Deutschlands erste reine Blindenballsportanlage in Dortmund ist ein Schmuckstück für Ligaspiele
03.04.2011 | 16:27 Uhr 2011-04-03T16:27:00+0200
Kirchderne.Deutschlands erste reine Blindenballsportanlage wurde Samstag von OB Ullrich Sierau offiziell ihrer Bestimmung übergeben. 250 000 Euro betrugen die Baukosten. Hasan Caglikalp vom ISC Viktoria Kirchderne dankte allen, „die uns die Türen aufgemacht haben“.
Einige hatten sich besonders für die insgesamt 4000 Quadratmeter große Sportanlage an der Derner Straße stark gemacht: OB Sierau nannte die SPD-Ratsvertreter Bruno Schreurs und Richard Utech. Hasan Caglikalp erwähnte Bezirksbürgermeister Rüdiger Schmidt. Und Bodo Champignon, der die Eröffnungszeremonie gewohnt routiniert moderierte, würdigte den Einsatz von Stadtdirektor Jörg Stüdemann, als Dezernent auch für den Bereich Sport zuständig. Mit Ausnahme von Stüdemann ließen es sich die Genannten allesamt nicht nehmen, Grußworte an die Besucher zu richten.
Ullrich Sierau zeigte sich „glücklich und stolz“, dass die Anlage für blinde Ballsportler „trotz der schwierigen Haushaltslage“ realisiert werden konnte. Er habe angesichts der außergewöhnlichen Leistungen von gehandicapten Sportlern oft seine Probleme, hier von einer Behinderung zu sprechen. So auch mit Blick auf die sehbehinderten Fuß- beziehungsweise Torballer vom ISC Viktoria Kirchderne: „Das ist Spitzensport, was Sie hier leisten“, so Sierau. Deren Ergebnisse geben dem OB Recht: 2010 waren sie Deutscher Meister im Torball – und in der Blindenfußball-Bundesliga rangieren sie ebenso in der Spitzengruppe (zuletzt Vize-Meister). Gewürdigt wurde das in weiteren Grußworten, u.a. von Jörg Rüppel (StadtSportBund) und Jürgen Grondziewski (WFLV, Kreis Dortmund).
Dann zeigten die sehbehinderten Fußballer, was sie drauf haben: Bei einem Eröffnungsturnier kickten sie zunächst gegen den PSV Köln – bei besten Bedingungen. Das Wetter spielte mit. Und das neue Kleinspielfeld ist in der Tat ein Schmuckstück: 20 mal 45 Meter Kunstrasen – mit einer Bande, die den Spezialball (mit integrierter Rassel) im Spielfeld hält. Bisher wurden Ligaspiele meist in Eving oder Scharnhorst ausgerichtet – jeweils verbunden mit dem aufwändigen Transport der Seitenbanden.
Das gehört mit der neuen Anlage jetzt der Vergangenheit an. Um den Platz herum: 750 qm Pflasterfläche. In einer Garage sind Wasser- und Elektroanschlüsse untergebracht.
Ein Hydrant sorgt für die Beregnung. Fundamente für spätere Flutlichtmasten sind gelegt. Als Ballfang und zur Sicherung erhielt die Anlage einen vier Meter hohen Zaun. Vier Behindertenparkplätze gehören zur Infrastruktur. Ein Großteil der Arbeiten war zwischen September und Dezember 2010 erfolgt.
Das Drumherum
Das Kleinspielfeld (20 m x 45 m) hat einen Belag aus Kunstrasen. Eine seitlich umlaufende Bande behält den Ball im Spielfeld. Die umlaufenden Pflasterflächen (750 m²) erschließen das Gelände und die Infrastruktur in Form einer Fertiggarage. Hier sind die Wasser- und Elektroanschlüsse untergebracht. Für die spätere Installation der beiden Flutlichtmasten sind bereits die Fundamente erstellt und die Kabel verlegt. Ebenso ist ein Hydrant für die Beregnung des Platzes eingebaut.
Die Rasenflächen bieten Aufenthaltsqualität und Potenzial für den Standort eines Vereinsgebäudes. Die anschließenden Wiesenflächen und Randbereiche des Parkplatzes sind noch mit Bäumen zu bepflanzen und werden Bestandteil der zu erbringenden Ausgleichsflächen. Zur Infrastruktur sind noch vier Behindertenstellplätze zu rechnen. Das Sportgelände hat zur Sicherung und als Ballfang eine vier Meter hohe Zaunanlage erhalten.
17:38
So eine Anlage ist sicherlich klasse. Offen ist, ob die Verhältnisäßigkeit gewahrt ist.
Wie viele Personen nutzen sie?
Wie viele Nachfrager werden sonst benötigt, um eine so hohe Summe zu investieren?