Das aktuelle Wetter Dortmund 9°C
Ordnungswidrigkeiten

Betrunkene Jugendliche ärgern Anwohner in Asseln und Polizei Dortmund

24.07.2012 | 17:20 Uhr
Ruhestörung, Vandalismus, Widerstand: Alkoholisierte Jugendliche fallen wieder öfter am Asselner Hellweg auf.

Dortmund-Asseln.  Alkoholisierte Jugendliche und Heranwachsende fallen wieder öfter rund um den Asselner Hellweg auf. Anfang Juli wurden Polizisten angespuckt, einige Partygänger randalierten. Polizei und Ordnungsamt sind alarmiert, ein Pfarrer will das Problem konkret angehen.

Schon lange ärgern sich Anwohner am Asselner Hellweg immer wieder über Saufgelage von Jugendlichen und jungen Erwachsenen . Nun hat sich die Lage zugespitzt: „Nach einer Beruhigung im Mai hat sich die negative Entwicklung im Juni und Juli wieder fortgesetzt“, sagt Ulf Schlüter, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde Asseln.

Auch Udo Tigges, Leiter der dortigen Polizeiwache, bestätigt diesen Trend: „Am heftigsten war es in der Nacht vom 6. auf den 7. Juli, als wir viele Betrunkene von etwa 150 Jugendlichen aus Asseln, Brackel, Wickede und Scharnhorst am Hellweg antrafen.“ Die meisten von ihnen seien generell (wie auch am Ferienanfang) gutmütig, aber ungefähr zehn Prozent einer jeden Gruppe mache Schwierigkeiten. „Wir wurden angespuckt, es flogen Flaschen, einige urinierten gegen die Kirche. Dazu gab es Beschimpfungen, die Kollegen mussten verbal einiges aushalten.“ 20 Polizisten sprachen Platzverweise aus, zwei Widerständler kamen in Gewahrsam.

Problem verlagert

Auch verstärkte Präsenz von Polizei und Ordnungsamt hätten das Problem rund um die Lutherkirche nicht behoben, sondern scheinbar nur verlagert. Wie nun vorerst jeden Freitag ist die Polizei mit ihrer Mobilen Wache vor Ort. Folge: Am vergangenen Wochenende sahen die Anwohner alkoholisierte Gruppen nicht mehr am Hellweg, sondern auf dem Schulhof am Grüningsweg. „Ob das nun 40, 50 oder 60 waren - diese Leute verhalten sich oft aggressiv und randalieren, je mehr Alkohol sie trinken“, so Schlüter.

Der hat nun Anwohner zur offenen Diskussion am Mittwoch, 19 Uhr, in Asselns Bücherei eingeladen. Ziel: ein besserer Informations-Austausch. „Wie können wir systematischer dagegen vorgehen, sollen wir die Vorkommnisse dokumentieren, wer informiert die Behörden? Über diese Fragen sollten wir uns Gedanken machen“, meint Schlüter, der angesichts der Ferienzeit mit „zwei bis drei Dutzend Anwohnern“ rechnet. Ergebnisse erwarte er nicht, aber eine engagierte Diskussion.

Heftiger Vorfall in der Nacht 6./7. Juli

Hoffentlich nicht so engagiert, wie sich einige Randalierer bei dem Gelage Anfang Juli verhielten. „Dieser Vorfall vor zweieinhalb Wochen war schon heftig. Ich lasse meine beiden Töchter jedenfalls an bestimmten Abenden nicht alleine an diesen Horden vorbeigehen“, sagt Pfarrer Schlüter. „Natürlich ist das auch für die Polizei unangenehm, aber diese Situationen können ja weiter eskalieren. Also sollten wir Anwohner mit den Behörden nach Lösungen suchen.“

Was im Sinne von Tigges ist. Der verweist etwa auf den Kiosk gegenüber der Kirche, an dem sich die Jugendlichen mit Alkohol eindecken. „Sobald der kurz nach Mitternacht schließt, wird es recht schnell ruhiger.“ Zudem blickt er auf hauptamtliche Kräfte in Scharnhorst, die dort dem Treiben Jugendlicher Einhalt gebieten. „Mich erinnert die aktuelle Entwicklung an die heftigen Vorkommnisse 2008 in Wickede. Momentan entwickelt sich Asseln in Richtung ‘Ballermann am Hellweg’. Manch einer der Betrunkenen hat Spaß daran, die Polizei herauszufordern!“

Dialog mit Betrunkenen schwierig

Dass bei den Schlüters schon mal zerbrochene Wodkaflaschen vor der Haustür lägen, sei nichts Besonderes. Ein Dialog mit den Alkoholisierten sei bis zu einer gewissen Grenze sinnvoll, doch „hochgradig Betrunkene sind dann irgendwann nur noch auf Randale aus, da müssen die Ordnungskräfte eingreifen“.

