Bäume am Haus Kurl gefällt - Sorge um Graureiher

Erneut sind viele Bäume am Haus Kurl gerodet worden. Diesmal war die Fäll-Aktion offensichtlich legal. Umweltschützer schlagen Alarm: Sie sorgen sich um den Fortbestand der Graureiher-Kolonie im Bereich des alten Adelssitzes an der Kurler Straße.

Kurl.. Gefällt wurden Bäume in zwei Bereichen: zum einen 2014 im südlichen Teil des Grundstücks an der Kurler Straße, zum anderen in diesem Jahr entlang eines schmalen Streifens an der Kurler und Greveler Straße.Der Eigentümer habe die Stadt vorab über seine Absicht informiert.

Der Eigentümer Heribert Breuker hatte bereits mehrfach Fällungen durchgeführt, die viel Kritik auslösten.Die jetzt betroffenen Bäume waren abgestorben oder durch Sturmschäden umsturzgefährdet. Der Besitzer habe also aus Gründen der Gefahrenabwehr gehandelt.

Horste lagen am gerodeten Streifen

Doch auf Kosten der Graureiher, findet Detlef Köster, der die Entwicklung am Haus Kurl verfolgt und die Rodungen fotografiert hat. In dem zehn Meter breiten Streifen, der kürzlich gerodet worden sei, hätten sich vier bis sechs Horste der Vögel befunden. "Weitere sechs liegen jetzt am offenen Rand des Wäldchens. Diese werden die Reiher nicht mehr benutzen", erläuterte er.

Das mache zehn bis zwölf verlorene Horste. "Und die Reiher wurden schon durch die vorigen Maßnahmen gestört."Da das Haus Kurl in einem Landschaftsschutzgebiet liege, müsse der Eigentümer innerhalb von zwei Jahren den Ursprungszustand durch Aufforstung wiederherstellen oder diesen Prozess zumindest anstoßen. Die Graureiherkolonie umfasste nach Angaben von Stadtsprecher Frank Bußmann im letzten Jahr 40 bis 45 Brutpaare mit zum Teil mehreren Jungtieren.Bei den im Bereich des Hauses Kurl nistenden Graureihern handelt es sich um die zweitgrößte Kolonie in Nordrhein-Westfalen.