lage: entweder innenstadtnah auf der Brache Victoria I/II oder Im Erlensundern, faktisch Lünen, gefühlt aber Dortmund. In einem Schreiben an Dönisch-Seidel kritisiert Matthias Hüppe für den Verband Wohneigentum Dortmund-Lanstrop, dass Dortmund nicht in die Planungen und Überlegungen einbezogen worden sei. „Es ist schön, dass Sie im Dezember alle politischen Fraktionen der Stadt Lünen angeschrieben haben. Aus meiner Sicht hätten Sie aber dringend auch den Dortmunder OB Ullrich Sierau einbeziehen müssen“. Hüppe bietet den Landesbeauftragten, „das Versäumte nachzuholen und den direkten Kontakt zu Herrn Sierau zu suchen“. Weiter regt Hüppe an, auch die Lanstroper Arbeitsgemeinschaft „Keine Forensik im Erlensundern“ einzubinden.

Von einer möglichen Klinik für schwerkriminelle, kranke Straftäter wäre auch Kamen betroffen. Die dortigen Grünen haben sich positioniert. Sie sprechen sich für weitere Forensik-Plätze aus; „allerdings halten wir den Standort „Erlensundern“ in Niederaden für ungeeignet. Es handelt sich nicht um eine integrierte Lage, sondern um eine Fläche in der freien Landschaft, deren Erschließung problematisch werden dürfte. Durch den Bau von verbreiterten Zuwegungen etc. ist ein weiterer inakzeptabler Landschaftsverbrauch vorprogrammiert. Eine Erschließung über Kamener Gemeindegebiet und die damit verbundenen zusätzlichen Verkehrsströme werden zu einer erheblichen Mehrbelastung führen und sind den dort lebenden Anliegern ebenfalls nicht zuzumuten.“

Die Grünen hoffen, dass bei der Standortfrage „nicht ausschließlich der Weg des geringsten Widerstandes gewählt wird“.

Lanstrop liegt im Stadtbezirk Scharnhorst. Der zuständige Bezirksbürgermeister Rüdiger Schmidt hat inzwischen NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Den Termin möge sie mit dem Büro des OB Sierau abstimmen, bittet Schmidt in dem Schreiben nach Düsseldorf. Es sei „nicht verwunderlich, dass auch die Bürger im Stadtbezirk Scharnhorst, insbesondere in Lanstrop, sehr viele Fragen zu diesem Thema an Sie haben.“

Bezirksbürgermeister Rüdiger Schmidt schlägt einen Termin noch im Januar vor und als Ort die Gesamtschule Scharnhorst, wo 500 Leute Platz haben. Dazu seien auch Lüner eingeladen.

Von Alexander Ebert

Kommentare
04.01.2013
09:32
Forensik-Beirat ohne Dortmund
von Inspektor | #1

wo war der Dortmunder Widerstand, als es darum ging in Lünen eine Forensik zu errichten?

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