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Die Schönheit eines Müllbergs

18.02.2010 | 18:22 Uhr
Die Schönheit eines Müllbergs

Wambel. Fotos vom Eiffelturm und der Tower-Bridge - die kennt wohl jeder. Schöne Erinnerungsbilder, die den vergangenen Urlaub wiederauferstehen lassen. Bilder von stinkenden Müllhaufen werden dagegen selten bis nie festgehalten. Dabei kann auch Unrat ein begehrtes Fotomotiv sein.

Diese Erfahrung durfte gestern eine Gruppe Schüler der Europaschule in Wambel machen. Im Rahmen ihres Ergänzungsfaches „Agenda 21 - Leben in der Einen Welt” besuchten die Neuntklässler zusammen mit dem mosambikanischen Fotokünstler Rui Assubuiji das Kompostwerk der EDG. Ein ziemlich geruchsintensiver Aufenthalt, wie sie schnell feststellen mussten. Da half nur eines: Nase zu und rein in die organische Hölle!

„Das ist auch euer Müll. Abfall, den ihr mitproduziert habt”, merkt Klaus Heise, Marketingleiter der EDG, an. Ein beeindruckender Berg verrottender Eier- und Kartoffelschalen türmt sich vor den Jugendlichen auf. Vergessen sind plötzlich all die Vorbehalte. Als ob es der Mount Everest persönlich wäre, klicken mit einem Mal unzählige Fotoapparate.

Am 18.02.2010 besuchte eine Schulklasse für ein Fotoprojekt das Kompostwerk Wambel. Foto: Marcus Simaitis (Honorarpflichtig, Autoren-Nr. 243228)

Von links, von rechts, von oben oder mittendrauf - Müll kann ja so schön sein: „Die Bilder sind Teil einer Fotodokumentation, die wir gemeinsam mit mosambikanischen Schülern organisieren”, erklärt Kursleiterin Heidrun Riedel. „Ressourcenarmut und Ressourcenreichtum” lautet der ernste Hintergrund zu dem dreitägigen Foto-Workshop, bei dem jeder Schüler seine drei interessantesten Ansichten für die Ausstellung zusteuern darf. Denn: „Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien werden gerade in heutigen Zeiten immer wichtiger”, meint die Lehrerin. Und damit auch wirklich etwas hängen bleibt, ergänzt „Reiseführer” Klaus Heise die Tour der Sehenswürdigkeiten mit vielen nützlichen Informationen. „Das hier ist feinstes Bio-Material für den Verkauf”, preist er den De-Luxe-Dünger an. „Schadstoffarm, reich an Mineralien. Und: man kann ihn essen.” Soweit wollen die Schüler dann doch nicht gehen. Immerhin: Abfall zu produzieren, muss nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein, lernen die Neuntklässler. Mit dieser Erkenntnis geht's weiter zur nächsten Station: zum Recyclinghof an der Alten Straße.

Ab heute, 12.15 Uhr, werden die Fotodokumente in der Europaschule ausgestellt.

Mirja Zipfel

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