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Europaschule und Kaufland arbeiten zusammen

16.01.2013 | 17:37 Uhr
Europaschule und Kaufland arbeiten zusammen
Schulleiter Jörg Girrulat, die Abteilungsleiterin der Stufen 8-10 Elke Schlichtenberg, Kaufland Körne Hausleiter Michael Schilling, StuBO-Koordinator Carsten Scheer und Institusleiter Dr. Christoph Merschhemke bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages.Foto: Michael Printz

Wambel.   Die Europaschule in Wambel und das Handelunternehmen Kaufland haben einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Der Handel wird auch Unterrichtsthema.

Vorurteile gegenüber dem Einzelhandel gibt es viele – lange Arbeitszeiten, schlechte Aufstiegsmöglichkeiten, monotone Tätigkeiten. Das macht es Unternehmen wie Kaufland schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden. Eine neue Kooperation der Europaschule mit dem Handelsunternehmen soll das jetzt ändern. Unterstützt wurde das Ganze vom Institut „Unternehmen & Schule“ mit Sitz in Bonn, das bundesweit aktiv ist.

Für Institutsleiter Dr. Christoph Merschhemke soll der Vertrag nach der Unterschrift „mehr als nur Papier“ sein. Bereits Ende August hat er mit Schulleiter Jörg Girrulat, den Lehrern Elke Schlichtenberg und Carsten Scheer sowie Michael Schilling, Hausleiter bei Kaufland in Körne, zusammengesessen. Zum Start der Kooperation wurde vereinbart, dass Schilling mit einem Auszubildenden eine Unterrichtsstunde besucht. Dann geht es an den Körner Hellweg. „Die Schülerinnen und Schüler schauen hinter die Kulissen“, sagt Dr. Merschhemke. Und dabei dürfen sie alle Fragen stellen, die ihnen wichtig sind. „Dann können die Jugendliche ganz bewusst sagen: ‘Ich will mein Praktikum im Handel machen – oder nicht.“

Dabei sei eine Karriere nach der Ausbildung durchaus möglich, betont Michael Schilling. „Mein Stellvertreter hat vor zwei Jahren ausgelernt.“ Und es soll auch einen Abteilungsleiter geben, der als Einkaufswagenschieber angefangen hat.

Für Schulleiter Jörg Girrulat passt die Zusammenarbeit auch aus einem anderen Grund. „Wir werden als erste Schule in Dortmund ‘fair-trade-school.“ Diese Auszeichnung kommt vom Land NRW. Und mit Michael Schilling als Partner habe man einen Experten für fairen Handel oder Transportwege, der im Unterricht informieren könne. Zudem sei ein solcher Vertrag kein Neuland für die Schule Am Gottesacker. Mit der Telekom und der Dortmunder Volksbank gebe es bereits Zusammenarbeiten.

Diskussion über Arbeitszeiten

Diskutiert wurde auch schon, als die Unterschriften gerade trocken waren. „Muss man denn bis 22 Uhr einkaufen?“, fragte Carsten Scheer, der an der Europaschule Koordinator für die Studien- und Berufswahl ist. „Dafür arbeiten alle Mitarbeiter 37,5 Stunden und nicht jeden Tag so lange“, konterte Dr. Merschhemke. Für Diskussionsstoff im Unterricht ist also gesorgt.

Von Wolfgang Maas



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