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Die Deponie als Energiequelle

08.02.2012 | 16:37 Uhr
Die Deponie als Energiequelle
Auf der Mülldeponie soll ein Solarkraftwerk entstehen. Foto: Jochen Linz

Grevel.Früher landete hier nur Müll und Dreck. Das, was man nicht mehr gebrauchen konnte. Abfall, Schrott, Unrat. Die Deponie Nordost Alt, ehemals bekannt als Deponie Grevel, war jahrelang das Endlager für den städtischen Hausmüll. Mittlerweile aber gilt die stillgelegte Deponie als Naherholungsgebiet: Tiere und Pflanzen freuen sich über genug Platz und Ruhe zum Leben, die Menschen über idyllische Wanderwege und eine tolle Aussicht. Und demnächst soll die stillgelegte Deponie noch mehr bieten: ganz viel sauberen Strom.

Erste Pläne vorgestellt

Die Stadt und die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) hatten im vergangenen Jahr entschieden, Flächen auf den Altdeponien in Grevel und Huckarde an Investoren zu verpachten – mit dem Ziel, dort eine Photovoltaikanlage zu errichten. Eine Bietergemeinschaft aus den Unternehmen Sun Energy Europe GmbH (Hamburg) und solarplus GmbH (Dortmund) erhielt letzlich den Zuschlag. In der Bezirksvertretung Scharnhorst wurden jetzt die ersten Pläne für das Solarkraftwerk vorgestellt.

6408 Solarmodule sollen auf der Deponie in Grevel aufgestellt werden, mit einer Gesamtleistung von knapp 1,5 Megawatt Peak. Die gesamte Anlage, also Grevel und Huckarde zusammengerechnet, soll jährlich fast 3000 MWh Sonnenstrom erzeugen, genug, um über 950 Haushalte zu versorgen. 1430 Tonnen CO2 würden laut den Investoren damit jährlich eingespart.

Sieben Hektar groß soll die Anlage insgesamt werden, davon fallen 2,8 Hektar auf die Deponie in Grevel. Am Landschaftsbild werde die Photovoltaik-Anlage jedoch „kaum etwas verändern“, versicherte Stefan Schlepütz von der solarplus GmbH, und auch die Wanderwege und sonstigen Einrichtungen zur Freizeitnutzung sollen „selbstverständlich erhalten bleiben“.

Insgesamt soll die Errichtung des Kraftwerks auf den Deponien in Grevel und Huckarde knapp vier Millionen Euro kosten. Das Besondere: Alle Dortmunder Bürger können sich an der Finanzierung beteiligen – und dementsprechend auch später am Kraftwerk mitverdienen. Wie genau das geht, soll auf einer Bürgerversammlung (siehe Info-Box) erklärt werden.

Da die Deponien streng genommen den Abfallgebührenzahlern gehören, müssen zudem die Pachteinnahmen dem Gebührenhaushalt zugute kommen. Von einer Entlastung des Gebührenzahlers kann in dem Fall aber kaum gesprochen werden: 2750 Euro kostet die Pacht pro Hektar und Jahr. Für die Fläche auf der Deponie in Grevel wären somit knapp 8000 Euro fällig – das geteilt durch alle Abfallgebührenzahler macht? Genau: „Lediglich mikroskopisch kleine Beträge“ (Schlepütz).

Mats Schönauer

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