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Fahrer meiden den Flemerskamp

17.09.2012 | 17:14 Uhr
Fahrer meiden den Flemerskamp
Weiter in der Kritik: Der Bahnübergang an der Husener Straße.Foto: Jochen Linz

Husen/Kurl.   Im November hat die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Scharnhorst eine Verkehrszählung im Bereich Kurler Straße beantragt, Heute, 18. September, stehen die Ergebnisse ab 15.30 Uhr auf der Tagesordnung der Sitzung in der Mensa derGesamtschule Scharnhorst, Mackenrothweg 15.

Mehr Verkehr rund um den Flemerskamp? Anwohner sagen „Ja“, doch der Politik reichte diese Einschätzung nicht. „Wir wollten Antworten bekommen“, sagt Heike Gottwald, Sprecherin der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Scharnhorst. Bereits in der November-Sitzung 2011 stellte die SPD den Antrag, das Verkehrsaufkommen zählen zu lassen. Heute, 18. September, stehen die Ergebnisse auf der Tagesordnung des Vor-Ort-Parlaments.

Besonders im Fokus war der Bereich Kurler Straße bis zur Bahnstrecke und Flemerskamp. Um es gleich vorwegzunehmen: „Festzuhalten ist, dass die Verkehrsmenge in der Kurler Straße für eine Landesstraße (L 556) in einem Ballungsraum trotz der Zunahmen noch nicht ungewöhnlich ist.“ So lautet das Fazit von Stadtrat Martin Lürwer, der die Zahlen für die Bezirksvertreter zusammengestellt hat. Und am Flemerskamp ist der Verkehr sogar zurückgegangen.

Die Messung

Vorgeschlagen haben die Sozialdemokraten in ihrem Antrag, zwischen 7 und 9 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr die Verkehre zu zählen – einschließlich der Lkw. Allerdings wurde am Stichtag 22. März von 15 bis 19 Uhr gezählt, was laut Lürwer der gängigen Praxis entspreche und die Regel sei. „Anhand von sogenannten Hochrechnungsfaktoren“, beschreibt der Stadtrat das Vorgehen, könne man aber dennoch auf die Belastung innerhalb von 24 Stunden Rückschlüsse ziehen.

Dieses Vorgehen beschreibt auch Heike Gottwald als „völlig normal“ – auch, wenn sie speziell den morgendlichen Berufsverkehr gerne 1:1 dargestellt hätte. Die Daten geben jetzt folgenden Überblick von der Kurler Straße aus gesehen:

Südlich Flemerskamp

Auf 24 Stunden hochgerechnet habe die Belastung um 1600 Kraftfahrzeugverkehre (Kfz), wie es in der Verwaltungssprache heißt, zugenommen. Ausgenommen ist hier der Schwerverkehr (SV), der um zehn Fahrzeuge abgenommen hat. Das zeigt der Vergleich mit Daten aus dem Jahr 2001, den die Verwaltung in der Vorlage gezogen hat. In absoluten Zahlen waren am 22. März 12 700 Kfz sowie 260 Lastwagen dort unterwegs.

Nördlich Flemerskamp

Deutlich zugenommen hat hier der Verkehr. Plus 3500 bei leichteren Kfz (gesamt 8900), plus 30 beim SV (gesamt 320). Hier haben die Verkehrsexperten genauer hingeschaut. Das Ergebnis: Vor allem der Geradeausverkehr „am Knoten Kurler Straße/Flemerskamp von Süd nach Nord“ habe zugenommen. Die Folge: Weniger Fahrer biegen in den Flemerskamp ab. Als Ursache sieht die Verwaltung die „Aufhebung des beschrankten Bahnübergangs an der Kurler Straße“. Dadurch gelange man schneller nach Husen, eine Abkürzung durchs Wohngebiet sei nicht mehr gefragt. Für Heike Gottwald hört sich das zunächst positiv an. „Für die Anwohner am Flemerskamp ist das sicher gut.“ Doch gerade in Sachen Bahnübergang gebe es vor Ort noch viel zu tun, solange das Problem an der Husener Straße noch nicht gelöst sei.

Östlich Flemerskamp

Hier regiert das Minus. Um 1000 Fahrzeuge ist die Belastung in elf Jahren zurückgegangen (gesamt: 6100), bei den Lastwagen sind es 40 weniger (gesamt 120). Und auch auf der Wickeder Straße in diesem Bereich ging der Pkw-Verkehr zurück auf 8300 (-700).

Von Wolfgang Maas


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