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Bekommt Lünen den Schwarzen Peter?

26.12.2012 | 16:22 Uhr
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Bekommt Lünen den Schwarzen Peter?
Kann eine Grüne Ministerin eine Forensik mitten im Grünen planen? Das fragen Kritiker aus Lanstrop gen Düsseldorf.

Im Nordosten. In die Debatte um einen Forensik-Standort in Lünen gerät nun auch die grüne Parteifarbe von NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens ins Visier ihrer Kritiker. Wie könne eine Grüne Ministerin einen fünf Hektar großen Forensikbau mitten in die Natur setzen wollen?

In ihren aktuellen Schreiben an Ministerin Steffens sowie deren Referentin Birgit Wehrhöfer machen Marcel Fiege und Matthias Hüppe (Arbeitsgemeinschaft „Keine Forensik im Erlensundern“) ihrem Ärger gen Düsseldorf Luft. Fiege bezieht sich auf ein Schreiben von Wehrhöfer kurz vor Weihnachten. Darin spreche „die Existenz einer forensischen Klinik nicht grundsätzlich gegen die Nutzung des umliegenden Geländes zum Joggen, Radfahren oder ähnliche Aktivitäten“.

„Wo ist der Grüne Gedanke?“

Fiege kontert: „Herrn Hüppe als auch den Bürgern rund um das Naherholungsgebiet (...) geht es nicht nur um die weitere Einschränkung der Lebensqualität sondern insbesondere auch darum, dass Ihre Partei, welche sich „Die Grünen“ nennt, inmitten eines Naherholungsgebietes zwischen Wäldern und Feldern mit natürlichem Wildvorkommen ein mehr als fünf Hektar großes Areal (Forensik) bauen möchten. Zudem ist dieses Gebiet, genau wie der Stadtkern, umgeben von Familien, Schulen und Kindergärten.“ Fiege und Hüppe äußern den Verdacht, dass das Ministerium mit einem Standort in der Randlage den Weg des geringsten Widerstandes suche. Aber: Mülldeponie, Heuschrecken-Siedlung, Auffanglager für Asylbewerber und eine Forensik - „wir haben die Nase voll. Und ganz besonders von Bürgervertretern Ihrer Art. Wo ist der „Grüne Gedanke“? Fiege fragt, warum das alte Bundeswehrdepot in Lünen-Alstedde nicht als möglicher Standort in Betracht komme.

Auch Hüppe spielt auf die grüne Parteifarbe der Ministerin an. Er verweist auf die vier Umweltschutzverbände, die sich gegen „Im Erlensundern“ ausgesprochen haben.

Hüppe meint: Steffens könne sich gar nicht mehr für „Erlensundern“ aussprechen, „ohne eine Spaltung der eigenen Partei zu riskieren.“ Es bestehe aber die große Gefahr, dass Steffens den Schwarzen Peter Lünen zuschiebt: „Sollte das Gesundheitsministerium in Düsseldorf Victoria I/II und den Erlensundern als gleichermaßen geeignet einschätzen, wird letztlich der Rat der Stadt Lünen über den Standort entscheiden.“ Dann sitze das Hemd näher als die Hose - „Im Erlensundern“ dürfte die Mehrheit finden.

 

Von Alexander Ebert

Kommentare
27.12.2012
20:08
Wo kein Acker, da keine Pestizide. Forensik ist gut für die Natur!
von Inspektor | #3

Der Umweltgedanke wird hier vollkommen überschätzt und für eigene Zwecke missbraucht. Es geht hier nicht um ein Waldstück oder Feuchtbiotop, sondern um eine landwirtschaftlich genutzte Ackerfläche an der Autobahn und die ist aus ökologischer Sicht wertlos.
Wieso sollten sich die Grünen für diesen unbedeutenden Acker am Stadtrand spalten? So ein Blödsinn!
Wenn man Ackerflächen nicht für eine Forensik nutzen darf, wäre ich sprachlos.
Käme doch der Natur zugute, wo kein Acker, da keine Pestizide!

27.12.2012
13:46
Bekommt Lünen den Schwarzen Peter?
von Zugfuehrer_aD | #2

Es kotzt mich an wenn ich so einen Artikel lese. Wir brauchen Forensiken, aber niemand will sie haben. Ausreden warum eine Forensik dort nicht gebaut werden kann, gibt es immer. Mal sind es die nahen Anwohner, dann ist es das Naherholungsgebiet und ansonsten findet man bestimmt noch eine andere Ausrede. Immer schön nach dem Florians-Prinzip.

Ich hätte absolut kein Problem neben einer Forensik zu wohnen. Die Wahrscheinlichkeit das dort etwas passiert ist nämlich deutlich geringer wie sonst wo, weil man davon ausgehen kann das die Polizei dort öfter Streife fährt wie an anderen Orten.

Egal was man macht, es wird immer Leute geben die etwas zu meckern haben. Also Gelände aussuchen und dann das Ding hochziehen. Übrigens, in Herne spricht kein Mensch mehr davon und da die Forensik auf einem ehemaligen Zechengelände steht wo man noch am Pförtner vorbei muss, sieht man sie noch nicht einmal.

Die Alternative zum Wegsperren wäre die Todesstrafe, aber so tief wollen wir doch nicht sinken.

26.12.2012
19:06
Bekommt Lünen den Schwarzen Peter?
von xxyz | #1

Die SPD ist nicht immer sozial, die CDU nicht immer christlich, ....

Und die Grünen sind auch nicht immer grün. Das grüne Baden Württemberg hat doch auch einen erheblichen Anteil an EnBW.

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