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Fett und Zottelfell contra Kälte

15.02.2010 | 17:49 Uhr
Fett und Zottelfell contra Kälte

Grevel. Der schwarz-braune Hengst steht auf einem kleinen Hügel, schaut stolz in Richtung Greveler Straße. Einen Namen hat er zwar nicht, aber dafür gerne den Überblick. Wäre doch gelacht, wenn nicht ein Spaziergänger samt Leckerchen vorbei käme.

Währenddessen tummeln sich sechs seiner Artgenossinnen – er hält sich übrigens für den Chef – sowie drei Nandus auf dem Gelände des Baumsienstes Breucker. Die Straußenvögel picken hier und da, sehen mit ihren blassblauen Augen immer wieder zum Zaun. Klar, auch sie haben gegen einen Snack nichts einzuwenden.

Klaudia Breuker kennt das von ihren Tieren und weiß: sie sind gut versorgt, brauchen keinen Imbiss zwischendurch. Aber: „Sie sind eben neugierig.” Und Schnee auf der Weide sowie Eis machen den Exoten aus Südamerika offensichtlich nichts aus. „Die Nandus sind sehr robust. Auch bei Regen legen sie sich in die Pfützen. Das Wasser perlt von ihnen ab, zieht nicht ins Gefieder.”

Fettschicht schützt bei eisiger Kälte

Gegen die Kälte schützt die Vögel mit ihren dichten weißen Federn zudem eine Fettschicht, die sie sich für den Winter zugelegt haben. Immer wieder picken sie sogar im Schnee, fressen ihn. „Das ist ja auch nur Wasser”, sagt Breuker.

Die Lamas wirken durch ihr zotteliges Fell gar nicht so fehl am Platz. Zumal drei Tiere, die erst vor Kurzem zur Herde kamen, fast schneeweiß sind. „Wir scheren sie nicht, deshalb wirk das Fell so zottelig”, erklärt Klaudia Breucker. Geld mit der Wolle will die Familie ohnehin nicht verdienen. Nandus und Lamas seien vielmehr ein natürlicher Rasenmäher.

Und selbst in ihrer ursprünglichen Heimat Südamerika herrscht nicht immer eitel Sonnenschein, wie man meinen könnte. „Lamas ziehen sich auch ins Gebirge zurück, wo es ganz schön kalt werden kann.” Ferner werden sie dort auch als Lasttiere gehalten, was für ihrer Robustheit spricht. In Grevel haben Lamas und Nandus zudem einen eigenen Stall samt Stroh als Rückzugsmöglichkeit.

Namen bekommen sie übrigens alle nicht. „Wir haben damit angefangen, doch es wurde irgendwann zu kompliziert”, sagt Klaudia Breucker mit Blick auf das jüngste Herdenmitglied. Das wurde zwar erst am 8. Januar geboren, stapft aber schon sicher durch den immer noch mehrere Zentimeter hohen Schnee. Warum Familie Breucker die Tiere so ins Herz geschlossen hat? Ein Blick in die kugelrunden dunklen Augen macht die Antwort überflüssig.

Wolfgang Maas

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