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Axt im Walde tut Bürgern weh

14.02.2012 | 17:07 Uhr
Axt im Walde tut Bürgern weh
Anwohner protestieren poetisch gegen das Fällen von Bäumen im Grävingholz. Foto: Knut Vahlensieck

Eving.Kahlschlag oder reguläre Auslichtung? Bürger aus Eving aber auch Politiker der SPD zeigen sich besorgt bis verärgert über die aktuellen Forstarbeiten im Grävingholz und Süggelwald. Die Unruhe ist inzwischen bei der Stadt angekommen. Das Umweltamt lädt für Ende Februr zu einem Informationssparziergang ein.

Der Lärm von Kettensägen dringt immer häufiger durch das Grävingholz und den Süggelwald. Die gefallenen Bäume liegen reihenweise seitlich an den Wegen und warten auf ihre neuen Besitzer. Leser unserr Zeitung melden sich besorgt in der Redaktion. Auch die Politik reagiert inzwischen.

Buchen und Fichten

„Wir haben bei Vertretern des Umweltamtes bereits beklagt, dass die Waldbesucher hinsichtlich der umfangreichen Arbeiten irritiert sind“, so der SPD-Ortsverein Brechten-Holthausen.

Bereits in der jüngsten Bezirksvertretung Eving waren die Forstarbeiten Thema. Ein Evinger fragte in der Bürgerfragestunde nach, warum reihenweise Eichen gefällt würden. Zufällig war der Leiter des Dortmunder Umweltamtes zu Gast. Dr. Wilhelm Grote antwortete direkt: Es würden Buchen im Rahmen von Waldpflegemaßnahmen gefällt. Normalerweise würden solche Arbeiten durch Pressearbeit der Stadt begleitet (was in diesem Fall nicht erfolgte). Außerdem korrigierte Dr. Grote den Evinger: Es handle sich nicht um Eichen, sondern um Buchen und Fichtenbestände, die regulär ausgelicht et würden.

Manche Waldbesucher sehen in den Pflegemaßnahmen weiterhin eher einen Kahlschlag, der die Kasse der Stadt aufbessern soll. Sie wehren sich mit Poesie. Kleine Gedichte hängen an einigen Bäumen. Zum Beispiel: „Zu fällen einen schönen Baum, braucht’s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenkt es, ein Jahrhundert“. Die Zeilen stammen von Eugen Roth. Untertitelt sind sie mit „Anlässlich des rücksichtslosen Kahlschlags im Grävingholz und Süggel“.

90 Minuten Rundgang

Erwin Fischer, Abteilungsleiter im Umweltamt und für den Stadtwald zuständig, weist den Vorwurf der Rodung zurück. Es handele sich um Durchforstungen mit dem Ziel, den Wald zu verjüngen. „Um die Bedenken der Bürger zu zerstreuen und die Akzeptanz für die Pflegearbeiten zu erhöhen, bietet das Umweltamt eine informative Waldführung für jederman an.“

Diese findet am Sonntag, 26. Februar, um 15 Uhr statt. Treffpunkt für alle interessierten Bürger ist die Haltestelle „Waldesruh“ an der Evinger Straße. Dauer der Führung: etwa 90 Minuten.

Alexander Ebert

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