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Deutscher Schulpreis rückt näher

16.01.2011 | 17:42 Uhr
Deutscher Schulpreis rückt näher
Nach anderthalb Tagen genauestem Schulcheck standen Rektorat und Jury Rede und Antwort. Klare Ansagen alerdings gibt es erst im März. Foto: Michael Printz

Brackel.Am 24. März wird Rektor Klaus Zielonka vor dem Telefon sitzen – und auf einen Anruf von Katharina Burger-Springwald warten. Wird sie ihm dann mitteilen, dass die Geschwister-Scholl-Gesamtschule bei der Endrunde des „Deutschen Schulpreises“ dabei ist?

Derzeit geht der Wettbewerb, initiiert von Robert-Bosch-Stiftung sowie Heidehof-Stiftung mit „stern“ und ARD, in die heiße Phase: Aus 119 Bewerbungen wurden schon zwanzig Schulen ausgewählt, die sich nun den Expertenteams präsentieren. Unter den Top 20 ist die Geschwister-Scholl-Gesamtschule bereits. Jetzt machten sich die Schulpreis-Juroren zwei Tage lang vor Ort ein genaues Bild – bei Unterrichts- und Projektbesuchen, Rundgängen sowie Gesprächen mit Lehrern, Schülern und Eltern.

Die Gesamtschule hofft nun, unter die letzten 15 zu kommen – nach Berlin, wo am 10. Juni Bundespräsident Christian Wulff die Preisträger ehren soll. Zudem gibt’s Geld: 100 000 Euro für die Sieger-Schule, bis zu 25 000 Euro für die nächsten Plätze.

„Vielen Dank für die Erfahrung. Aber wo Sie landen werden, können wir Ihnen heute noch nicht sagen“, hielt Katharina Burger-Springwald von der Bosch-Stiftung jetzt die Spannung in Brackel aufrecht. Denn die Besuche in den Top-20-Schulen sind erst angelaufen. Am 23. März entscheidet die Jury, am 24. wird dann telefonisch eingeladen.

Auch Klaus Zielonka ist gespannt. Wobei: „Wir haben eigentlich schon jetzt gewonnen.“ Noch nie habe er hier eine „so tolle und intensive Woche erlebt“. Zielonka hält es mit BVB-Trainer Klopp: keine großen Worte in Sachen „Meisterschaft“.

Aber erneut warb der Rektor kräftig für seine Schule, benannte im Beisein der Juroren die differenzierten Profilangebote bei Mathematik, Naturwissenschaften sowie bei den Sprachen (mit bilingualem Schwerpunkt ab Klasse fünf). Sogar Chinesisch als zweite Fremdsprache ab Klasse sechs gebe es hier – „fünf Jahre vor dem allgemeinen Trend“. Zudem: individuelle Ansätze im Fach Deutsch, generell eine differenzierte Förderung (Stichwort: „Inklusion“).

Dies würdigte schon jetzt auch das Expertenteam aus Erziehungswissenschaftlern: Prof. Dr. Eckhard Klieme (Frankfurt) hatte „eine beeindruckende Schule“ kennen gelernt, „die sich auf besondere Wege gemacht hat“. Diese Schule sei „ein Modellfall“. Und Prof. Dr. Silvia-Iris Beutel (Dortmund): „Sie gehören zu den Schulen, die jetzt bundesweit bekannt werden.“ Gesehen habe sie „Ideen, die man schulpraktisch realisieren kann“, während Prof. Dr. Hermann Veith (Göttingen) Werte wie Offenheit und Toleranz betonte: „Ihre Schule macht ihrem Namen alle Ehre – und das heißt viel.“

Christian Chmel

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