Bergbauschäden: In diesem Haus reißen die Wände

Risse in den Wänden, die Außenmauer wölbt sich vor, die Treppe ist verschoben: Bergbauschäden bedrohen die Standfestigkeit des Hauses an der Bayrischen Straße 50. Noch dazu steigen die Heizkosten enorm. Die Dogewo sieht die Situation nicht als dramatisch an.

Eving.. Das Haus in der Bayrischen Straße 50 stammt aus dem Jahr 1926. Mieter Robert Dettmann (50) fürchtet um die Standfestigkeit des Gebäudes. Im Keller und auf dem Dachboden zieht es. Die Heizkosten steigen enorm: "Im Monat zahlen wir 324 Euro für den Strom", sagt Dettmann, der mit Nachspeicher heizt. Die Dogewo sieht die Situation nicht dramatisch, will sie aber prüfen.

Dogewo ließ Eisenträger einsetzen

"Das ganze Haus ist in Bewegung", erläutert Robert Dettmann. Eving sei Bergsenkungsgebiet. Er weist auf Risse in der Wand in Bodenhöhe des Balkons hin, spricht von Vorwölbungen der Außenmauer. Im Treppenhaus zeigt er, wie ein Treppenansatz schon nicht mehr vollständig in der Fuge liegt. An verschiedenen Stellen hat Dogewo21 Eisenträger einsetzen lassen. Diese Bemühungen hält der Mieter aber für völlig unzureichend zur Stabilisierung.

Statik soll geprüft werden

Trotz der Bergschäden in Eving sei das Haus sicher, teilte Dogewo-Sprecherin Regine Stoerring dieser Redaktion mit. Einmal im Jahr werde eine Verkehrssicherheitsbegehung durchgeführt, die keine Beanstandungen ergeben habe. Dennoch werde die Wohnungsgesellschaft vorsorglich einen externen Experten beauftragen, die Statik des Gebäudes zu prüfen. Auch den Riss am Balkon werde man sich ansehen, versichert die Sprecherin.

Bergschäden in Gebäuden sind auf den Bergbau zurückzuführen, der Hohlräume unter Tage hat entstehen lassen.Dettmann wohnt seit 1988 mit seiner Frau Karin in der Bayrischen Straße 50. In dieser Zeit seien keine grundlegenden Sanierungen durchgeführt worden.Die Dortmunder Gesellschaft für Wohnen (Dogewo21) hat in Dortmund insgesamt rund 16.300 Wohnungen.