Das ist Leo Lebendig

Wer ihn kennt, schätzt ihn als sympathisch-skurrilen Farbtupfer im Osten der Stadt den Künstler mit der charakteristischen Zipfelmütze: Leo Lebendig. Wer er ist - und was er macht, erklären wir an dieser Stelle.

Asseln.. Seit 30 Jahren lebt und arbeitet er mit seiner Frau in einem alten Fachwerkhaus am Asselner Hellweg. Und das ausgesprochen gerne: "Mein Lebensraum ist Asseln", sagt er. Das 200 Jahre alte Haus und den dazugehörigen Garten bezieht er in seine Kunst ein.

"Der Garten ist ein Stück Haut von Mutter Erde", sagt er, und deshalb müsse man pfleglich damit umgehen. Als Mutter Erde schwer verletzt wurde - beim Fukushima-Unglück im März 2011 - hat Lebendig einen Gedenkstein errichtet, der an dieses Unglück erinnert.

Direkt daneben befindet sich eine Art Nadel, die 108 Zentimeter tief in die Erde ragt und etwas an einen überdimensionierten Ölmessstab erinnert. Der Stab ist mit Leo Lebendigs Logo, zwei ineinander verschlungenen Buchstaben L, verziert.

Leben und Liebe

Dieses Kunstwerk markiere den Lebensraum des Künstlers. Der Buchstabe L stehe aber auch für Love -oder eben das Leben. Letzteres ist ein immer wiederkehrendes Motiv im Werk des 75-Jährigen. Auch einen Lebensbaum, einen Ginkgo, hat er folgerichtig in seinem Garten gepflanzt.

Ein paar Meter weiter hängen die Oberhemden des Künstlers zum Lüften. Er trage an jedem Tag in der Woche ein andersfarbiges Hemd. Solche Rituale hängen mit Spiritualität zusammen, die ihm wichtig ist, weil sie ihm Kraft und Ruhe gibt. Zu Leo Lebendig ist der Mann, der eigentlich Hans-Jürgen Troegel heißt, im Jahre 1985 geworden.

Jeden Morgen, bevor er in die Schule ging - er war Kunstlehrer an der Hauptschule Hörde - malte er damals. Irgendwann habe er sich schlecht gefühlt, seine Bilder aus dieser Zeit wirken folglich düster und traurig. Dann jedoch sei das Leben wie bei einem Vulkanausbruch wieder aus ihm herausgebrochen. Fortan nannte er sich Leo Lebendig. Bekannt ist auch sein "Friedenslicht der Religionen", das er bei der Kulturhauptstadt Ruhr2010 vorgestellt hat.
Diese Geschichte hat Leserin Mahdesta Knauf vorgeschlagen. Sie findet, dass Leo Lebendig die Menschen mit seiner Kunst berührt. In der eZeitung finden Sieinsgesamt mehr als ein DutzendLesergeschichten.