Das aktuelle Wetter Dortmund 20°C
Nord-Ost

Bodenständig und authentisch: Wisbar wird 60

26.01.2013 | 00:27 Uhr

Mengede. Er gilt als Mann des Ausgleichs. Ist meinungsstark, diskussionsfreudig, humorvoll. Streiten mag er eigentlich nicht. Wenn es sich aber im politischen Alltagsgeschäft partout nicht vermeiden lässt, bietet er seinem Gegenüber schnell die Stirn. Dann ruft er sein großes Repertoire an Argumenten ab, um zu überzeugen, um nach machbaren Lösungen, nach tragfähigen Kompromissen und Konzepten zu suchen. Bei all seiner Schaffenskraft hat Bruno Wisbar nämlich nur eines im Sinn: Wie bringe ich meinen Stadtbezirk weiter nach vorn? Mengedes Bezirksbürgermeister feiert heute 60. Geburtstag.

Typisch für ihn: Das runde Wiegenfest findet im kleinen, überschaubaren Kreise statt. Mit der Familie wird heute bei „Tante Amanda“ in Westerfilde lecker getafelt. Und gut ist.

Bruno Wisbar ist ein Dortmunder Urgestein. Darauf ist er mächtig stolz. In Schüren aufgewachsen und zur Schule gegangen, beginnt er Ende der 1960er Jahre eine Ausbildung bei den Dortmunder Stadtwerken als Krankenkassen-Fachmann. Heute ist Wisbar als Krankenkassen-Betriebswirt tätig. Appetit auf die Politik bekam er mit dem Eintritt bei den Jusos. „Richtig eingestiegen“, erinnert sich das Geburtstagskind im Gespräch mit dieser Zeitung, „bin ich Mitte der 90er Jahre. Meine politische Heimat ist der SPD-Ortsverein Westerfilde.“ Für den ehrgeizigen Wisbar geht es in den Folgejahren politisch steil nach oben. Anfang 2000 wird er stellvertretender Bezirksvorsteher. Seit 2004 ist er gar Bezirksbürgermeister. Anfangs tut sich der Neue schwer. Böse Zungen tuscheln hinter vorgehaltener Hand: Der hält sich nicht lange im Amt. Doch die Kritiker sollten sich gewaltig täuschen.Wisbar arbeitet sich ein, beißt sich fest und wächst in seine neue Rolle hinein. Im nächsten Jahr ist er bereits zehn Jahre im Amt. Bereut hat er diesen Schritt nie: „Ich bin Sozialdemokrat. Aber auch Bezirksbürgermeister. Und somit für alle Menschen in meinem Stadtbezirk zuständig. Auch für die, die eine andere politische Ausrichtung favorisieren.“ Wisbar wirkt nie abgehoben, ist – im Gegenteil – stets bodenständig geblieben. „Ich bin ein Bürgermeister zum Anfassen“, sagt er. „Bürger mit Sorgen, mit Nöten und Ängsten können mich in den Sprechstunden jederzeit aufsuchen. Ich gehe auf jeden individuell ein. Das war gestern so. Und wird morgen nicht anders sein.“

Was ihn in diesen Tagen indes nicht gut schlafen lässt: Die Bezirksvertretungen erhalten immer weniger Mittel. Der Stadtbezirk Mengede macht da keine Ausnahme. Für Wisbar wird es daher mehr und mehr zu einer Herkulesaufgabe, „das wenige, zur Verfügung stehende Geld zielgerichtet einzusetzen. Für Straßen, für Schulen, für die Kinderjugendarbeit. Und nicht zuletzt für die beiden Aktionsräume im Stadtbezirk.“

Wisbar hat die Zukunft Mengedes fest im Blick und weiß: Es gibt weiter viel zu tun. Aber heute lässt er die Arbeit ruhen. Dafür gibt einen absolut nachvollziehbaren Grund.

Norbert Jacobs



Empfehlen
Lesen Sie auch
Kommentare
Kommentare
autoimport
Fotos und Videos
Neue Klänge im alten Schloss
Bildgalerie
Fotostrecke
Zukunft des Körner Kreisels
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Gemeinnützige Organisationen können von Strafverfahren profitieren
Ungleicher Geldsegen
Richter und Staatsanwälte verteilen jedes Jahr in Dortmund nicht unerhebliche Summen an gemeinnützige Vereine und Verbände. Dabei haben die Staatsdiener ziemlich freie Hand. Ergebnis: Das Füllhorn wird über die Organisationen sehr unterschiedlich ausgeschüttet. Das Verfahren ist alles andere als...
Stadt plant neue Wohnsiedlung
Ehemaliges Bergstadion
Auf der Fläche des ehemaligen Bergstadions im Bereich Winterkampweg/Probstheidastraße möchte die Stadt unter dem Namen "Wohnsiedlung Am Eckey" 28 Wohnungen und ein Seniorenheim errichten. Die Bebauungspläne beschäftigten die Bezirksvertretung Eving.
64 Jahre alte Fußgängerin von Auto erfasst
Schwer verletzt
Bei einem Verkehrsunfall an der Rauschenbachstraße ist eine 64-jährige Dortmunderin gestern schwer verletzt worden. Sie wollte offenbar die Straße überqueren und wurde dabei von einem Auto erfasst.
Spielplatz: Diskussion über Renovierung
Hallesche Straße
Der verwahrloste Spielplatz an der Halleschen Straße ist wieder zum Diskussionsthema geworden. Eltern hatten über den schlechten Zustand des Spielplatzes geklagt. Jetzt will der Bezirksbürgermeister Innenstadt-Ost Abhilfe schaffen.
Arbeiterwohlfahrt Brechten kritisiert Linien-Änderung
Bus 414
Die Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Brechten sind stinksauer auf DSW21. Grund ist ein geänderter Strecken-Fahrplan für die Buslinie 414. Die Änderung hätte zur Folge, dass einige Haltestellen komplett wegfielen. Für viele Besucher der AWO-Begegnungsstätte wäre das eine Katastrophe.