Beratungsdienst wohl auch in Zukunft ohne Psychologen
15.11.2009 | 18:24 Uhr 2009-11-15T18:24:00+0100Eving. Die Personallücke bleibt: In der Erziehungs- und Familienberatungsstelle in Eving wird wohl auch künftig ein Psychologe im Team fehlen. Die halbe Stelle bleibt offenbar aus Kostengründen weiter unbesetzt.
Das berichtete der zuständige Fachbereichsleiter beim Jugendamt, Alfred Hennekemper, als Gast in der jüngsten Bezirksvertretung Eving. Probleme in der Familie, Probleme in der Schule, Probleme bei Gewalt und Missbrauch – die Liste der Gründe, warum Kinder, Jugendliche und Eltern die Adresse am Evinger Platz aufsuchen, ist lang. „Meist hängen familiäre und schulische Probleme zusammen”, berichtete Hennekemper den Bezirksvertretern. „Deshalb ist ein multiprofessionelles Team sinvoll”. Ein Team also, dessen Mitarbeiter mit ihrer jeweiligen Fachkompetenz ein vielschichtiges Problem von mehreren Seiten entflechten. Bis vor wenigen Jahren arbeitete ein Psychologe mit Erzieherin, Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin Hand in Hand. Doch mit seiner Pensionierung in 2007 entstand eine Lücke, die bis heute nicht geschlossen wurde. Hennekemper zeigte sich in dem Gremium unglücklich über die Situation. Die halbe Stelle sei schon einmal von der Kämmerei abgelehnt worden; da sich die Finanzlage der Stadt verschärft habe, bestehe keine Aussicht auf mehr festes Personal. Deshalb helfe sich das Team mit einer Honorarkraft, die acht bis zehn Stunden pro Woche komme. Mehr sei im Moment nicht drin. Kurzum: Die Beratungsstelle Eving, die sich auf Handzetteln im Untertitel auch „Psychologischer Beratungsdienst” nennt, hat faktisch keinen festen Psychologen. Auch deshalb stünden laut Hennekemper aktuell 19 Hilfesuchenden auf der Liste. Allein diese warten auf ein Erstgespräch, Wartezeit: bis zu vier Wochen. Für Kinder und Jugendliche, bei denen der Leidensdruck hoch sei, eine viel zu lange Zeit. Deshalb biete die Beratungsstelle auch eine „offene Sprechstunde” ohne vorherige Terminvereinbarung an. Wenn's brennt, so Hennekemper weiter, könnten Hilfesuchende auch auf die Stellen in anderen Stadtteilen zugehen. Insgesamt sei die Situation aber unbefriedigend
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