Eine neue Welt für die kleinen Gäste

Eine Abwechslung vom Alltag in der Flüchtlingsunterkunft an der Osterfeldstraße bekamen die Bewohner der Einrichtung beim Besuch auf der Osterkirmes. Das bunte Treiben auf dem Festplatz sorgte vor allem bei den kleinen Besuchern für Staunen und leuchtende Augen.

Eving... Rund 45 Minuten lang laufen die Bewohner der Evinger Flüchtlingsunterkunft von der Einrichtung an der Osterfeldstraße bis zum Fredenbaumplatz. Geld für den Bus gibt es leider nicht, wie Thomas Lantzsch von den Johannitern erklärt. Der Fußweg hat sich für die 30 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern allerdings mehr als gelohnt. Beim Anblick des großen Riesenrads auf der Osterkirmes gibt es in der Gruppe viele staunende Gesichter. Die meisten Besucher, vor allem die kleinen, haben einen solch bunten Trubel mit Fahrgeschäften, Zuckerwatte und Luftballons in ihrem Leben zuvor noch nicht erlebt. "Es ist auch für uns schön, die großen Augen der Kinder zu sehen. Das geht einem schon nahe", gibt Lantzsch zu.

Erst skeptisch, dann euphorisch

Auf den ersten Metern sind einige der Kleinen noch zurückhaltend, die Karussells werden etwas skeptisch begutachtet. Doch bereits nach der ersten Fahrt kippt die Stimmung: Breites Grinsen, leuchtende Augen und lautes Kinderlachen sind ab jetzt das Begleitprogramm beim Gang über die Osterkirmes. Der kleine Jeton aus Mazedonien macht es seinen Spielkameraden vor und flitzt von einer Attraktion zur nächsten. Hier das Riesenrad, dort das Wasser-Spaß-Labyrinth - und der Autoscooter darf natürlich auch nicht fehlen. Ein paar Worte Deutsch hat der Zehnjährige während seines zweimonatigen Aufenthalts in Deutschland auch schon gelernt. Und die reichen völlig aus, um sich auf der Kirmes zu verständigen. Es gefalle ihm "alles ganz gut" und er möchte gerne "nochmal fahren", sagt er.

"Schön, meine Kinder lachen zu sehen"

Seinen drei Geschwistern geht es nicht anders. Nur Mama Igbal Salixovic hält sich bei den Fahrgeschäft eher zurück und beobachtet ihre Sprösslinge meist vom Rande des Geschehens aus. Sie sieht zufrieden aus, glücklich und klingt auch ein wenig erleichtert, als sie leise flüstert: "Es ist so schön, meine Kinder lachen zu sehen."

Für die Bewohner der Evinger Flüchtlingsunterkunft sind solche Ausflüge, wie Lantzsch betont, durchaus wichtig: "In unserer Einrichtung gibt es zwar einige Spielangebote, aber das hier ist etwas völlig anderes." Auch die Johanniter-Mitarbeiter seien bemüht, den Bewohnern - wenigstens ab und zu - eine Abwechslung vom Alltag in der Einrichtung zu bieten. Und was könne es da schon Schöneres geben als einen Ausflug zur Osterkirmes.