Ein Hund als Helfer in der Praxis
30.12.2010 | 13:47 Uhr 2010-12-30T13:47:00+0100
Scharnhorst.. Bei Thomas Hock arbeitet ein seit neun Monaten ein Shooting-Star. Er heißt Viktor, hat weiß-gelbes Fell und ist elf Monate alt. Nein, nicht eine neue Heintje-Version, sondern ein Labrador, der besonders bei Kindern und Senioren beliebt ist. Nein, um einen singenden Hund handelt es sich auch nicht, sondern um einen zum Streicheln oder Befehle geben.
Patienten
freuen sich
Immer stundenweise nimmt Thomas Hock seinen Shooting-Star mit in die logopädische Praxis in der Friedrich-Hölscher-Straße 414. „Viele Patienten freuen sich schon die ganze Woche auf Viktor“, erklärt Hock.
Und woran liegt das Geheimnis des Erfolgs? „Der Hund bringt die Leute zum Lächeln“, erklärt Hock, während der Vierbeiner unter dem Tisch liegt und sich schnarchend von der Arbeit ausruht. Außerdem sei das Tier ungemein familien- und kinderfreundlich.
Er nehme Viktor auch mit zu Hausbesuchen oder in das Familienzentrum „Eine Welt“, um Kindern die Form der Sprachtherapie reizvoller zu machen.
„Meine Töchter wollten einen Hund. Dann kam uns die Überlegung, das Tier auch für die Sprachtherapie einzusetzen“, erklärte Hock, der seit 2004 in seiner sprachtherapeutischen Praxis in Scharnhorst Menschen jeden Alters mit Sprach-, Sprech-, Hör-, Stimm und Schluckstörungen behandelt. Und das ist Hock ganz wichtig zu erwähnen: Natürlich auch ohne Hund!
Die Methode, Tiere in der Therapie einzusetzen, stamme, so Hock, aus den nordischen Ländern. Und auch in Deutschland werde diese Form der Behandlung immer beliebter.
Kinder müssten in der Regel viereinhalb Jahre als sein, um eine Einzeltherapie zu starten. Für die Mundmotorik und Wortschatzübungen sollten die Kleinen schon eine gewisse Reife haben.
„Hol den Schuh“, ruft Marie (5) und strahlt. Doch gerade die Aussprache des „Sch“ bereitet ihr noch Schwierigkeiten.
Aber Viktor gehorcht und holt den Schuh. Zur Belohnung gab es ein Hundekuchen. „Sie vermisst Viktor schon sofort, wenn wir die Praxis verlassen haben. Und sie freut sich wie verrückt auf die nächste Therapiestunde“, so Mutter Annegret.
Gezielter
Einsatz
Marie sei, so Annegret, durch die Therapiestunden viel ruhiger geworden und halte sich leichter an Regeln. Sie lerne geduldiger zu sein und langsamer auf ihn zuzugehen.
Und was ist bei Angst vor Hunden oder einer Hundehaar-Allergie? „Ich frage natürlich vorher die Patienten, ob sie so eine Behandlung mit einem Hund wollen oder ob sie eine Allergie haben. Ich setze Viktor auch nur gezielt ein. Ansonsten ist er Zuhause. Keiner muss Angst haben, wenn er meine Praxis betritt, dass ihn ein Hund anspringt“, versicherte der Sprachtherapeut.
Und wie sehr ist Viktor belastbar?. „Ich arbeite mit Viktor am Tag bei höchstens zehn Patienten jeweils 45 Minuten“, so Hock und fügt hinzu, dass er Viktor langsam an die Arbeit heranführe. Der Labrador aber noch in Sachen Sozialverhalten und Kommandos ausführen noch Lernbedarf habe.
Aber trotz großer Beliebtheit solle Viktor nur eine Randaspekt in der Arbeit als Sprachtherapeut bleiben, so der 44-Jährige, der zudem bei seiner Arbeit von seiner Frau Susanne unterstützt.
13:09
sehr schöne Idee...meine Tochter hat bei dem Versuch einer therapie kein Wort raus bekommen, aber mit einem Hund...tolle idee sowas
15:13
@BuergerinDO
Und vielleicht kann dir ja der Hund auch helfen!? Vielleicht um Frust abzubauen und nicht nur nach Fehlern zu suchen....
12:39
Super Sache das. Großes Lob für die Idee!
12:07
Kann der Hund dem Schreiber dieses Artikels vielleicht auch bei der Erlernung und Umsetzung von Rechtschreib- und Grammatikregeln helfen? Selten so ein fehlerstrotzendes Geschmiere in der Zeitung gelesen.
Pfui!