Darum steht das Oktoberfest in Brackel auf der Kippe

Seit fast 20 Jahren feiert Brackel jedes Jahr ein großes Oktoberfest. Jetzt könnte das erste Jahr sein, in dem das Traditionsfest nicht stattfinden kann - der Grund: zu hohe Auflagen. Wir erklären die Hintergründe.

Brackel.. Ständig neue Auflagen machen es den Stadtteilen zunehmend schwerer, ihre traditionellen Feste auszurichten."Man will es den Vereinen so schwer machen, dass Stadtteilfeste nicht mehr stattfinden", sagte Ulrich Biegemeier, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Brackeler Vereine (ABV), bei der Jahresversammlung der ABV und ging mit den neuen Auflagen fürs Oktoberfest hart ins Gericht.

Was genau ist das Problem?

"Es gibt seitens Feuerwehr und Verwaltung immer mehr Auflagen und immer neue Mängelliste, die kurzfristig abzuarbeiten sind", so Biegemeier. "Dabei handelt es sich nur um Killefitz."

Entstehen zusätzliche Kosten?

Ja, teuer ist das Procedere tatsächlich. Rund 1000 Euro koste es jährlich nach dem neuem Katasterplan, der nur alle fünf Jahre erneuert werde, inklusive Abnahme und notwendigen Arbeiten. "Wir richten ein Stadtteilfest aus, nicht die Loveparade", entrüstete sich Biegemeier. "Bei unserem Oktoberfest sind ausreichende Fluchtwege da."

Wie läuft die Genehmigung ab?

Früh im Jahr würden die Unterlagen eingereicht, doch erst am Tag vor der Veranstaltung erhalte man die Genehmigung. "Das war mal anders", so der Vertreter der Brackeler Vereine. "Obwohl der Oberbürgermeister eine schnellere Bearbeitung zugesagt hatte."

Wohin kann das führen?

Biegemeier befürchtet, dass es schon bald keine Stadtteilfeste mehr geben wird - wenn die Politik nichts ändert."Ich kann mir Brackel ohne Oktoberfest nicht mehr vorstellen", so Biegemeier. 2016 würde das Oktoberfest seinen 20. Geburtstag feiern. Im Dezember 2014 hatte aufgrund zu hoher Auflagen auch der Nikolausmarkt in Aplerbeck nicht stattfinden können.