Fahrplan für Info-Tafel über Emil Kirdorf steht

In der Evinger Kirdorf-Siedlung wird nach langem Anlauf in der Politik 2013 eine Informationstafel zum Namensgeber, einem Finanzier Hitlers, aufgestellt.
In der Evinger Kirdorf-Siedlung wird nach langem Anlauf in der Politik 2013 eine Informationstafel zum Namensgeber, einem Finanzier Hitlers, aufgestellt.
Foto: WR
Was wir bereits wissen
Was lange währt...: Die Bezirksvertretung Eving beschloss die Finanzierung einer Info-Tafel über Emil Kirdorf. Der Namensgeber der Siedlung war ein Finanzier Hitlers. Inhalt und Ort der Tafel sollen mit Bürgern noch abgestimmt werden.

Eving..  Manche Mühlen mahlen langsam, speziell in der Politik. Am 14. September 2011 hatte die Bezirksvertretung Eving nach einem Antrag aus dem Jahr zuvor (12. Juli) einstimmig beschlossen, eine Mahntafel in der Evinger Kirdorf-Siedlung aufzustellen. Die Informationen darauf sollen an die Untaten Emil Kirdorfs, wie Fritz Thyssen einer der großen Finanziers Hitlers und Förderer der Nazis ab 1923, erinnern. 2013 wird dies nun umgesetzt.

Bezirksbürgermeister Oliver Stens teilte mit, dass es am 22. Februar des kommenden Jahres eine Informationsveranstaltung für Bürger der Siedlung geben werde. Sowohl Mieter als auch Eigentümer (wie die Deutsche Annington oder die evangelische Segenskirche) will die Politik „mit ins Boot nehmen“, ehe am 20. März 2013 Dr. Stefan Mühlhofer vom Stadtarchiv in der Bezirksvertretung Bericht erstatten will. Erst danach solle die Tafel aufgestellt werden. Diesen Fahrplan habe Stens auch mit Dortmunds Sonderbeauftragten für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, Anders Hoeppgen, abgestimmt.

10 000 Euro und Diskussionen

Bei zwei Enthaltungen beschloss die Bezirksvertretung, für das Projekt 10 000 Euro aus Restmitteln zur Verfügung zu stellen (inklusive Sicherheitspuffer, so Stens). Da die Finanzierung damit gesichert scheint, geht es dann im zweiten Schritt 2013 um den Inhalt der Tafel und den Ort, an dem diese aufgestellt wird.

Der vorige Bezirksbürgermeister Helmut Adden, jetzt parteiloser Bezirksvertreter, hatte seinerzeit nach dem Antrag der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Gespräche mit dem Kirdorf-Wirkungsverein geführt. „Der Vorstand war damals nicht so begeistert, dennoch müssen wir alle einbinden. Die Tafel ist wichtig für das Bewusstsein deutscher Geschichte“, sagte Adden, der Kirdorf-Siedler als Tafel-Paten vorschlug. Zustimmung kam von Hans-Jürgen Unterkötter (SPD): „Wenn etwa Jugendliche nicht darüber Bescheid wissen, dann gehört die Tafel erst recht dort hin.“ Auch Grüne und CDU befürworteten dies: „Es wird immer einzelne geben, denen das nicht zusagt“, so Monika Lehrke.

In diesem Jahr feierte die Siedlung ihr 100-jähriges Bestehen. 2009 setzte ein Streit um den Siedlungsnamen ein. Den Kritikern hielt man entgegen, dass Kirdorf (1847-1938) erst im hohen Alter und lange nach der Namensstiftung zum Hitler-Förderer geworden sei.