Der Wald ist jetzt für alle da
02.02.2012 | 12:36 Uhr 2012-02-02T12:36:00+0100
Eving.Die Reitrunde im Grävingholz bleibt erhalten. Nach Ablauf des Probejahres kamen die meisten Politiker in der Bezirksvertretung Eving am Mittwoch Abend (2. Februar) zu der Ansicht: Radler, Läufer, Spaziergänger und Pferdefreunde könnten auf Dauer miteinander auskommen auf den gekennzeichneten Wegen.
Das beschlossen 15 (von insgesamt 17) Bezirksvertreter von SPD, CDU, Bürgerliste und Grünen nach einer lebendigen Diskussion. Zuvor hatte der Leiter des Umweltamtes, Dr. Wilhelm Grote, aus den Erfahrungen des Probejahres berichtet.
Danach hätten die Wege im Grävingholz unter den Reitern nicht gelitten; auch die Beschwerdelage sei hinnehmbar.
Zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen zwischen den einzelnen Nutzern, so Dr. Grote, sei es nicht gekommen. Alle Reiter und Spaziergänger, Radler und Hundefreude – sie alle könnten miteinander den Wald genießen, indem sie gegenseitige Rücksichtnahme übten.
Er plädierte deshalb dafür, den Versuch weiter zu entwickeln. Alle Nutzergruppen müssten die gegenseitige Rücksichtnahme aber noch besser lernen.
Diese Berichterstattung ermutigte fast alle Fraktionen in der Bezirksvertretung die Reitrunde dauerhaft zu erhalten. Allerdings knüpften die Fraktionen eine Bitte an ihr Votum: Die Reitwege müssen vernünftig ausgeschildert werden. Außerdem soll die Verwaltung in einem Jahr nochmals berichten, wie sich das Miteinander entwickelt hat.
Unter dem Strich sei der Versuch gelungen. Konflikte werde es aber immer geben. „Schwarze Schafe gibt es überall“, so Fraktionssprecher Hans-Jürgen Unterkötter. Die Bedenken des Lauftreffs Brechten, wonach Pferde Stolperfallen für Jogger hinterlassen (Pferdeäpfel, tiefe Hufabdrücke etc.), beeindruckten die Mehrheit des Vor-Ort-Parlaments nicht nachhaltig. Unterkötter: „Auch auf Hundehinterlassenschaften kann man ausrutschen.“
Die zweiköpfige FBI-Fraktion in der Bezirksvertretung Eving blieb bei ihrer bekannten Auffassung, wonach „Pferde nicht in den Wald sondern auf die Weide gehören“, wie Fraktionsvorsitzender Detlef Münch es häufiger formulierte. Sie lehnte bereits das Probejahr ab.
Für die SPD zeigt die Probezeit, dass freilaufende Hunde für Ärger mit Spaziergängern und Joggern im Wald sorgen. Deshalb will die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Eving nun darüber nachdenken, ob sie ein Anleingebot - zumindest auf der Reitrunde - für die kleineren Vierbeiner beantragen soll.
Das berichtete Fraktionssprecher Hans-Jürgen Unterkötter vor wenigen Tagen unserer Zeitung bei einem Redaktionsbesuch.
04:39
Wieder ein Thema für die wichtigen Evinger Lokalpolitiker: Haufen im Wald!
Der Unterschied einer Pferdehinterlassenschaft und der eines Hundes sollte auch lokalen Politikern bekannt sein, dass das Pferd sich auf dem Weg in großen Mengen entleert, während viele Hunde den Weg verschonen, entspricht der Lebenserfahrung. Aber offensichtlich nur dann, wenn man kein Lokalpolitiker ist. Hier sind die Bemerkungen der Jogger nachvollziehbar. Die Super-Idee mit der Stirnlampe als Radarschirm für Haufen beim Joggen zeigt, dass wir vielleicht doch auf solche Vertretungen verzichten sollten.
Dass Hunde im Waldgebiet angeleint werden sollen, ist nachvollziehbar. Auch Rehe haben das Recht, den Wald zu nutzen, ohne von Hunden angegriffen zu werden. Der Kampf Reh- Hund ist im Wald durchaus zu beobachten und führt zu sehr verängstigten Spaziergänger, die sich vermutlich überlegen, wie es aussieht, wenn der Hund ein Kind angreift. Wie viele Menschen vermeiden den Waldspaziergang wegen der Hunde?
Wie sieht es denn mit der Reinigung der Wege durch die Reiter aus? Das ist doch zumutbar. Ebenso gibt es diverse Sammelkonstruktionen, die in Städten mit Kutschen verwendet werden.