Dortmunds Polizei hat die Entwicklungen auf dem Radar. „Wir werden dort weiterhin mit dem Ordnungsamt Präsenz zeigen“, so Sprecher Peter Schulz, der das Einsatzaufkommen je nach Witterung einschätzt. „Anwohner sollen sich natürlich melden, wenn sie belästigt werden.“ Welche Organisationsform sich aus diesem Kreis entwickeln könne, wollte er nicht kommentieren.

Nicht mehr Ordnungshüter der Stadt

Laut Stadt-Pressesprecher Michael Meinders wisse das Jugendamt um die Probleme in Asseln. Das Ordnungsamt gehe weiter auf Streife, mehr Personal gebe es vorerst nicht. Neben Platzverweisen setzt die Behörde auf das Prinzip Jugendforum: „Wir suchen Ansprechpartner unter den Jugendlichen, die unter ihresgleichen mäßigend auftreten und als Multiplikatoren wirken.“ Was die Polizei nur bedingt befürwortet. Sobald die Lage eskaliere, müsse man die Rädelsführer herausziehen. „Mit Dialogen kommt man dann nicht weiter. Am besten wäre ein Alkoholverbot“, so Tigges.

Obwohl es viele Kontakte zwischen Anwohnern und Ordnungsamt gegeben habe, zieht Schlüter nach der Konzentration von Ordnungshütern in den Außenbezirken Dortmunds für Asseln vorerst ein ernüchterndes Fazit: „Das hat tatsächlich noch nicht geholfen.“

Trinkraum Dortmund eröffnet

 

Von Steffen Gerber


Kommentare
25.07.2012
10:18
Betrunkene Jugendliche ärgern Anwohner in Asseln und Polizei Dortmund
von esquerda | #1

Ich habe das einmal miterlebt und die auf Krawallgebürsteten waren nicht 10% sondern 80-90% der Rest war schon so zugedröhnt das sie nur noch torkelnd lallen konnten.
Als Polizist könnte ich,wenn man mich Bullenschwein nennt und mich versucht anzuspucken,nicht mehr deeskalierend wirken.
Grober Klotz-Grober Keil-e

Aus dem Ressort
Feuer in Mehrfamilienhaus - 94-Jährige erleidet Rauchgasvergiftung
Wambeler Hellweg
Bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus am Wambeler Hellweg ist am Ostersonntag eine 94 Jahre alte Frau schwer verletzt worden. Der Brand war gegen 13.17 Uhr in der Küche des Hauses ausgebrochen. Als die Feuerwehr eintraf, schlugen die Flammen bereits einen Meter hoch aus dem Fenster.
Schützenverein gibt nach 175-jähriger Geschichte auf
Mitgliederschwund
Eine Tradition stirbt: Als der Bürgerschützenverein Brackel im Jahr 1839 gegründet wurde, war der Ort noch eine beschauliche eigenständige Bauernschaft und Dortmund hatte weniger als 10.000 Einwohner. Ende dieses Jahres müssen sich die Schützen auflösen. Nach 175 Jahren gibt es keinen Nachwuchs...
Bürgerinitiative kämpft gegen Windkraftanlagen
Brechtener Niederung
Großer Widerstand gegen Ökostrom: Die "Bürgerinitiative zum Erhalt der Brechtener Niederung" wehrt sich gegen den geplanten Bau von Windrädern im Stadtteil. Dabei argumentiert sie mit dem Umweltschutz - und macht mit außergewöhnlichen Mitteln auf sich aufmerksam.
Fahrerin trifft nach Tod von Dreijährigem wohl keine Schuld
Straßenbahn-Unglück
Die Ermittlungen der Polizei zum tödlichen Stadtbahn-Unfall an der Evinger Straße sind abgeschlossen. Das Ergebnis: Die Stadtbahn-Fahrerin von DSW21 ist nicht für den Tod eines dreijährigen Jungen verantwortlich, der zwischen zwei gekoppelte Waggons gestürzt, mitgeschleift und so getötet worden war.
Toter Dreijähriger: Stadtbahn-Fahrerin trifft keine Schuld
Ermittlungen zu Unglück...
Die Ermittlungen der Polizei zum tödlichen Stadtbahn-Unfall an der Evinger Straße sind abgeschlossen. Das Ergebnis: Die Stadtbahn-Fahrerin von DSW21 ist nicht für den Tod eines dreijährigen Jungen verantwortlich, der zwischen zwei gekoppelte Waggons gestürzt, mitgeschleift und dadurch getötet worden...
Fotos und Videos
Feuer am Wambeler Hellweg
Bildgalerie
Fotostrecke
Jungs bleiben draußen: Das war die Sporterlebnisnacht für Mädchen
Bildgalerie
Fotostrecke
AWO-Olympiade
Bildgalerie
Fotostrecke
Evinger Frühling
Bildgalerie
Fotostrecke