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Behindertenparkplatz nach Zoff

20.07.2012 | 17:51 Uhr
Behindertenparkplatz nach Zoff
Christoph Olejarz wünscht sich einen Behindertenparkplatz vor dem Haus, um seinen Sohn Adalbert besser ins und aus dem Auto zu bekommen. Der ist nun von der LEG versprochen. Foto: Jochen Linz

Scharnhorst. Wer hätte das nicht gerne, einen persönlichen Parkplatz direkt vor der Haustür. Bei Schwerbehinderten ist der Wunsch danach umso dringlicher.

Christoph Olejarz (zu 70 Prozent schwerbehindert) wohnt mit seiner Frau und Sohn Adalbert, der mit 100 % Schwerbehinderung im Rollstuhl sitzt, seit 21 Jahren in einer LEG-Wohnung in Scharnhorsts Max-Brod-Straße. Vor einigen Wochen stellte der Mieter den Antrag, für sich und seinen Sohn einen ausgewiesenen Schwerbehindertenparkplatz vor seiner Hausnummer 37 zu bekommen.

Die Landes-Entwicklungs-Gesellschaft konnte dem Wunsch nicht sofort entsprechen, wie es in einem sachlich formulierten Schreiben hieß. Das rief neben dem Bezirksbürgermeister und dem Mieterbeirat auch den Sozialverband (SoVD) Scharnhorst auf den Plan. So begann der Ärger mit dem LEG-Kundencenter im Baaderweg. Nach der angeblichen Begründung („sonst könnte ja jeder x-beliebige Schwerbehinderte einen Antrag stellen“) hagelte es Vorwürfe: unfreundliche Antworten, keine Rückrufe, der Vermieter habe sich noch nicht mal die Mühe gemacht, den Sachverhalt richtig zu prüfen. Der SoVD nannte dies ein „Menschen verachtendes Verhalten“.

Erst Düsseldorf, dann Scharnhorst

Die LEG gestand Kommunikationsprobleme ein. „Die erste Anfrage ging bei unserer Zentrale in Düsseldorf ein, dann erst im Büro in Scharnhorst. Das führte zu Verwirrungen“, erklärte Jens Schönhorst, Pressesprecher der Zentrale.

Unklar war zunächst auch, was mit dem bereits bestehenden, aber nicht genutzten Behindertenparkplatz ein paar Meter weiter oben an der Max-Brod-Straße ist. „Wir nahmen zunächst an, dass der passend wäre“, so Andrea Kirchner als Leiterin des LEG-Kundencenters Scharnhorst. „Dieser kommt nicht in Frage, da wir dort am Straßenrand zu wenig Platz hätten und den fließenden Verkehr stören würden“, erläutert Christoph Olejarz. Außerdem seien er und sein Sohn „klatschnass“, wenn sie die Strecke dorthin im Regen gehen müssten.

„Wir sind seit Ewigkeiten vor Ort und wollen das in vernünftigen Gesprächen einvernehmlich lösen“, signalisierte Schönhorst dann doch Kompromissbereitschaft. Wobei man auch abwägen müsse, inwieweit andere Mieter und die Allgemeinheit Nachteile durch einen neuen Schwerstbehindertenparkplatz hätten.

Also trafen sich die Parteien am Freitag (20. Juli) in der Siedlung, um sich einer Lösung zu nähern. Und siehe da: Familie Olejarz erhält nun doch wie gewünscht einen für sie ausgeschilderten Parkplatz in unmittelbarer Nähe zu ihrer Erdgeschoss-Wohnung. Und das recht zügig, wie die LEG versicherte, zumal der entsprechende erste Parkplatz in der Reihe breit genug sei und nicht erweitert werden muss. Was alle Beteiligten zufriedenstellt. „Man musste sich anscheinend erst einmal richtig austauschen. Wer nur im Büro sitzt, kann die Lage nicht richtig einschätzen“, meinte Heinz Funke, 2. SoVD-Vorsitzender nach der Einigung.

Olejarz erleichtert

Auch Olejarz ist nach der ersten Enttäuschung besänftigt. „Als Behinderte werden wir ja generell nicht schlecht behandelt.“ Für sie bewahrheitet sich nun der Schriftzug auf den Siedlungsschildern: „Hier parken LEG-Mitglieder.“

Steffen Gerber



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