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Das schlafende Kraftwerk an der Gleiwitzstraße

22.02.2013 | 17:12 Uhr
Dieser mit Öl betriebene Tank ersetzte Anfang der 70er-Jahre drei Kohle-Tanks. Diplomingenieur Hubert Gößling hat ein Faible für die alte Anlage.
Dieser mit Öl betriebene Tank ersetzte Anfang der 70er-Jahre drei Kohle-Tanks. Diplomingenieur Hubert Gößling hat ein Faible für die alte Anlage.Foto: Andreas Schröter

Scharnhorst.  Fast vergessen, aber noch voll funktionsfähig: An der Gleiwitzstraße steht ein uraltes Heizwerk. Früher hat es die Häuser der MSA-Siedlung geheizt. Und noch heute kommt es alle paar Jahre für ein paar Stunden zum Einsatz.

Von außen ist das Werk an dem markanten Turm in Höhe des Hauses mit der Hausnummer 148 zu erkennen, der von der Straße leicht zurückgesetzt steht. Zusammen mit der Siedlung wurde das Werk Ende 1954 fertiggestellt.
In der halb unter der Erde liegenden Halle, die zum Werk gehört, standen früher drei riesige Kohle-Heizkessel. Das änderte die Fernwärme Niederrhein, die die Anlage 1971 übernahm. Sie ersetzte die drei Kessel durch einen einzigen, der mit Öl betrieben wird. Vor 1971 hatten die Bewohner der MSA-Siedlung das Werk übrigens in Eigenregie betrieben.
Niemand will sich vom alten Schätzchen trennen
Fast gleichzeitig entstand aber auch das Heizwerk Sanderoth 1 gut einen Kilometer entfernt. Das führte dazu, dass das alte Werk immer mehr an Bedeutung verlor. Die Wärme für die gesamte Siedlung kam nun aus der neuen Anlage.
Trotzdem, so Hubert Gößling von der Firma Fernwärme Niederrhein, wolle sich niemand von dem alten Schätzchen trennen, das offiziell der LEG gehört. Fernwärme Niederrhein bedient es nur.
Noteinsatz bei -17 Grad

Ein komplettes Heizwerk in Reserve zu haben, sei schließlich immer gut. Und alle paar Jahre werde es auch noch gebraucht. Gößling erinnert sich an den besonders strengen Winter 96/97, als das Werk hochgefahren werden musste, um die Wärmeversorgung bei konstanten -17 Grad sicherzustellen.
Hochgefahren wird es aber auch heute noch etwa alle 14 Tage - zur Probe. Sicher, irgendwann - vielleicht in zehn Jahren - muss der Kessel erneuert werden, und dann stelle sich die Frage, ob man die Investition noch tätigen wolle, so Gößling.
Ein Faible für die Anlage
Der Diplomingenieur gibt zu, dass er ein Faible für die alte Anlage mit ihrem museumsreifen Schaltpult hat, aber genauso wichtig ist es ihm zu betonen, dass die anderen Heizwerke von Fernwärme Niederrhein selbstverständlich viel moderner ausgestattet sind.

Sie funktionieren per Touch-Screen und Computer und nicht mehr per vorsintflutlichem Drehschalter.

Von Andreas Schröter

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