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Santa Claus

Dortmunder reist zum „World-Santa-Claus-Congress“ nach Kopenhagen

20.07.2012 | 08:00 Uhr
Heinz-Jürgen Preuß aus dem Klub langer Menschen ist auch als Nikolaus aktiv, wenn er nicht gerade sein Giraffenmuseum in Schuss hält.Foto: Vahlensieck

Wickede.   Was macht der Nikolaus eigentlich im Sommer? Ein Jahr nach einem schweren Unfall fährt Heinz-Jürgen Preuß am Samstag wieder zum „World-Santa-Claus-Congress“. Der große Mann, der auch ein Giraffen-Museum in Dortmund-Wickede führt, freut sich auf spannende Begegnungen.

Heinz-Jürgen Preuß ist kein normaler Typ. Nicht, weil er satte 1,98 Meter groß oder Mitglied im Klub langer Menschen ist oder ein Giraffen-Museum in Wickede geschaffen hat. Er hat eine sonderbare Berufung: Er ist im Winter mit Leib und Seele Nikolaus . Zur Vorbereitung führt ihn diese Leidenschaft alljährlich rund um den 24. Juli nach Kopenhagen zum „World-Santa-Claus-Congress“.

Am Samstag steht nach dem Unfall im Vorjahr eine besondere Reise an. Bei seinem 20. Besuch wollte er am 17. Juli 2011 nach der Bahnfahrt die Fähre in Puttgarden betreten, doch im Gedränge knickte er um und stürzte. Preuß beklagt noch heute, dass er auf dem Schiff wenig Hilfe erhielt und sich sowohl die Deutsche Bahn als auch die Reederei nicht zuständig fühlten. Nach der Überfahrt versorgte ein dänisches Krankenhaus seine Brüche im linken Bein, auch durch die Verletzungen am rechten Sprunggelenk konnte er weder gehen noch stehen.

Lebensgefahr durch Keim

Mit dem ADAC ging es tags darauf zurück nach Dortmund, im Knappschaftskrankenhaus wurde er operiert. Aber am 10. Oktober schwoll das linke Bein derart an, dass er dann noch ganze vier Mal unters Messer musste. „Die Ärzte sagten mir, dass ich fast mein Bein verloren hätte, wenn ich ein paar Stunden später in die Notaufnahme gekommen wäre.“ Durch einen Keim, so ergaben später Untersuchungen in Hellersen, schwebte er in Lebensgefahr.

In voller Montur wird sich Preuß mit seinen Kollegen austauschen.

Und was dachte Preuß angesichts langwieriger Reha? „Ich muss doch in der Adventszeit fit sein für die vielen Termine.“ Irgendwie stand er seinen (Weihnachts)mann, „als Nikolaus - wir wollen übrigens nicht Weihnachtsmänner genannt werden - kann man doch vor allem die Kinder nicht im Stich lassen.“

Jetzt fährt er mit seiner Partnerin, Tochter und seinem Enkelkind („Die wird als Engel eingekleidet“) wieder nach Kopenhagen zum Weltkongress der Nikoläuse. Mit dem Auto wohlgemerkt. Und mit einem unguten Gefühl? „Eigentlich nicht. Ich freue mich darauf, wieder Gleichgesinnte und Freunde aus der ganzen Welt zu treffen.“ Etwa einen australischen Santa Claus mit Bermudas oder Amis mit bunten Hemden.

Zuspruch für Japaner

Ein besonderes Wiedersehen wird es mit einem japanischen Nikolaus geben, was auch Preuß’ Tochter als Japan-Fan freut. Denn in Zeiten der Fukushima-Katastrophe standen sie in Kontakt und sprachen ihm Mut zu.

Am Montag starten wieder bis zu 250 Nikoläuse in den Santa-Claus-Kongress, der seit 1957 existiert. Los geht es jeweils mit dem Ritual, sich im Meer die Füße zu waschen. Bis Donnerstag stehen dann Workshops und ein intensiver Erfahrungsaustausch an. In verschiedenen Sprachen, weshalb auch ein Dolmetscher etwa das deutsche „Hohoho“, wie Preuß sich gestern verabschiedete, übersetzt.

Trotz der anfallenden Kosten und des noch anhaltenden Ärgers nach dem Unfall vor einem Jahr (wegen Erstattung der Rückreisekosten schaltete Preuß einen Anwalt ein) will er sich den Nikolaus-Spaß im Juli nicht nehmen lassen: „Das ist nun mal meine Leidenschaft, im Sommer wie im Winter.“

20 000 Museums-Giraffen

Steffen Gerber



Kommentare
20.07.2012
11:34
Der „World-Santa-Claus-Congress“ ......
von drengler2 | #2

.. ist nicht zu verwechseln mit dem Worl-Congress zum "Hohlen Claus" (oder so ähnlich), der regelmässig in Teheran stattfindet. Da liegen wohl auch inhaltlich Welten dazwischen.

20.07.2012
09:38
Dortmunder reist zum „World-Santa-Claus-Congress“ nach Kopenhagen
von drengler2 | #1

So wie die hiesige etablierte Politik der schwarz-gelb-rot-grünen Blockparteien der BRDDR das Volk nach Strich und Faden belügt und die Zukunft Deutschlands verspielt, muss es zwangsläufig - noch - sehr viele Menschen geben, die an den Weihnachtsmann glauben, der ja - bekanntermassen - mit dem Christkind den Osterhasen als Kind hat.

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