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Blindensport

Die Jagd auf die klingende Kugel

09.05.2011 | 17:07 Uhr
Die Jagd auf die klingende Kugel
Hasan Caglikalp demonstriert das Blindentischtennis „Showdown“. Foto: Klaus Pollkläsener

Kirchderne.Zum „Showdown“ traten Hasan Caglikalp und Michael Meyer an. Aber keine Sorge – es handelte sich nicht um eine Abrechnung, sondern um eine Mischung aus „Air Hockey“ und Tischtennis . „Showdown“ – so heißt die kanadische Sportart für Blinde und Sehbehinderte, die seit Anfang April auch bei der ISC Viktoria Kirchderne gespielt wird. Und obwohl beide Spieler blind sind, müssen sie mit einer Dunkelbrille spielen, denn „die ist für alle Pflicht. Damit keiner schummelt“, so Caglikalp.

In den durch spezielle Handschuhe geschützten Händen halten sie eine kleine Holzkelle. Damit knallen sie einen rasselnden gelben Ball durch eine 15 Zentimeter hohe Öffnung zwischen einem Brett und Tisch hin und her. Ziel ist eine Öffnung, so groß wie bei einem Kicker, die jeder mit seiner Kelle so gut wie möglich abschirmt. Am Rand der 3,60 Meter langen und 1,22 Meter breiten „Showdown“-Platte steht Schiedsrichterin Ute Reinelt, die einzig Sehende, die die Punkte zählt, Zeit nimmt und bei einem Foul reinruft.

Bisher war der ICS für Blindenfußball und Torball bekannt. Nun gibt es mit „Showdown“ oder auch Tischball eine ganz neue Sportart. Es ist ein Eins-Zu-Eins-Sport, der hauptsächlich von Blinden und Sehbehinderten ausgeübt wird, aber auch von Sehenden gespielt werden kann. Die Sportart lässt sich aufgrund der Schnelligkeit und Dynamik am ehesten mit Tischtennis vergleichen.

„Das ist ein Spiel mit viel Zug. Neben der Schnelligkeit kostet auch das nur im Kopf zu berechnende Winkelspiel mit der Bande viel Energie“, erklärte Hasan Caglikalp, 1. Vorsitzender der ISC Viktoria. Eine akustische Orientierung gebe zwar der „klingende“ Ball, der mit Metallkügelchen gefüllt ist. Doch wichtiger sei die Bande.

Spielt beim normalen Tischtennis der Effet eine sehr wichtige Rolle, so ist es bei Showdown das Winkelspiel. „Die sind für den Gegner ganz schwer auszumachen.“ Neben den Bandenschlägen, so Caglikalp, gebe es noch die Longline-Bälle. Hierbei werde der Ball die Bande entlang, um die gegnerischen Ecke herum und von hinten ins Tor gespielt. Der am häufigsten angewendete Schlag sei die Rückhand, da dies die Ausgangsposition ist und man mit diesem Schlag einen Großteil des Feldes abdecken könne.

Sieger ist der Spieler, der elf Punkte erreicht bei zwei Punkten Abstand zum Gegner bis hin zu einem Punktestand von 16. Danach gewinnt man mit dem nächsten erzielten Punkt, auch wenn der Abstand nicht zwei Punkte beträgt. „Showdown wird in Deutschland seit 30 Jahren gespielt.“ Hier existiere bereits ein Ligabetrieb.

Thilo Kortmann

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