Flüchtlinge beunruhigen Anwohner

Die geplante Aufnahme von gut 150 Flüchtlingen in der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule und der Hauptschule Derne lässt bei den Anwohnern viele Fragen aufkommen. Ein Info-Abend des Sportvereins SuS Derne förderte einige Ängste zu Tage, es kam sogar zu lauten Diskussionen.

Derne... Gisbert Dankowski als 1. Vorsitzender des SuS Derne hatte die Idee, vor der Bürgerinformation schon mal auszuloten, was die Mitglieder seines Vereins und die Anwohner bewegt. "Die Mitglieder haben natürlich viele Fragen. So können wir vorab sehen, welche Themen wir bei der Bürgerinformation unbedingt besprechen müssen", begrüßte Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny die Idee.

Erinnerung an Müllberge

Da sich der Vorbereitungskreis aus den Betreuern, der Polizei, dem Sozialamt und den Politikern erst am 10. Februar trifft, hatte Pasterny aber nicht auf jede Frage eine Antwort. Das löste Unmut bei den Anwesenden aus.
Die Ängste und Sorgen der Gäste mischten sich mit Vorbehalten und der Erinnerung an die Einquartierung von Flüchtlingen in der Hauptschule Derne vor zwei Jahren. Müllberge und unhygienische Verhältnisse waren damals ein Problem.

Pasterny betonte, dass die Hauptschule damals eine reine Durchgangsstation mit häufigem Wechsel war. Das sei nun anders. Das DRK wird in der Bonhoeffer-Grundschule gut 57 Flüchtlinge betreuen, die eigenständig einen Haushalt führen sollen. Die 100 Flüchtlinge in der Hauptschule werden von der gGID (gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle Dienstleistungen) betreut. Dort werden auch alleinstehende Flüchtlinge untergebracht.

Beunruhigte Besucherin

"Was habe ich darunter zu verstehen?", fragte eine Besucherin beunruhigt. Sie habe große Bedenken, ihre Tochter (15) morgens zur Schule zu schicken und abends selbst alleine mit dem Hund durch Derne zu gehen. "Als ich vor 15 Jahren hierher zog, war alles anders. Wenn das Heim eine dauerhafte Lösung wird, würde ich lieber wegziehen. Ein Makler sagte mir aber, ich müsse unter Wert verkaufen, denn unter diesen Bedingungen möchte hier niemand hinziehen."

Kontroverse, laute Diskussionen brachen immer wieder aus und veranlassten Dankowski, die teils sehr negativ eingestellten Besucher zur Ordnung zu rufen.

Kritik an Ungleichgewicht

Zum Zeitplan konnte Heinz Pasterny keine Auskunft geben: "Momentan kommen 50 bis 100 Flüchtlinge pro Woche nach Dortmund. Einen Zeitraum zu nennen, lehnen die Vertreter der Stadt als unfair ab." Auch die Frage nach einer kontinuierlichen Aufstockung der Flüchtlinge blieb unbeantwortet.


Viele fanden, dass ein Ungleichgewicht bei der Verteilung vorliege und der Norden gegenüber dem Süden im Nachteil sei. Pasterny kündigte an, zur Bezirksversammlung eine Stadtkarte mit einer genauen Gewichtung mitzubringen.

Gisbert Dankowski zeigte Verständnis. "Wegen der Belegung vor zwei Jahren haben viele das Gefühl, wir seien hier schon wieder dran." Abschließend warb er für die Integration der Flüchtlinge und bat die Anwesenden um Hilfe. "Verurteilen ist leicht. Lassen Sie uns erst mal miteinander leben und abwarten."