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Hohenbuschei

Brackel und BVB ehren Platzwart und Naziopfer Czerkus

31.08.2012 | 06:00 Uhr
Die Heinrich-Czerkus-Allee.Foto: Jochen Linz/PiLi

Brackel.   In der Brackeler Reihe „Bunt statt braun“ wird am 10. September ein weiteres Legendenschild im Neubaugebiet Hohenbuschei enthüllt: Den von Nazis ermordeten BVB-Platzwart Heinrich Czerkus werden OB Ullrich Sierau und Borussia-Boss „Aki“ Watzke ehren.

Sieben auf einen Streich schaffte einst das tapfere Schneiderlein in Grimms Märchen. Zwei Fliegen mit einer Klappe trifft nun Karl-Heinz Czierpka, auf dessen Initiative hin am 10. September (ab 18 Uhr) die Heinrich-Czerkus-Allee am BVB-Trainingszentrum in Brackel offiziell eingeweiht bzw. das Legendenschild des von Nazis ermordeten Platzwarts von Borussia Dortmund enthüllt wird. Diese Ehrung auf Hohenbuschei fällt nämlich mitten in die Brackeler Aktionsreihe „Bunt statt braun“, das zweiwöchige Programm startet heute.

Kommunist und Hitler-Gegner Heinrich Czerkus starb im April 1945 bei den sogenannten Karfreitagsmorden in Dortmund. Er war verscharrt worden, ehe er später mit 300 anderen Toten in der Bittermark begraben wurde.

In Dortmund erinnert vieles an Czerkus. 2009 wurde etwa an Karfreitag eine Gedenktafel am Signal-Iduna Park in der Nähe des Durchgangs zum Stadion Rote Erde eingeweiht, jährlich (das nächste Mal am 29. März 2013) gibt es einen Lauf zu seinen Ehren. Zudem hat sich ein gleichnamiger BVB-Fanclub im 100. Jahr des Vereinsbestehens gegründet: 70 Mitglieder bekämpfen so im In- und Ausland Rassismus, Gewalt und nationalsozialistisches Gedankengut.

350 Euro pro Legendenschild

Das Legendenschild, das einige Stunden vor der offiziellen Enthüllung im Beisein von Oberbürgermeister Ullrich Sierau und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (Czierpka besprach sich im Vorfeld auch mit Präsident Reinhard Rauball) an einer Laterne angebracht wird, erwähnt auf vier Zeilen die Lebenszeit - 1894 bis 1945 - des BVB-Vereinswarts und Widerstandskämpfers sowie dessen Ermordung im Rombergpark. Im neuen Wohngebiet ist es das erste prominente Straßenschild. Der Vorgänger steht seit dem 29. Juni 2009 im Gewerbegebiet in der Adi-Preißler-Allee am BVB-Trainingszentrum, 26 weitere folgen noch in Abstimmung mit dem Tiefbauamt. Die Hohenbuschei GmbH, die dazu eine Firma beauftragt hat, kommt für die Kosten von 350 Euro pro Schild auf und erfüllt somit einen den Wunsch der Bezirksvertretung Brackel.

Vor der feierlichen Schild-Enthüllung, bei der auch Blasmusik von Schwarz-rot Atemgold an dem aufgebauten Pavillon zu hören sein wird, startet um 16 Uhr eine zweistündige Fahrradtour zu Gedenkstätten und Stolpersteinen im Stadtbezirk. Teilnehmen kann jeder Interessierte mit einem verkehrssicheren Rad, Treffpunkt für die Tour ist an der Brackeler Kirche, wo es mit einem Prolog losgeht.

Nach der Feier zur Ausstellung

Nach der etwa halbstündigen Feier mit Redebeiträgen von Sierau und Watzke führen Geschwister-Scholl-Schüler in ihrem Gebäude durch die Ausstellung „Wege der Erinnerung“ - hier geht es um die vielen Opfer der letzten Kriegstage, als sich die Nazis kurz vor dem Ende ihrer Schreckensherrschaft der noch inhaftierten Feinde und Zeugen entledigten.

Gedächtnis-Lauf

Steffen Gerber


Kommentare
01.09.2012
00:27
Brackel und BVB ehren Platzwart und Naziopfer Czerkus
von Drunsonst | #1

Wäre es der Redaktion vielleicht möglich mal journallistisch zu ermitteln und zu berichten, warum die Gestapo den BVB Platzwart Czerkus kurz vor Kriegsende 1945 exekutiert hat? An schlechter Rasenpflege kann es ja wohl kaum gelegen haben.

1 Antwort
Brackel und BVB ehren Platzwart und Naziopfer Czerkus
von Talentfoerderer | #1-1

Weil er ein Kommunist und Hitler-Gegner war. Mehr Erkklärung braucht es dafür nicht.

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