Das aktuelle Wetter Dortmund 13°C
Debatte über neue Satzung

Drei Rücktritte: Krise im SPD-Vorstand

31.01.2015 | 10:35 Uhr
<p>Ein tiefer Riss geht durch die Dorstener SPD - heute beginnt der Versuch, die Lager wieder zu versöhnen. Montage Sadowski</p>
<p>Ein tiefer Riss geht durch die Dorstener SPD - heute beginnt der Versuch, die Lager wieder zu versöhnen. Montage Sadowski</p>

Scharnhorst.  Ärger bei der SPD: Nach einer Sitzung am Mittwochabend im SPD-Stadtbezirk, die nach Auskunft mehrerer Beteiligter äußerst emotional verlaufen war, traten der Stadtbezirks-Vorsitzende Bruno Schreurs, sein Stellvertreter Andreas Wittkamp und Schriftführerin Sylvia Ahlers zurück. Wir erklären die Hintergründe.

Vor zwei Jahren hatte alles angefangen:Wolfgang Matzanke, der Vorsitzende des Ortsvereins Scharnhorst war damit beauftragt worden, eine neue Satzung für den SPD-Stadtbezirk zu erarbeiten. Die lag nun vor und sei laut Matzanke mit allen Beteiligten, auch den Ortsvereinsvorsitzenden, abgestimmt worden.

Einzig der Vorsitzende des Ortsvereins Lanstrop, Willi Most, konnte sich damit nicht anfreunden. Dazu Most gestern selbst: "Die Kompetenz der Ortsvereine sollte eingeschränkt werden."Es sei dem SPD-Stadtbezirk mit der neuen Satzung möglich, die Kandidaten der Ortsvereine für Rats- oder Bezirksvertretungsmandate, die diese bisher selbst bestimmen konnten, abzulehnen.

Keine Basis mehr für Miteinander

Offenbar gelang es Most, andere Ortsvereinsvorsitzende auf seine Seite zu ziehen, sodass letztlich die nötige Zweidrittel-Mehrheit für die Satzungsänderung fehlte - und dazu führte, dass Schroers keine Basis mehr für ein Miteinander sieht:"Ich habe noch versucht, die beiden Enden zusammenzubringen. Das ist mir nicht gelungen. Ich werde demnächst 71, da habe ich so etwas nicht mehr nötig."

Wittkamp äußerte sich ähnlich. Es fehle der Konsens. Ohne den sei eine politische Arbeit nicht mehr möglich. Auch innerhalb einer Partei müsse man demokratisch denken und handeln. Wenn das nicht möglich sei, fehle die Basis - ein Seitenhieb gegen Willi Most.Und Michaela Krafft sagte: "Wenn man sich immer nur mit sich selbst befasst und über Satzungen diskutiert, kommt man nicht mehr zur eigentlichen politischen Arbeit."

"Kein Beinbruch"

Wolfgang Matzanke äußerte gestern noch die Hoffnung, dass die Rücktritte von Schroers und Wittkamp nur aufgrund der hochgekochten Emotionen erfolgt sei.Diese Hoffnung machten Schreurs und Wittkamp jedoch inzwischen zunichte. Es gebe keinen Rücktritt vom Rücktritt.

Most sieht die Rücktritte nicht dramatisch: "Das ist kein Beinbruch." Man werde weiterarbeiten. Auch Lars Wedekin (28), der nun alleine den geschäftsführenden Vorstand bildet, ist trotzdem zuversichtlich: "Es bricht jetzt nicht alles zusammen."

Andreas Schröter

Kommentare
01.02.2015
21:11
Drei Rücktritte: Krise im SPD-Vorstand
von Do-Derne | #2

Hoffentlich nutzt die SPD dieses für einen Neubeginn und für mehr Basisdemokratie im Stadtbezirk. Die Mandate sind ja bei der letzten Kommunalwahl...
Weiterlesen

Funktionen
Fotos und Videos
So war's beim Apfelfest auf dem Hof Mertin
Bildgalerie
Fotostrecke
Wesstadt besucht Scharnhorst
Bildgalerie
Fotostrecke
Sommerfest EKS
Bildgalerie
Fotostrecke
Unfall in Derne
Bildgalerie
Fotostrecke
10294544
Drei Rücktritte: Krise im SPD-Vorstand
Drei Rücktritte: Krise im SPD-Vorstand
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/nord-ost/drei-ruecktritte-krise-im-spd-vorstand-id10294544.html
2015-01-31 10:35
Nord-Ost