Das aktuelle Wetter Dortmund 12°C
In Brechten

Bauarbeiter statt Telefonzelle verschwunden

03.08.2010 | 17:29 Uhr
Bauarbeiter statt Telefonzelle verschwunden
Die vielleicht ruhigste Baustelle Brechtens befindet sich am Rauhen Dorn. Foto: Jochen Linz

Brechten.Eine Baustelle ist ärgerlich, muss aber sein. Fleischermeister Klaus Voßmerbäumer: „Seit dem 10. Mai ist die Fläche abgesperrt. Fast einen Monat tat sich aber nichts.“

Dann buddelten die Arbeiter im Juni ein Loch nahe einer Telefonzelle. „Nur ein Tag wurde gearbeitet“, hat Vossmerbäumer beobachtet.

Nach einer weiteren Woche war das Loch wieder zu. Allerdings fehlt die abschließende Asphaltschicht. Dennoch sollte der Spuk beendet sein - war er aber nicht. „Seitdem hat sich nichts mehr getan“, ärgert sich Klaus Vossmerbäumer. Denn die Absperrung steht immer noch vor seinem Schaufenster. Die Folge: „Wir können die Scheibe nicht mehr putzen. Wir kommen gar nicht mehr dran.“ Zudem blockiere die Baustelle zwei Pkw-Stellplätze. „Deshalb parken viele vor meiner Garage.“

Klaus Vossmerbäumer versuchte, den Verursacher herauszubekommen. Er hat zwischenzeitlich die Telekom im Verdacht. Denn die Telefonzelle soll abgebaut werden, was ihm Bauarbeiter bestätigten. Doch sie steht noch immer.

„So etwas geht nicht von heute auf morgen“, sagt André Hofmann von der Telekom. Er vermutet, sein Unternehmen habe bereits die eigentliche Telefonleitung gekappt - kein Anschluss mehr unter dieser Nummer. Allerdings gibt es ja auch noch die Stromleitungen. Der müsse der örtliche Versorger den Garaus machen. Das könne dauern.

Sabine Poschmann von der DSW21-Pressestelle sagt auf Anfrage, dass die Baustelle heute „verfüllt und aufgehoben wird“. Im speziellen Fall habe der Stromversorger das eigentliche Ziel, solche Maßnahmen in durchschnittlich zwei Tagen abzuschließen, nicht erreicht. „Grund ist die gute Auftragslage bei den Baufirmen“, sagt Poschmamm entschuldigend. Durch das Konjunkturpaket II gebe es eben viele große Baustellen, die die Unternehmen vorziehen.

Bleibt die Frage, warum nicht prinzipiell alle Leitungen in einem Aufwasch stillgelegt werden? In der Praxis „kann man das oft nicht zusammen machen“, so Poschmann. Zumal, wenn die Telefonzelle schon jahrzehntelang steht. Denn dann liegen die verschiedenen Leitungen in der Regel in unterschiedlichen Rohrgräben.

Wolfgang Maas

Facebook
 
Kommentare
03.08.2010
12:48
Bauarbeiter statt Telefonzelle verschwunden
von das gewissen der brd | #2

stimmt -

03.08.2010
09:28
Bauarbeiter statt Telefonzelle verschwunden
von Marcel1977 | #1

An Informationsgehalt kaum zu übertreffen der Artikel, bravo!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3385197/create

Aktuelle Fotos und Videos
Kinderkarneval Scharnhorst
Bildgalerie
Karnevlaszug
Feuer in Brechten
Bildgalerie
Fotostrecke
Mit Sternsingern unterwegs
Bildgalerie
Zum Beispiel in Wambel
Brücke am Haken
Bildgalerie
Millimeterarbeit in Eving
Aus dem Ressort
Seniorenheim direkt an der Bahnlinie
In Kurl
Wohl im Oktober wird das neue Seniorenhaus „Kurler Busch“ fertiggestellt. 80 ältere Menschen sollen dann in dem dreigeschossigen Gebäude an der Kurler Straße 134 ein neues Zuhause finden. Der Bedarf an Plätzen ist vorhanden. Allerdings gibt’s hinter den Kulissen Kritik an dem Standort. Denn das Haus...
„Herzkissen“ bei den Johannitern
In Eving
Es besteht kein Zweifel daran, dass die Dortmunder Aktion „Herzkissen“ von Erfolg gekrönt ist. Und so kann der Verein „Dortmunder Herzkissen“ unter der Leitung seiner Sprecherin Claudia Herrmann-Fürst mit der Einrichtung eines neuen Stützpunktes in den Räumen der Johanniter-Unfallhilfe am...